{"id":"bgbl1-2022-51-5","kind":"bgbl1","year":2022,"number":51,"date":"2022-12-20T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2022/51#page=67","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2022-51-5/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2022/bgbl1_2022_51.pdf#page=67","order":5,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu § 2 Absatz 1 Satz 4 Nummer 1 des Asylbewerberleistungsgesetzes)","law_date":"2022-12-14T00:00:00Z","page":2359,"pdf_page":67,"num_pages":1,"content":["Bundesgesetzblatt Jahrgang 2022 Teil I Nr. 51, ausgegeben zu Bonn am 20. Dezember 2022 2359\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 19. Oktober 2022\n– 1 BvL 3/21 – wird die Entscheidungsformel veröffentlicht:\n1. § 2 Absatz 1 Satz 4 Nummer 1 Asylbewerberleistungsgesetz in der Fassung\ndes Artikel 1 Nummer 3 des Dritten Gesetzes zur Änderung des Asylbewer-\nberleistungsgesetzes vom 13. August 2019 (Bundesgesetzblatt I Seite 1290)\nist mit Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes in Verbindung mit dem Sozial-\nstaatsprinzip aus Artikel 20 Absatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar, so-\nweit für eine alleinstehende erwachsene Person ein Regelbedarf lediglich in\nHöhe der Regelbedarfsstufe 2 anerkannt wird.\n2. Bis zum Inkrafttreten einer Neuregelung wird angeordnet:\nAuf Leistungsberechtigte nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Asylbewerberleistungs-\ngesetz findet § 28 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch in Verbindung mit\ndem Regelbedarfsermittlungsgesetz und §§ 28a, 40 des Zwölften Buches\nSozialgesetzbuch mit der Maßgabe entsprechende Anwendung, dass bei\nder Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft im Sinne von § 53 Ab-\nsatz 1 des Asylgesetzes oder in einer Aufnahmeeinrichtung nach § 44 Ab-\nsatz 1 des Asylgesetzes für jede alleinstehende erwachsene Person der\nLeistungsbemessung ein Regelbedarf in Höhe der jeweils aktuellen Regel-\nbedarfsstufe 1 zugrunde gelegt wird. Für die bei Bekanntgabe dieser Ent-\nscheidung nicht bestandskräftigen Leistungsbescheide gilt dies ab dem\n1. September 2019. Bereits bestandskräftige Bescheide bleiben unberührt,\nsoweit vorhergehende Leistungszeiträume betroffen sind.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Absatz 2 des Bun-\ndesverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft.\nBerlin, den 14. Dezember 2022\nDer Bundesminister der Justiz\nMarco Buschmann"]}