{"id":"bgbl2-2002-5-5","kind":"bgbl2","year":2002,"number":5,"date":"2002-02-05T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl2/2002/5#page=18","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl2-2002-5-5/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl2/2002/bgbl2_2002_5.pdf#page=18","order":5,"title":"Bekanntmachung über den Geltungsbereich des Zweiten Fakultativprotokolls zu dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte zur Abschaffung der Todesstrafe","law_date":"2001-12-20T00:00:00Z","page":158,"pdf_page":18,"num_pages":3,"content":["158 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2002 Teil II Nr. 5, ausgegeben zu Bonn am 5. Februar 2002\nBekanntmachung\nüber den Geltungsbereich\ndes Zweiten Fakultativprotokolls zu dem Internationalen Pakt\nüber bürgerliche und politische Rechte zur Abschaffung der Todesstrafe\nVom 20. Dezember 2001\nI.\nDas Zweite Fakultativprotokoll vom 15. Dezember 1989 zu dem Internationa-\nlen Pakt über bürgerliche und politische Rechte zur Abschaffung der Todes-\nstrafe (BGBl. 1992 II S. 390) ist nach seinem Artikel 8 Abs. 2 für folgende\nweitere Staaten in Kraft getreten:\nAserbaidschan                                               am          22. April 1999\nnach Maßgabe des unter II. abgedruckten Vorbehalts\nBosnien und Herzegowina                                     am           16. Juni 2001\nBulgarien                                                   am 10. November 1999\nJugoslawien, Bundesrepublik                                 am     6. Dezember 2001\nKap Verde                                                   am       19. August 2000\nMonaco                                                      am           28. Juni 2000\nSlowakei                                                    am 22. September 1999\nTurkmenistan                                                am          11. April 2000\nVereinigtes Königreich                                      am          10. März 2000\n(für das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland, Guernsey,\nJersey und Insel Man)\nZypern                                                      am 10. Dezember 1999\nnach Maßgabe des unter II. abgedruckten Vorbehalts.\nII.\nVorbehalte\nA s e r b a i d s c h a n bei Hinterlegung der Beitrittsurkunde am 22. Januar\n1999:\n(Übersetzung)\n“The Republic of Azerbaijan, adopting the        „Die Aserbaidschanische Republik nimmt\nSecond Optional Protocol to the Internatio-      das Zweite Fakultativprotokoll zu dem\nnal Covenant on Civil and Political Rights,      Internationalen Pakt über bürgerliche und\nin exceptional cases, adopting the special       politische Rechte an, erlaubt aber in Aus-\nlaw, allows the application of death penalty     nahmefällen durch Annahme eines Sonder-\nfor the grave crimes, committed during the       gesetzes die Anwendung der Todesstrafe\nwar or in condition of the threat of war.”       wegen schwerer Verbrechen, die während\ndes Krieges oder bei drohender Gefahr\neines Krieges begangen wurden.“\nA s e r b a i d s c h a n hat dem Generalsekretär der Vereinten Nationen am\n28. September 2000 ferner folgende Ä n d e r u n g des bei Beitritt abgegebenen\nVorbehalts notifiziert:\n(Übersetzung)\n“It is provided for the application of the       „Die Anwendung der Todesstrafe ist in\ndeath penalty in time of war pursuant to a       Kriegszeiten aufgrund einer Verurteilung\nconviction of a person for a most serious        wegen eines in Kriegszeiten begangenen\ncrime of a military nature committed during      besonders schweren Verbrechens militäri-\nwartime.”                                        scher Art vorgesehen.“","Bundesgesetzblatt Jahrgang 2002 Teil II Nr. 5, ausgegeben zu Bonn am 5. Februar 2002                 159\nM a l t a hat dem Generalsekretär der Vereinten Nationen am 15. Juni 2000 die\nR ü c k n a h m e seines bei Hinterlegung der Beitrittsurkunde angebrachten V o r -\nb e h a l t s (vgl. die Bekanntmachung vom 16. September 1996, BGBl. II S. 2521)\nnotifiziert.\nZ y p e r n bei Hinterlegung der Beitrittsurkunde am 10. September 1999:\n(Übersetzung)\n“… the Republic of Cyprus in accordance             „… behält sich die Republik Zypern nach\nwith article 2.1 of the aforementioned Pro-         Artikel 2 Absatz 1 des genannten Proto-\ntocol reserves the right to apply the Death         kolls das Recht vor, die Todesstrafe in\nPenalty in time of war pursuant to a convic-        Kriegszeiten aufgrund einer Verurteilung\ntion of a most serious crime of a military          wegen eines in Kriegszeiten begangenen\nnature committed during wartime.”                   besonders schweren Verbrechens militäri-\nscher Art anzuwenden.“\nIII.\nEinsprüche und Erklärungen\nzum Vorbehalt von Aserbaidschan\nFolgende Staaten haben dem Generalsekretär der Vereinten Nationen einen\nEinspruch bzw. eine Erklärung zum Vorbehalt von Aserbaidschan notifiziert:\nD e u t s c h l a n d am 3. März 2000 die nachfolgende Erklärung:\n„Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland hat den von der Regierung von Aser-\nbaidschan beim Beitritt zum Zweiten Fakultativprotokoll zu dem Internationalen Pakt über\nbürgerliche und politische Rechte zur Abschaffung der Todesstrafe angebrachten Vorbe-\nhalt geprüft. Der Vorbehalt erlaubt die Anwendung der Todesstrafe wegen schwerer Ver-\nbrechen, die während des Krieges ,oder bei drohender Gefahr eines Krieges‘ begangen\nwurden. Somit steht der Vorbehalt teilweise im Widerspruch zu Artikel 2 des Protokolls,\nda er die Anwendung der Todesstrafe nicht auf in Kriegszeiten begangene besonders\nschwere Verbrechen militärischer Art begrenzt.\nDie Regierung der Bundesrepublik Deutschland erhebt daher Einspruch gegen den Vor-\nbehalt der Regierung von Aserbaidschan. Dieser Einspruch schließt das Inkrafttreten des\nProtokolls zwischen Aserbaidschan und Deutschland nicht aus.“\nF i n n l a n d am 17. März 2000 die nachstehende Erklärung:\n(Übersetzung)\n“The Government of Finland has exam-                „Die Regierung von Finnland hat den\nined the contents of the reservation made           Inhalt des von der Regierung von Aserbaid-\nby the Government of Azerbaijan to the              schan angebrachten Vorbehalts zum Zwei-\nSecond Optional Protocol to the Cov-                ten Fakultativprotokoll zu dem Internatio-\nenant on Civil and Political Rights. The            nalen Pakt über bürgerliche und politische\nGovernment of Finland notes that, accord-           Rechte geprüft. Die Regierung von Finn-\ning to Article 2 of the Second Optional             land stellt fest, dass nach Artikel 2 des\nProtocol, a reservation other than the kind         Zweiten Fakultativprotokolls Vorbehalte\nreferred to in the same Article is not              anderer Art als der in demselben Artikel\nacceptable. The reservation made by the             genannten nicht zulässig sind. Der von der\nGovernment of Azerbaijan is partly in con-          Regierung von Aserbaidschan angebrachte\ntradiction with Article 2 as it does not limit      Vorbehalt steht teilweise im Widerspruch\nthe application of death penalty to the most        zu Artikel 2, da er die Anwendung der\nserious crimes of a military nature commit-         Todesstrafe nicht auf in Kriegszeiten\nted during the time of war.                         begangene besonders schwere Verbre-\nchen militärischer Art begrenzt.\nThe Government of Finland therefore                 Die Regierung von Finnland erhebt daher\nobjects to the reservation made by the              Einspruch gegen den von der Regierung\nGovernment of Azerbaijan to the said Pro-           von Aserbaidschan angebrachten Vorbe-\ntocol.                                              halt zu dem genannten Protokoll.\nThis objection does not preclude the entry          Dieser Einspruch schließt das Inkrafttreten\ninto force of the Second Optional Protocol          des Zweiten Fakultativprotokolls zwischen\nbetween Azerbaijan and Finland. The                 Aserbaidschan und Finnland nicht aus. Das\nOptional Protocol will thus become opera-           Fakultativprotokoll tritt daher zwischen den\ntive between the two states without Azer-           beiden Staaten in Kraft, ohne dass Aser-\nbaijan benefitting from the reservation.”           baidschan aus dem Vorbehalt einen Nut-\nzen ziehen kann.“","160 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2002 Teil II Nr. 5, ausgegeben zu Bonn am 5. Februar 2002\nF r a n k r e i c h am 8. Februar 2000 den nachstehenden Einspruch:\n(Übersetzung)\n«Le Gouvernement de la République                „Die Regierung der Französischen Repu-\nfrançaise a pris connaissance de la réserve      blik hat den Vorbehalt, den Aserbaidschan\nformulée par l’Azerbaïdjan au deuxième           zu dem Zweiten Fakultativprotokoll zu dem\nprotocole facultatif se rapportant au Pacte      Internationalen Pakt über bürgerliche und\ninternational relatif aux droits civils et poli- politische Rechte zur Abschaffung der\ntiques, visant à abolir la peine de mort, con-   Todesstrafe vom 15. Dezember 1989 ange-\nclu le 15 décembre 1989. Cette réserve, en       bracht hat, zur Kenntnis genommen. Dieser\nautorisant l’application de la peine de mort     Vorbehalt, der die Anwendung der Todes-\npour les crimes graves commis pendant la         strafe wegen schwerer Verbrechen erlaubt,\nguerre ou en cas de menace de guerre,            die während des Krieges oder bei drohen-\ndépasse le cadre des réserves autorisées         der Gefahr eines Krieges begangen wur-\npar l’article 2 paragraphe 1 du Protocole.       den, geht über den Rahmen der nach Arti-\nCet article n’autorise en effet que les réser-   kel 2 Absatz 1 des Protokolls zulässigen\nves formulées «lors de la ratification ou de     Vorbehalte hinaus. Nach diesem Artikel ist\nl’adhésion et prévoyant l’application de la      ein Vorbehalt nur zulässig, wenn er ,im\npeine de mort en temps de guerre à la suite      Zeitpunkt der Ratifikation oder des Bei-\nd’une condamnation pour un crime de              tritts‘ angebracht wird und wenn er ,die\ncaractère militaire, d’une gravité extrême,      Anwendung der Todesstrafe in Kriegszei-\ncommis en temps de guerre». En consé-            ten aufgrund einer Verurteilung wegen\nquence, le Gouvernement de la République         eines in Kriegszeiten begangenen beson-\nfrançaise fait objection à cette réserve,        ders schweren Verbrechens militärischer\nsans que cette objection s’oppose à l’en-        Art‘ vorsieht. Daher erhebt die Französi-\ntrée en vigueur du protocole entre l’Azer-       sche Republik Einspruch gegen diesen\nbaïdjan et la France.»                           Vorbehalt, ohne dass dieser Einspruch\ndem Inkrafttreten des Protokolls zwischen\nAserbaidschan und Frankreich entgegen-\nstünde.“\nDie N i e d e r l a n d e am 17. Juli 2000 die nachstehende Erklärung:\n(Übersetzung)\n“The Government of the Kingdom of the           „Die Regierung des Königreichs der Nie-\nNetherlands has examined the reservation        derlande hat den von der Regierung von\nmade by the Government of Azerbaijan at         Aserbaidschan beim Beitritt zum Zweiten\nthe time of its accession to the Second         Fakultativprotokoll zu dem Internationalen\nOptional Protocol to the International Cov-     Pakt über bürgerliche und politische Rech-\nenant on Civil and Political Rights, aiming     te zur Abschaffung der Todesstrafe ange-\nat the Abolition of the Death Penalty.          brachten Vorbehalt geprüft.\nThe Government of the KIngdom of the            Die Regierung des Königreichs der Nieder-\nNetherlands notes that, according to            lande stellt fest, dass nach Artikel 2 des\nArticle 2 of the Second Optional Protocol, a    Zweiten Fakultativprotokolls ein Vorbehalt\nreservation other than the kind referred to     anderer Art als der in demselben Artikel\nin the same Article is not acceptable. The      genannten nicht zulässig ist. Der von der\nreservation made by the Government of           Regierung von Aserbaidschan angebrachte\nAzerbaijan is in contradiction with Article 2   Vorbehalt steht im Widerspruch zu Artikel 2,\nas it does not limit the application of death   da er die Anwendung der Todesstrafe nicht\npenalty to the most serious crimes of a         auf in Kriegszeiten begangene besonders\nmilitary nature committed during the time       schwere Verbrechen militärischer Art be-\nof war.                                         grenzt.\nThe Government of the Kingdom of the            Die Regierung des Königreichs der Nieder-\nNetherlands therefore objects to the afore-     lande erhebt daher Einspruch gegen den\nsaid reservation made by the Government         genannten, von der Regierung von Aser-\nof Azerbaijan.                                  baidschan angebrachten Vorbehalt.\nThis objection shall not preclude the entry     Dieser Einspruch schließt das Inkrafttreten\ninto force of the Convention between the        des Übereinkommens zwischen dem\nKingdom of the Netherlands and Azerbai-         Königreich der Niederlande und Aserbaid-\njan.”                                           schan nicht aus.“\nS c h w e d e n am 27. April 2000 die nachstehende Erklärung:\n(Übersetzung)\n“The Government of Sweden has exam-              „Die Regierung von Schweden hat den\nined the reservation made by the Govern-         von der Regierung von Aserbaidschan\nment of Azerbaijan to the Second Optional        angebrachten Vorbehalt zum Zweiten\nProtocol to the International Covenant on        Fakultativprotokoll zu dem Internationalen\nCivil and Political Rights. The Government       Pakt über bürgerliche und politische Rech-\nof Sweden recalls that reservations other        te geprüft. Die Regierung von Schweden\nthan the kind referred to in Article 2 of the    erinnert daran, dass Vorbehalte anderer Art"]}