{"id":"bgbl1-2022-45-9","kind":"bgbl1","year":2022,"number":45,"date":"2022-11-28T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2022/45#page=36","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2022-45-9/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2022/bgbl1_2022_45.pdf#page=36","order":9,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu § 20 Absatz 1 Satz 1 und 2 und § 21 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit § 20 Absatz 1 Satz 1 und 2 des Bundesverfassungsschutzgesetzes)","law_date":"2022-11-16T00:00:00Z","page":2096,"pdf_page":36,"num_pages":1,"content":["2096 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2022 Teil I Nr. 45, ausgegeben zu Bonn am 28. November 2022\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 28. September\n2022 – 1 BvR 2354/13 – wird folgende Entscheidungsformel veröffentlicht:\n1. § 20 Absatz 1 Satz 1 und 2 und § 21 Absatz 1 Satz 1 in Verbindung mit § 20\nAbsatz 1 Satz 1 und 2 des Gesetzes über die Zusammenarbeit des Bundes\nund der Länder in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes und über das\nBundesamt für Verfassungsschutz (Bundesverfassungsschutzgesetz) in der\nFassung vom 20. Dezember 1990 (Bundesgesetzblatt I Seite 2954, 2970)\nsind mit Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung mit ArtikeI 1 Absatz 1 des Grund-\ngesetzes nicht vereinbar, soweit sie zur Übermittlung personenbezogener\nDaten verpflichten, die mit nachrichtendienstlichen Mitteln erhoben wurden.\n2. Bis zu einer Neuregelung, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2023,\ngelten die für mit dem Grundgesetz unvereinbar erklärten Vorschriften mit\nder Maßgabe fort, dass eine Übermittlung von mit nachrichtendienstlichen\nMitteln erhobenen personenbezogenen Daten nur zum Schutz eines Rechts-\nguts von herausragendem öffentlichem Interesse zulässig ist; dem ent-\nspricht eine Begrenzung auf besonders schwere Straftaten. Außerdem müs-\nsen die nach Maßgabe der Gründe an die jeweilige Übermittlungsschwelle\nzu stellenden Anforderungen erfüllt sein.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Absatz 2 des Bundes-\nverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft.\nBerlin, den 16. November 2022\nDer Bundesminister der Justiz\nMarco Buschmann"]}