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    "title": "Neufassung des Berufsbildungsgesetzes",
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        "920\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nBekanntmachung\nder Neufassung des Berufsbildungsgesetzes\nVom 4. Mai 2020\nAuf Grund des Artikels 7 des Gesetzes vom 12. Dezember 2019\n(BGBl. I S. 2522) wird nachstehend der Wortlaut des Berufsbildungsgesetzes\nin der seit dem 1. Januar 2020 geltenden Fassung bekannt gemacht. Die Neu-\nfassung berücksichtigt:\n1. das am 1. April 2005 in Kraft getretene Gesetz vom 23. März 2005\n(BGBl. I S. 931),\n2. den am 8. November 2006 in Kraft getretenen Artikel 232 der Verordnung\nvom 31. Oktober 2006 (BGBl. I S. 2407),\n3. den am 1. Oktober 2007 in Kraft getretenen Artikel 9b des Gesetzes vom\n7. September 2007 (BGBl. I S. 2246),\n4. den am 1. August 2009 in Kraft getretenen Artikel 5 des Gesetzes vom\n21. Dezember 2008 (BGBl. I S. 2917; 2009 I S. 23),\n5. den am 12. Februar 2009 in Kraft getretenen Artikel 15 Absatz 90 des Ge-\nsetzes vom 5. Februar 2009 (BGBl. I S. 160),\n6. den am 1. April 2012 in Kraft getretenen Artikel 2 des Gesetzes vom 6. De-\nzember 2011 (BGBl. I S. 2515),\n7. den am 1. April 2012 in Kraft getretenen Artikel 24 des Gesetzes vom\n20. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2854),\n8. den am 1. August 2013 in Kraft getretenen Artikel 22 des Gesetzes vom\n25. Juli 2013 (BGBl. I S. 2749),\n9. den am 8. September 2015 in Kraft getretenen Artikel 436 der Verordnung\nvom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474),\n10. den am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Artikel 19 Absatz 3 des Gesetzes\nvom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3234),\n11. den am 5. April 2017 in Kraft getretenen Artikel 149 des Gesetzes vom\n29. März 2017 (BGBl. I S. 626),\n12. den am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen Artikel 14 des Gesetzes vom\n17. Juli 2017 (BGBl. I S. 2581),\n13. den am 1. Januar 2020 in Kraft getretenen Artikel 1 des eingangs genannten\nGesetzes.\nBonn, den 4. Mai 2020\nDie Bundesministerin\nfür Bildung und Forschung\nAnja Karliczek",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n921\nBerufsbildungsgesetz\n(BBiG)\nInhaltsübersicht\nTeil 1\n§ 22\n§ 23\nAllgemeine Vorschriften\n§ 1\n§ 2\n§ 3\nZiele und Begriffe der Berufsbildung\nLernorte der Berufsbildung\nAnwendungsbereich\nTeil 2\nUnterabschnitt 6\nSonstige Vorschriften\n§ 24\n§ 25\n§ 26\nBerufsbildung\nEignung von\nAusbildungsstätte\nund Ausbildungspersonal\nBerufsausbildung\nAbschnitt 1\n§\n§\n§\n§\n4\n5\n6\n7\n§ 7a\n§ 8\n§ 9\nAnerkennung von Ausbildungsberufen\nAusbildungsordnung\nErprobung neuer Ausbildungs- und Prüfungsformen\nAnrechnung beruflicher Vorbildung auf die Ausbildungs-\ndauer\nTeilzeitberufsausbildung\nVerkürzung oder Verlängerung der Ausbildungsdauer\nRegelungsbefugnis\n§ 27\n§ 28\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n29\n30\n31\n31a\n32\n33\nVerzeichnis der\nBerufsausbildungsverhältnisse\nBerufsausbildungsverhältnis\nBegründung des Ausbildungsverhältnisses\n§ 10\n§ 11\n§ 12\nVertrag\nVertragsniederschrift\nNichtige Vereinbarungen\nUnterabschnitt 2\nPflichten der Auszubildenden\n§ 13\nVerhalten während der Berufsausbildung\nUnterabschnitt 3\nPflichten der Ausbildenden\n§ 14\n§ 15\n§ 16\nBerufsausbildung\nFreistellung, Anrechnung\nZeugnis\nUnterabschnitt 4\nVergütung\n§ 17\n§ 18\n§ 19\nVergütungsanspruch und Mindestvergütung\nBemessung und Fälligkeit der Vergütung\nFortzahlung der Vergütung\nEignung der Ausbildungsstätte\nEignung von Ausbildenden und Ausbildern oder Ausbilde-\nrinnen\nPersönliche Eignung\nFachliche Eignung\nEuropaklausel\nSonstige ausländische Vorqualifikationen\nÜberwachung der Eignung\nUntersagung des Einstellens und Ausbildens\nAbschnitt 4\nAbschnitt 2\nUnterabschnitt 1\nWeiterarbeit\nUnabdingbarkeit\nAndere Vertragsverhältnisse\nAbschnitt 3\nKapitel 1\nOrdnung der Berufsausbildung;\nAnerkennung von Ausbildungsberufen\nKündigung\nSchadensersatz bei vorzeitiger Beendigung\n§ 34\n§ 35\n§ 36\nEinrichten, Führen\nEintragen, Ändern, Löschen\nAntrag\nAbschnitt 5\nPrüfungswesen\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n37\n38\n39\n40\n41\n42\n43\n44\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n45\n46\n47\n48\n49\n50\n50a\nAbschlussprüfung\nPrüfungsgegenstand\nPrüfungsausschüsse, Prüferdelegationen\nZusammensetzung, Berufung\nVorsitz, Beschlussfähigkeit, Abstimmung\nBeschlussfassung, Bewertung der Abschlussprüfung\nZulassung zur Abschlussprüfung\nZulassung zur Abschlussprüfung bei zeitlich auseinander-\nfallenden Teilen\nZulassung in besonderen Fällen\nEntscheidung über die Zulassung\nPrüfungsordnung\nZwischenprüfungen\nZusatzqualifikationen\nGleichstellung von Prüfungszeugnissen\nGleichwertigkeit ausländischer Berufsqualifikationen\nUnterabschnitt 5\nAbschnitt 6\nBeginn und Beendigung des Ausbildungsverhältnisses\nInteressenvertretung\n§ 20\n§ 21\nProbezeit\nBeendigung\n§ 51\n§ 52\nInteressenvertretung\nVerordnungsermächtigung",
        "922\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nKapitel 2\nBerufliche Fortbildung\n§ 74\n§ 75\nErweiterte Zuständigkeit\nZuständige Stellen im Bereich der Kirchen und sonstigen\nReligionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts\nAbschnitt 1\nAbschnitt 2\nFortbildungsordnungen des Bundes\nFortbildungsordnungen der höherqualifizierenden Berufs-\nbildung\n§ 53a Fortbildungsstufen\n§ 53b Geprüfter Berufsspezialist und Geprüfte Berufsspezialistin\n§ 53c Bachelor Professional\n§ 53d Master Professional\n§ 53e Anpassungsfortbildungsordnungen\nÜberwachung der Berufsbildung\n§ 53\nAbschnitt 2\nFortbildungsprüfungs-\nregelungen der zuständigen Stellen\n§ 54\nÜberwachung, Beratung\nAbschnitt 3\nBerufsbildungsausschuss\nder zuständigen Stelle\n§\n§\n§\n§\n77\n78\n79\n80\nErrichtung\nBeschlussfähigkeit, Abstimmung\nAufgaben\nGeschäftsordnung\nFortbildungsprüfungsregelungen der zuständigen Stellen\nAbschnitt 3\nAusländische\nVorqualifikationen, Prüfungen\n§ 55\n§ 56\n§ 57\n§ 76\nBerücksichtigung ausländischer Vorqualifikationen\nFortbildungsprüfungen\nGleichstellung von Prüfungszeugnissen\nAbschnitt 4\nZuständige Behörden\n§ 81\nZuständige Behörden\nKapitel 2\nLandesausschüsse für Berufsbildung\n§ 82\n§ 83\nErrichtung, Geschäftsordnung, Abstimmung\nAufgaben\nKapitel 3\nTeil 4\nBerufliche Umschulung\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n58\n59\n60\n61\n62\n63\nUmschulungsordnung\nUmschulungsprüfungsregelungen der zuständigen Stellen\nUmschulung für einen anerkannten Ausbildungsberuf\nBerücksichtigung ausländischer Vorqualifikationen\nUmschulungsmaßnahmen; Umschulungsprüfungen\nGleichstellung von Prüfungszeugnissen\nBerufsbildungsforschung,\nPlanung und Statistik\n§\n§\n§\n§\n§\n84\n85\n86\n87\n88\nZiele der Berufsbildungsforschung\nZiele der Berufsbildungsplanung\nBerufsbildungsbericht\nZweck und Durchführung der Berufsbildungsstatistik\nErhebungen\nKapitel 4\nTeil 5\nBerufsbildung für besondere Personengruppen\nAbschnitt 1\nBerufsbildung behinderter Menschen\n§\n§\n§\n§\n64\n65\n66\n67\nBerufsausbildung\nBerufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen\nAusbildungsregelungen der zuständigen Stellen\nBerufliche Fortbildung, berufliche Umschulung\nAbschnitt 2\nBerufsausbildungsvorbereitung\n§ 68\n§ 69\n§ 70\nPersonenkreis und Anforderungen\nQualifizierungsbausteine, Bescheinigung\nÜberwachung, Beratung\nTeil 3\nOrganisation der Berufsbildung\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n§\n89\n90\n91\n92\n93\n94\n95\n96\n97\n98\n99\n100\nBundesinstitut für Berufsbildung\nAufgaben\nOrgane\nHauptausschuss\nPräsident oder Präsidentin\nWissenschaftlicher Beirat\nAusschuss für Fragen behinderter Menschen\nFinanzierung des Bundesinstituts für Berufsbildung\nHaushalt\nSatzung\nPersonal\nAufsicht über das Bundesinstitut für Berufsbildung\nTeil 6\nBußgeldvorschriften\n§ 101\nBußgeldvorschriften\nKapitel 1\nTeil 7\nZuständige Stellen; zuständige Behörden\nÜbergangs- und Schlussvorschriften\nAbschnitt 1\nBestimmung der zuständigen Stelle\n§ 71\n§ 72\n§ 73\nBundesinstitut für Berufsbildung\nZuständige Stellen\nBestimmung durch Rechtsverordnung\nZuständige Stellen im Bereich des öffentlichen Dienstes\n§ 102\n§\n§\n§\n§\n103\n104\n105\n106\nGleichstellung von Abschlusszeugnissen im Rahmen der\ndeutschen Einheit\nFortgeltung bestehender Regelungen\nÜbertragung von Zuständigkeiten\nEvaluation\nÜbergangsregelung",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nTeil 1\nAllgemeine Vorschriften\n§1\nZiele und Begriffe der Berufsbildung\n(1) Berufsbildung im Sinne dieses Gesetzes sind die\nBerufsausbildungsvorbereitung, die Berufsausbildung,\ndie berufliche Fortbildung und die berufliche Umschu-\nlung.\n(2) Die Berufsausbildungsvorbereitung dient dem Ziel,\ndurch die Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb\nberuflicher Handlungsfähigkeit an eine Berufsausbil-\ndung in einem anerkannten Ausbildungsberuf heranzu-\nführen.\n(3) Die Berufsausbildung hat die für die Ausübung\neiner qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich\nwandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertig-\nkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Hand-\nlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang\nzu vermitteln. Sie hat ferner den Erwerb der erforder-\nlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen.\n(4) Die berufliche Fortbildung soll es ermöglichen,\n1. die berufliche Handlungsfähigkeit durch eine Anpas-\nsungsfortbildung zu erhalten und anzupassen oder\n2. die berufliche Handlungsfähigkeit durch eine Fort-\nbildung der höherqualifizierenden Berufsbildung zu\nerweitern und beruflich aufzusteigen.\n(5) Die berufliche Umschulung soll zu einer anderen\nberuflichen Tätigkeit befähigen.\n§2\nLernorte der Berufsbildung\n(1) Berufsbildung wird durchgeführt\n1. in Betrieben der Wirtschaft, in vergleichbaren Ein-\nrichtungen außerhalb der Wirtschaft, insbesondere\ndes öffentlichen Dienstes, der Angehörigen freier\nBerufe und in Haushalten (betriebliche Berufsbil-\ndung),\n2. in berufsbildenden Schulen (schulische Berufsbil-\ndung) und\n923\nder Grundlage des Hochschulrahmengesetzes und\nder Hochschulgesetze der Länder durchgeführt wird,\n2. die Berufsbildung in einem öffentlich-rechtlichen\nDienstverhältnis,\n3. die Berufsbildung auf Kauffahrteischiffen, die nach\ndem Flaggenrechtsgesetz die Bundesflagge führen,\nsoweit es sich nicht um Schiffe der kleinen Hoch-\nseefischerei oder der Küstenfischerei handelt.\n(3) Für die Berufsbildung in Berufen der Handwerks-\nordnung gelten die §§ 4 bis 9, 27 bis 49, 53 bis 70, 76\nbis 80 sowie 101 Absatz 1 Nummer 1 bis 4 sowie Num-\nmer 6 bis 10 nicht; insoweit gilt die Handwerksordnung.\nTeil 2\nBerufsbildung\nKapitel 1\nBerufsausbildung\nAbschnitt 1\nOrdnung der Berufsausbildung;\nAnerkennung von Ausbildungsberufen\n§4\nAnerkennung von Ausbildungsberufen\n(1) Als Grundlage für eine geordnete und einheitliche\nBerufsausbildung kann das Bundesministerium für\nWirtschaft und Energie oder das sonst zuständige\nFachministerium im Einvernehmen mit dem Bundesmi-\nnisterium für Bildung und Forschung durch Rechtsver-\nordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates\nbedarf, Ausbildungsberufe staatlich anerkennen und\nhierfür Ausbildungsordnungen nach § 5 erlassen.\n(2) Für einen anerkannten Ausbildungsberuf darf nur\nnach der Ausbildungsordnung ausgebildet werden.\n(3) In anderen als anerkannten Ausbildungsberufen\ndürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht ausgebildet\nwerden, soweit die Berufsausbildung nicht auf den Be-\nsuch weiterführender Bildungsgänge vorbereitet.\n(2) Die Lernorte nach Absatz 1 wirken bei der Durch-\nführung der Berufsbildung zusammen (Lernortkoopera-\ntion).\n(4) Wird die Ausbildungsordnung eines Ausbildungs-\nberufs aufgehoben oder geändert, so sind für beste-\nhende Berufsausbildungsverhältnisse weiterhin die Vor-\nschriften, die bis zum Zeitpunkt der Aufhebung oder der\nÄnderung gelten, anzuwenden, es sei denn, die\nändernde Verordnung sieht eine abweichende Rege-\nlung vor.\n(3) Teile der Berufsausbildung können im Ausland\ndurchgeführt werden, wenn dies dem Ausbildungsziel\ndient. Ihre Gesamtdauer soll ein Viertel der in der Aus-\nbildungsordnung festgelegten Ausbildungsdauer nicht\nüberschreiten.\n§5\n3. in sonstigen Berufsbildungseinrichtungen außerhalb\nder schulischen und betrieblichen Berufsbildung\n(außerbetriebliche Berufsbildung).\n(5) Das zuständige Fachministerium informiert die\nLänder frühzeitig über Neuordnungskonzepte und be-\nzieht sie in die Abstimmung ein.\nAusbildungsordnung\n§3\nAnwendungsbereich\n(1) Dieses Gesetz gilt für die Berufsbildung, soweit\nsie nicht in berufsbildenden Schulen durchgeführt wird,\ndie den Schulgesetzen der Länder unterstehen.\n(2) Dieses Gesetz gilt nicht für\n1. die Berufsbildung, die in berufsqualifizierenden oder\nvergleichbaren Studiengängen an Hochschulen auf\n(1) Die Ausbildungsordnung hat festzulegen\n1. die Bezeichnung des Ausbildungsberufes, der aner-\nkannt wird,\n2. die Ausbildungsdauer; sie soll nicht mehr als drei\nund nicht weniger als zwei Jahre betragen,\n3. die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähig-\nkeiten, die mindestens Gegenstand der Berufsaus-\nbildung sind (Ausbildungsberufsbild),",
        "924\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n4. eine Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliede-\nrung der Vermittlung der beruflichen Fertigkeiten,\nKenntnisse und Fähigkeiten (Ausbildungsrahmen-\nplan),\n5. die Prüfungsanforderungen.\nBei der Festlegung der Fertigkeiten, Kenntnisse und\nFähigkeiten nach Satz 1 Nummer 3 ist insbesondere\ndie technologische und digitale Entwicklung zu beach-\nten.\n(2) Die Ausbildungsordnung kann vorsehen,\n1.\n2.\ndass die Berufsausbildung in sachlich und zeitlich\nbesonders gegliederten, aufeinander aufbauenden\nStufen erfolgt; nach den einzelnen Stufen soll ein\nAusbildungsabschluss vorgesehen werden, der so-\nwohl zu einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im\nSinne des § 1 Absatz 3 befähigt als auch die Fort-\nsetzung der Berufsausbildung in weiteren Stufen\nermöglicht (Stufenausbildung),\ndass die Abschlussprüfung in zwei zeitlich aus-\neinanderfallenden Teilen durchgeführt wird,\n2a. dass im Fall einer Regelung nach Nummer 2 bei\nnicht bestandener Abschlussprüfung in einem drei-\noder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberuf, der auf\neinem zweijährigen Ausbildungsberuf aufbaut, der\nAbschluss des zweijährigen Ausbildungsberufs\nerworben wird, sofern im ersten Teil der Abschluss-\nprüfung mindestens ausreichende Prüfungsleistun-\ngen erbracht worden sind,\n2b. dass Auszubildende bei erfolgreichem Abschluss\neines zweijährigen Ausbildungsberufs vom ersten\nTeil der Abschlussprüfung oder einer Zwischenprü-\nfung eines darauf aufbauenden drei- oder dreiein-\nhalbjährigen Ausbildungsberufs befreit sind,\n3.\n4.\ndass abweichend von § 4 Absatz 4 die Berufsaus-\nbildung in diesem Ausbildungsberuf unter Anrech-\nnung der bereits zurückgelegten Ausbildungszeit\nfortgesetzt werden kann, wenn die Vertragspar-\nteien dies vereinbaren,\ndass auf die Dauer der durch die Ausbildungsord-\nnung geregelten Berufsausbildung die Dauer einer\nanderen abgeschlossenen Berufsausbildung ganz\noder teilweise anzurechnen ist,\n5.\ndass über das in Absatz 1 Nummer 3 beschriebene\nAusbildungsberufsbild hinaus zusätzliche beruf-\nliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten ver-\nmittelt werden können, die die berufliche Hand-\nlungsfähigkeit ergänzen oder erweitern,\n6.\ndass Teile der Berufsausbildung in geeigneten\nEinrichtungen außerhalb der Ausbildungsstätte\ndurchgeführt werden, wenn und soweit es die\nBerufsausbildung erfordert (überbetriebliche Be-\nrufsausbildung).\nIm Fall des Satzes 1 Nummer 2a bedarf es eines An-\ntrags der Auszubildenden. Im Fall des Satzes 1 Num-\nmer 4 bedarf es der Vereinbarung der Vertragsparteien.\nIm Rahmen der Ordnungsverfahren soll stets geprüft\nwerden, ob Regelungen nach Nummer 1, 2, 2a, 2b\nund 4 sinnvoll und möglich sind.\n§6\nErprobung neuer\nAusbildungs- und Prüfungsformen\nZur Entwicklung und Erprobung neuer Ausbildungs-\nund Prüfungsformen kann das Bundesministerium für\nWirtschaft und Energie oder das sonst zuständige\nFachministerium im Einvernehmen mit dem Bundes-\nministerium für Bildung und Forschung nach Anhörung\ndes Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufs-\nbildung durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustim-\nmung des Bundesrates bedarf, Ausnahmen von § 4\nAbsatz 2 und 3 sowie den §§ 5, 37 und 48 zulassen,\ndie auch auf eine bestimmte Art und Zahl von Ausbil-\ndungsstätten beschränkt werden können.\n§7\nAnrechnung beruflicher\nVorbildung auf die Ausbildungsdauer\n(1) Die Landesregierungen können nach Anhörung\ndes Landesausschusses für Berufsbildung durch\nRechtsverordnung bestimmen, dass der Besuch eines\nBildungsganges berufsbildender Schulen oder die Be-\nrufsausbildung in einer sonstigen Einrichtung ganz oder\nteilweise auf die Ausbildungsdauer angerechnet wird.\nDie Ermächtigung kann durch Rechtsverordnung auf\noberste Landesbehörden weiter übertragen werden.\n(2) Ist keine Rechtsverordnung nach Absatz 1 erlas-\nsen, kann eine Anrechnung durch die zuständige Stelle\nim Einzelfall erfolgen. Für die Entscheidung über die\nAnrechnung auf die Ausbildungsdauer kann der Haupt-\nausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Emp-\nfehlungen beschließen.\n(3) Die Anrechnung bedarf des gemeinsamen An-\ntrags der Auszubildenden und der Ausbildenden. Der\nAntrag ist an die zuständige Stelle zu richten. Er kann\nsich auf Teile des höchstzulässigen Anrechnungszeit-\nraums beschränken.\n(4) Ein Anrechnungszeitraum muss in ganzen Mona-\nten durch sechs teilbar sein.\n§ 7a\nTeilzeitberufsausbildung\n(1) Die Berufsausbildung kann in Teilzeit durch-\ngeführt werden. Im Berufsausbildungsvertrag ist für\ndie gesamte Ausbildungszeit oder für einen bestimmten\nZeitraum der Berufsausbildung die Verkürzung der täg-\nlichen oder der wöchentlichen Ausbildungszeit zu ver-\neinbaren. Die Kürzung der täglichen oder der wöchent-\nlichen Ausbildungszeit darf nicht mehr als 50 Prozent\nbetragen.\n(2) Die Dauer der Teilzeitberufsausbildung verlängert\nsich entsprechend, höchstens jedoch bis zum Einein-\nhalbfachen der Dauer, die in der Ausbildungsordnung\nfür die betreffende Berufsausbildung in Vollzeit festge-\nlegt ist. Die Dauer der Teilzeitberufsausbildung ist auf\nganze Monate abzurunden. § 8 Absatz 2 bleibt unbe-\nrührt.\n(3) Auf Verlangen der Auszubildenden verlängert\nsich die Ausbildungsdauer auch über die Höchstdauer\nnach Absatz 2 Satz 1 hinaus bis zur nächsten mög-\nlichen Abschlussprüfung.",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n(4) Der Antrag auf Eintragung des Berufsausbil-\ndungsvertrages nach § 36 Absatz 1 in das Verzeichnis\nder Berufsausbildungsverhältnisse für eine Teilzeitbe-\nrufsausbildung kann mit einem Antrag auf Verkürzung\nder Ausbildungsdauer nach § 8 Absatz 1 verbunden\nwerden.\n§8\nVerkürzung oder\nVerlängerung der Ausbildungsdauer\n(1) Auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden\nund der Ausbildenden hat die zuständige Stelle die\nAusbildungsdauer zu kürzen, wenn zu erwarten ist,\ndass das Ausbildungsziel in der gekürzten Dauer er-\nreicht wird.\n(2) In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf\nAntrag Auszubildender die Ausbildungsdauer verlän-\ngern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das\nAusbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung\nüber die Verlängerung sind die Ausbildenden zu hören.\n(3) Für die Entscheidung über die Verkürzung oder\nVerlängerung der Ausbildungsdauer kann der Haupt-\nausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung Emp-\nfehlungen beschließen.\n§9\nRegelungsbefugnis\nSoweit Vorschriften nicht bestehen, regelt die zu-\nständige Stelle die Durchführung der Berufsausbildung\nim Rahmen dieses Gesetzes.\nAbschnitt 2\nBerufsausbildungsverhältnis\nUnterabschnitt 1\nBegründung des\nAusbildungsverhältnisses\n§ 10\nVertrag\n(1) Wer andere Personen zur Berufsausbildung ein-\nstellt (Ausbildende), hat mit den Auszubildenden einen\nBerufsausbildungsvertrag zu schließen.\n(2) Auf den Berufsausbildungsvertrag sind, soweit\nsich aus seinem Wesen und Zweck und aus diesem\nGesetz nichts anderes ergibt, die für den Arbeitsvertrag\ngeltenden Rechtsvorschriften und Rechtsgrundsätze\nanzuwenden.\n(3) Schließen die gesetzlichen Vertreter oder Vertre-\nterinnen mit ihrem Kind einen Berufsausbildungsvertrag,\nso sind sie von dem Verbot des § 181 des Bürgerlichen\nGesetzbuchs befreit.\n(4) Ein Mangel in der Berechtigung, Auszubildende\neinzustellen oder auszubilden, berührt die Wirksamkeit\ndes Berufsausbildungsvertrages nicht.\n(5) Zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen der\nAusbildenden können mehrere natürliche oder juristische\nPersonen in einem Ausbildungsverbund zusammen-\nwirken, soweit die Verantwortlichkeit für die einzelnen\nAusbildungsabschnitte sowie für die Ausbildungszeit ins-\ngesamt sichergestellt ist (Verbundausbildung).\n925\n§ 11\nVertragsniederschrift\n(1) Ausbildende haben unverzüglich nach Abschluss\ndes Berufsausbildungsvertrages, spätestens vor Be-\nginn der Berufsausbildung, den wesentlichen Inhalt\ndes Vertrages gemäß Satz 2 schriftlich niederzulegen;\ndie elektronische Form ist ausgeschlossen. In die Nie-\nderschrift sind mindestens aufzunehmen\n1. Art, sachliche und zeitliche Gliederung sowie Ziel\nder Berufsausbildung, insbesondere die Berufstä-\ntigkeit, für die ausgebildet werden soll,\n2. Beginn und Dauer der Berufsausbildung,\n3. Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbil-\ndungsstätte,\n4. Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit,\n5. Dauer der Probezeit,\n6. Zahlung und Höhe der Vergütung,\n7. Dauer des Urlaubs,\n8. Voraussetzungen, unter denen der Berufsausbil-\ndungsvertrag gekündigt werden kann,\n9. ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die\nTarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen,\ndie auf das Berufsausbildungsverhältnis anzuwen-\nden sind,\n10. die Form des Ausbildungsnachweises nach § 13\nSatz 2 Nummer 7.\n(2) Die Niederschrift ist von den Ausbildenden, den\nAuszubildenden und deren gesetzlichen Vertretern und\nVertreterinnen zu unterzeichnen.\n(3) Ausbildende haben den Auszubildenden und de-\nren gesetzlichen Vertretern und Vertreterinnen eine\nAusfertigung der unterzeichneten Niederschrift unver-\nzüglich auszuhändigen.\n(4) Bei Änderungen des Berufsausbildungsvertrages\ngelten die Absätze 1 bis 3 entsprechend.\n§ 12\nNichtige Vereinbarungen\n(1) Eine Vereinbarung, die Auszubildende für die Zeit\nnach Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses\nin der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit beschränkt,\nist nichtig. Dies gilt nicht, wenn sich Auszubildende\ninnerhalb der letzten sechs Monate des Berufsaus-\nbildungsverhältnisses dazu verpflichten, nach dessen\nBeendigung mit den Ausbildenden ein Arbeitsverhältnis\neinzugehen.\n(2) Nichtig ist eine Vereinbarung über\n1. die Verpflichtung Auszubildender, für die Berufsaus-\nbildung eine Entschädigung zu zahlen,\n2. Vertragsstrafen,\n3. den Ausschluss oder die Beschränkung von Scha-\ndensersatzansprüchen,\n4. die Festsetzung der Höhe eines Schadensersatzes\nin Pauschbeträgen.",
        "926\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nUnterabschnitt 2\nPflichten der Auszubildenden\n§ 13\nVerhalten während der Berufsausbildung\nAuszubildende haben sich zu bemühen, die beruf-\nliche Handlungsfähigkeit zu erwerben, die zum Errei-\nchen des Ausbildungsziels erforderlich ist. Sie sind\ninsbesondere verpflichtet,\n1. die ihnen im Rahmen ihrer Berufsausbildung aufge-\ntragenen Aufgaben sorgfältig auszuführen,\n(3) Auszubildenden dürfen nur Aufgaben übertragen\nwerden, die dem Ausbildungszweck dienen und ihren\nkörperlichen Kräften angemessen sind.\n§ 15\nFreistellung, Anrechnung\n(1) Ausbildende dürfen Auszubildende vor einem\nvor 9 Uhr beginnenden Berufsschulunterricht nicht be-\nschäftigen. Sie haben Auszubildende freizustellen\n1. für die Teilnahme am Berufsschulunterricht,\n2. an Ausbildungsmaßnahmen teilzunehmen, für die sie\nnach § 15 freigestellt werden,\n2. an einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unter-\nrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten, einmal\nin der Woche,\n3. den Weisungen zu folgen, die ihnen im Rahmen der\nBerufsausbildung von Ausbildenden, von Ausbildern\noder Ausbilderinnen oder von anderen weisungsbe-\nrechtigten Personen erteilt werden,\n3. in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Block-\nunterricht von mindestens 25 Stunden an mindes-\ntens fünf Tagen,\n4. die für die Ausbildungsstätte geltende Ordnung zu\nbeachten,\n5. Werkzeug, Maschinen und sonstige Einrichtungen\npfleglich zu behandeln,\n6. über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Still-\nschweigen zu wahren,\n4. für die Teilnahme an Prüfungen und Ausbildungs-\nmaßnahmen, die auf Grund öffentlich-rechtlicher\noder vertraglicher Bestimmungen außerhalb der\nAusbildungsstätte durchzuführen sind, und\n5. an dem Arbeitstag, der der schriftlichen Abschluss-\nprüfung unmittelbar vorangeht.\n7. einen schriftlichen oder elektronischen Ausbildungs-\nnachweis zu führen.\nIm Fall von Satz 2 Nummer 3 sind zusätzliche betrieb-\nliche Ausbildungsveranstaltungen bis zu zwei Stunden\nwöchentlich zulässig.\nUnterabschnitt 3\n(2) Auf die Ausbildungszeit der Auszubildenden wer-\nden angerechnet\nPflichten der Ausbildenden\n§ 14\nBerufsausbildung\n(1) Ausbildende haben\n1. dafür zu sorgen, dass den Auszubildenden die be-\nrufliche Handlungsfähigkeit vermittelt wird, die zum\nErreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist, und\ndie Berufsausbildung in einer durch ihren Zweck ge-\nbotenen Form planmäßig, zeitlich und sachlich ge-\ngliedert so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel\nin der vorgesehenen Ausbildungszeit erreicht wer-\nden kann,\n2. selbst auszubilden oder einen Ausbilder oder eine\nAusbilderin ausdrücklich damit zu beauftragen,\n3. Auszubildenden kostenlos die Ausbildungsmittel, ins-\nbesondere Werkzeuge, Werkstoffe und Fachliteratur\nzur Verfügung zu stellen, die zur Berufsausbildung\nund zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprü-\nfungen, auch soweit solche nach Beendigung des\nBerufsausbildungsverhältnisses stattfinden, erforder-\nlich sind,\n4. Auszubildende zum Besuch der Berufsschule anzu-\nhalten,\n5. dafür zu sorgen, dass Auszubildende charakterlich\ngefördert sowie sittlich und körperlich nicht gefähr-\ndet werden.\n(2) Ausbildende haben Auszubildende zum Führen\nder Ausbildungsnachweise nach § 13 Satz 2 Nummer 7\nanzuhalten und diese regelmäßig durchzusehen. Den\nAuszubildenden ist Gelegenheit zu geben, den Ausbil-\ndungsnachweis am Arbeitsplatz zu führen.\n1. die Berufsschulunterrichtszeit einschließlich der Pau-\nsen nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 1,\n2. Berufsschultage nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 mit\nder durchschnittlichen täglichen Ausbildungszeit,\n3. Berufsschulwochen nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 3\nmit der durchschnittlichen wöchentlichen Ausbil-\ndungszeit,\n4. die Freistellung nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 mit\nder Zeit der Teilnahme einschließlich der Pausen\nund\n5. die Freistellung nach Absatz 1 Satz 2 Nummer 5 mit\nder durchschnittlichen täglichen Ausbildungszeit.\n(3) Für Auszubildende unter 18 Jahren gilt das\nJugendarbeitsschutzgesetz.\n§ 16\nZeugnis\n(1) Ausbildende haben den Auszubildenden bei\nBeendigung des Berufsausbildungsverhältnisses ein\nschriftliches Zeugnis auszustellen. Die elektronische\nForm ist ausgeschlossen. Haben Ausbildende die Be-\nrufsausbildung nicht selbst durchgeführt, so soll auch\nder Ausbilder oder die Ausbilderin das Zeugnis unter-\nschreiben.\n(2) Das Zeugnis muss Angaben enthalten über Art,\nDauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die\nerworbenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und\nFähigkeiten der Auszubildenden. Auf Verlangen Auszu-\nbildender sind auch Angaben über Verhalten und Leis-\ntung aufzunehmen.",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nUnterabschnitt 4\nVergütung\n§ 17\nVergütungsanspruch\nund Mindestvergütung\n(1) Ausbildende haben Auszubildenden eine ange-\nmessene Vergütung zu gewähren. Die Vergütung steigt\nmit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jähr-\nlich, an.\n(2) Die Angemessenheit der Vergütung ist ausge-\nschlossen, wenn sie folgende monatliche Mindestver-\ngütung unterschreitet:\n1. im ersten Jahr einer Berufsausbildung\na) 515 Euro, wenn die Berufsausbildung im Zeitraum\nvom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020\nbegonnen wird,\nb) 550 Euro, wenn die Berufsausbildung im Zeitraum\nvom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021\nbegonnen wird,\nc) 585 Euro, wenn die Berufsausbildung im Zeitraum\nvom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022\nbegonnen wird, und\nd) 620 Euro, wenn die Berufsausbildung im Zeitraum\nvom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023\nbegonnen wird,\n2. im zweiten Jahr einer Berufsausbildung den Betrag\nnach Nummer 1 für das jeweilige Jahr, in dem die\nBerufsausbildung begonnen worden ist, zuzüglich\n18 Prozent,\n3. im dritten Jahr einer Berufsausbildung den Betrag\nnach Nummer 1 für das jeweilige Jahr, in dem die\nBerufsausbildung begonnen worden ist, zuzüglich\n35 Prozent und\n4. im vierten Jahr einer Berufsausbildung den Betrag\nnach Nummer 1 für das jeweilige Jahr, in dem die\nBerufsausbildung begonnen worden ist, zuzüglich\n40 Prozent.\nDie Höhe der Mindestvergütung nach Satz 1 Nummer 1\nwird zum 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals zum\n1. Januar 2024, fortgeschrieben. Die Fortschreibung\nentspricht dem rechnerischen Mittel der nach § 88 Ab-\nsatz 1 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe g erhobenen Aus-\nbildungsvergütungen im Vergleich der beiden dem Jahr\nder Bekanntgabe vorausgegangenen Kalenderjahre.\nDabei ist der sich ergebende Betrag bis unter 0,50 Euro\nabzurunden sowie von 0,50 Euro an aufzurunden. Das\nBundesministerium für Bildung und Forschung gibt\njeweils spätestens bis zum 1. November eines jeden\nKalenderjahres die Höhe der Mindestvergütung nach\nSatz 1 Nummer 1 bis 4, die für das folgende Kalender-\njahr maßgebend ist, im Bundesgesetzblatt bekannt. Die\nnach den Sätzen 2 bis 5 fortgeschriebene Höhe der\nMindestvergütung für das erste Jahr einer Berufsaus-\nbildung gilt für Berufsausbildungen, die im Jahr der\nFortschreibung begonnen werden. Die Aufschläge nach\nSatz 1 Nummer 2 bis 4 für das zweite bis vierte Jahr\neiner Berufsausbildung sind auf der Grundlage dieses\nBetrages zu berechnen.\n(3) Angemessen ist auch eine für den Ausbildenden\nnach § 3 Absatz 1 des Tarifvertragsgesetzes geltende\ntarifvertragliche Vergütungsregelung, durch die die in\n927\nAbsatz 2 genannte jeweilige Mindestvergütung unter-\nschritten wird. Nach Ablauf eines Tarifvertrages nach\nSatz 1 gilt dessen Vergütungsregelung für bereits be-\ngründete Ausbildungsverhältnisse weiterhin als ange-\nmessen, bis sie durch einen neuen oder ablösenden\nTarifvertrag ersetzt wird.\n(4) Die Angemessenheit der vereinbarten Vergütung\nist auch dann, wenn sie die Mindestvergütung nach\nAbsatz 2 nicht unterschreitet, in der Regel ausge-\nschlossen, wenn sie die Höhe der in einem Tarifvertrag\ngeregelten Vergütung, in dessen Geltungsbereich das\nAusbildungsverhältnis fällt, an den der Ausbildende\naber nicht gebunden ist, um mehr als 20 Prozent unter-\nschreitet.\n(5) Bei einer Teilzeitberufsausbildung kann eine nach\nden Absätzen 2 bis 4 zu gewährende Vergütung unter-\nschritten werden. Die Angemessenheit der Vergütung\nist jedoch ausgeschlossen, wenn die prozentuale Kür-\nzung der Vergütung höher ist als die prozentuale Kür-\nzung der täglichen oder der wöchentlichen Arbeitszeit.\n(6) Sachleistungen können in Höhe der nach § 17\nAbsatz 1 Satz 1 Nummer 4 des Vierten Buches Sozial-\ngesetzbuch festgesetzten Sachbezugswerte angerech-\nnet werden, jedoch nicht über 75 Prozent der Brutto-\nvergütung hinaus.\n(7) Eine über die vereinbarte regelmäßige tägliche\nAusbildungszeit hinausgehende Beschäftigung ist be-\nsonders zu vergüten oder durch die Gewährung ent-\nsprechender Freizeit auszugleichen.\n§ 18\nBemessung und Fälligkeit der Vergütung\n(1) Die Vergütung bemisst sich nach Monaten. Bei\nBerechnung der Vergütung für einzelne Tage wird der\nMonat zu 30 Tagen gerechnet.\n(2) Ausbildende haben die Vergütung für den laufen-\nden Kalendermonat spätestens am letzten Arbeitstag\ndes Monats zu zahlen.\n(3) Gilt für Ausbildende nicht nach § 3 Absatz 1 des\nTarifvertragsgesetzes eine tarifvertragliche Vergütungs-\nregelung, sind sie verpflichtet, den bei ihnen beschäf-\ntigten Auszubildenden spätestens zu dem in Absatz 2\ngenannten Zeitpunkt eine Vergütung mindestens in der\nbei Beginn der Berufsausbildung geltenden Höhe der\nMindestvergütung nach § 17 Absatz 2 Satz 1 zu zahlen.\nSatz 1 findet bei einer Teilzeitberufsausbildung mit der\nMaßgabe Anwendung, dass die Vergütungshöhe min-\ndestens dem prozentualen Anteil an der Arbeitszeit ent-\nsprechen muss.\n§ 19\nFortzahlung der Vergütung\n(1) Auszubildenden ist die Vergütung auch zu zahlen\n1. für die Zeit der Freistellung (§ 15),\n2. bis zur Dauer von sechs Wochen, wenn sie\na) sich für die Berufsausbildung bereithalten, diese\naber ausfällt oder\nb) aus einem sonstigen, in ihrer Person liegenden\nGrund unverschuldet verhindert sind, ihre Pflich-\nten aus dem Berufsausbildungsverhältnis zu er-\nfüllen.",
        "928\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n(2) Können Auszubildende während der Zeit, für wel-\nche die Vergütung fortzuzahlen ist, aus berechtigtem\nGrund Sachleistungen nicht abnehmen, so sind diese\nnach den Sachbezugswerten (§ 17 Absatz 6) abzugel-\nten.\ntreten hat. Dies gilt nicht im Falle des § 22 Absatz 2\nNummer 2.\nUnterabschnitt 5\nUnterabschnitt 6\nBeginn und Beendigung\ndes Ausbildungsverhältnisses\nSonstige Vorschriften\n§ 20\nProbezeit\n(2) Der Anspruch erlischt, wenn er nicht innerhalb\nvon drei Monaten nach Beendigung des Berufsaus-\nbildungsverhältnisses geltend gemacht wird.\n§ 24\nWeiterarbeit\nDas Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit der\nProbezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf\nhöchstens vier Monate betragen.\nWerden Auszubildende im Anschluss an das Berufs-\nausbildungsverhältnis beschäftigt, ohne dass hierüber\nausdrücklich etwas vereinbart worden ist, so gilt ein\nArbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit als begründet.\n§ 21\n§ 25\nBeendigung\nUnabdingbarkeit\n(1) Das Berufsausbildungsverhältnis endet mit dem\nAblauf der Ausbildungsdauer. Im Falle der Stufenaus-\nbildung endet es mit Ablauf der letzten Stufe.\nEine Vereinbarung, die zuungunsten Auszubildender\nvon den Vorschriften dieses Teils des Gesetzes ab-\nweicht, ist nichtig.\n(2) Bestehen Auszubildende vor Ablauf der Aus-\nbildungsdauer die Abschlussprüfung, so endet das\nBerufsausbildungsverhältnis mit Bekanntgabe des Er-\ngebnisses durch den Prüfungsausschuss.\n§ 26\nAndere Vertragsverhältnisse\n(1) Während der Probezeit kann das Berufsaus-\nbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kün-\ndigungsfrist gekündigt werden.\nSoweit nicht ein Arbeitsverhältnis vereinbart ist, gel-\nten für Personen, die eingestellt werden, um berufliche\nFertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten oder berufliche\nErfahrungen zu erwerben, ohne dass es sich um eine\nBerufsausbildung im Sinne dieses Gesetzes handelt,\ndie §§ 10 bis 16 und 17 Absatz 1, 6 und 7 sowie die\n§§ 18 bis 23 und 25 mit der Maßgabe, dass die gesetz-\nliche Probezeit abgekürzt, auf die Vertragsniederschrift\nverzichtet und bei vorzeitiger Lösung des Vertragsver-\nhältnisses nach Ablauf der Probezeit abweichend von\n§ 23 Absatz 1 Satz 1 Schadensersatz nicht verlangt\nwerden kann.\n(2) Nach der Probezeit kann das Berufsausbildungs-\nverhältnis nur gekündigt werden\nAbschnitt 3\n1. aus einem wichtigen Grund ohne Einhalten einer\nKündigungsfrist,\nEignung von\nAusbildungsstätte und Ausbildungspersonal\n(3) Bestehen Auszubildende die Abschlussprüfung\nnicht, so verlängert sich das Berufsausbildungsverhält-\nnis auf ihr Verlangen bis zur nächstmöglichen Wieder-\nholungsprüfung, höchstens um ein Jahr.\n§ 22\nKündigung\n2. von Auszubildenden mit einer Kündigungsfrist von\nvier Wochen, wenn sie die Berufsausbildung auf-\ngeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit aus-\nbilden lassen wollen.\n(3) Die Kündigung muss schriftlich und in den Fällen\ndes Absatzes 2 unter Angabe der Kündigungsgründe\nerfolgen.\n(4) Eine Kündigung aus einem wichtigen Grund ist\nunwirksam, wenn die ihr zugrunde liegenden Tatsachen\ndem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wo-\nchen bekannt sind. Ist ein vorgesehenes Güteverfahren\nvor einer außergerichtlichen Stelle eingeleitet, so wird\nbis zu dessen Beendigung der Lauf dieser Frist ge-\nhemmt.\n§ 23\nSchadensersatz bei vorzeitiger Beendigung\n(1) Wird das Berufsausbildungsverhältnis nach der\nProbezeit vorzeitig gelöst, so können Ausbildende oder\nAuszubildende Ersatz des Schadens verlangen, wenn\ndie andere Person den Grund für die Auflösung zu ver-\n§ 27\nEignung der Ausbildungsstätte\n(1) Auszubildende dürfen nur eingestellt und ausge-\nbildet werden, wenn\n1. die Ausbildungsstätte nach Art und Einrichtung für\ndie Berufsausbildung geeignet ist und\n2. die Zahl der Auszubildenden in einem angemesse-\nnen Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze oder\nzur Zahl der beschäftigten Fachkräfte steht, es sei\ndenn, dass anderenfalls die Berufsausbildung nicht\ngefährdet wird.\n(2) Eine Ausbildungsstätte, in der die erforderlichen\nberuflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten\nnicht im vollen Umfang vermittelt werden können, gilt\nals geeignet, wenn diese durch Ausbildungsmaßnah-\nmen außerhalb der Ausbildungsstätte vermittelt wer-\nden.\n(3) Eine Ausbildungsstätte ist nach Art und Einrich-\ntung für die Berufsausbildung in Berufen der Landwirt-\nschaft, einschließlich der ländlichen Hauswirtschaft, nur",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\ngeeignet, wenn sie von der nach Landesrecht zustän-\ndigen Behörde als Ausbildungsstätte anerkannt ist. Das\nBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft\nkann im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für\nBildung und Forschung nach Anhörung des Hauptaus-\nschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung durch\nRechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bun-\ndesrates bedarf, Mindestanforderungen für die Größe,\ndie Einrichtung und den Bewirtschaftungszustand der\nAusbildungsstätte festsetzen.\n(4) Eine Ausbildungsstätte ist nach Art und Einrich-\ntung für die Berufsausbildung in Berufen der Hauswirt-\nschaft nur geeignet, wenn sie von der nach Landesrecht\nzuständigen Behörde als Ausbildungsstätte anerkannt\nist. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie\nkann im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für\nBildung und Forschung nach Anhörung des Hauptaus-\nschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung durch\nRechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bun-\ndesrates bedarf, Mindestanforderungen für die Größe,\ndie Einrichtung und den Bewirtschaftungszustand der\nAusbildungsstätte festsetzen.\n§ 28\nEignung von Ausbildenden\nund Ausbildern oder Ausbilderinnen\n(1) Auszubildende darf nur einstellen, wer persönlich\ngeeignet ist. Auszubildende darf nur ausbilden, wer\npersönlich und fachlich geeignet ist.\n(2) Wer fachlich nicht geeignet ist oder wer nicht\nselbst ausbildet, darf Auszubildende nur dann einstellen,\nwenn er persönlich und fachlich geeignete Ausbilder\noder Ausbilderinnen bestellt, die die Ausbildungsinhalte\nin der Ausbildungsstätte unmittelbar, verantwortlich und\nin wesentlichem Umfang vermitteln.\n(3) Unter der Verantwortung des Ausbilders oder der\nAusbilderin kann bei der Berufsausbildung mitwirken,\nwer selbst nicht Ausbilder oder Ausbilderin ist, aber ab-\nweichend von den besonderen Voraussetzungen des\n§ 30 die für die Vermittlung von Ausbildungsinhalten\nerforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und\nFähigkeiten besitzt und persönlich geeignet ist.\n§ 29\nPersönliche Eignung\nPersönlich nicht geeignet ist insbesondere, wer\n1. Kinder und Jugendliche nicht beschäftigen darf oder\n2. wiederholt oder schwer gegen dieses Gesetz oder\ndie auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Vorschrif-\nten und Bestimmungen verstoßen hat.\n§ 30\nFachliche Eignung\n(1) Fachlich geeignet ist, wer die beruflichen sowie\ndie berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten,\nKenntnisse und Fähigkeiten besitzt, die für die Vermitt-\nlung der Ausbildungsinhalte erforderlich sind.\n(2) Die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kennt-\nnisse und Fähigkeiten besitzt, wer\n1. die Abschlussprüfung in einer dem Ausbildungsbe-\nruf entsprechenden Fachrichtung bestanden hat,\n929\n2. eine anerkannte Prüfung an einer Ausbildungsstätte\noder vor einer Prüfungsbehörde oder eine Ab-\nschlussprüfung an einer staatlichen oder staatlich\nanerkannten Schule in einer dem Ausbildungsberuf\nentsprechenden Fachrichtung bestanden hat,\n3. eine Abschlussprüfung an einer deutschen Hoch-\nschule in einer dem Ausbildungsberuf entsprechen-\nden Fachrichtung bestanden hat oder\n4. im Ausland einen Bildungsabschluss in einer dem\nAusbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung er-\nworben hat, dessen Gleichwertigkeit nach dem Be-\nrufsqualifikationsfeststellungsgesetz oder anderen\nrechtlichen Regelungen festgestellt worden ist\nund eine angemessene Zeit in seinem Beruf praktisch\ntätig gewesen ist.\n(3) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ener-\ngie oder das sonst zuständige Fachministerium kann im\nEinvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung\nund Forschung nach Anhörung des Hauptausschusses\ndes Bundesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsver-\nordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates\nbedarf, in den Fällen des Absatzes 2 Nummer 2 bestim-\nmen, welche Prüfungen für welche Ausbildungsberufe\nanerkannt werden.\n(4) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ener-\ngie oder das sonst zuständige Fachministerium kann im\nEinvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung\nund Forschung nach Anhörung des Hauptausschusses\ndes Bundesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsver-\nordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates\nbedarf, für einzelne Ausbildungsberufe bestimmen,\ndass abweichend von Absatz 2 die für die fachliche\nEignung erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kennt-\nnisse und Fähigkeiten nur besitzt, wer\n1. die Voraussetzungen des Absatzes 2 Nummer 2\noder 3 erfüllt und eine angemessene Zeit in seinem\nBeruf praktisch tätig gewesen ist oder\n2. die Voraussetzungen des Absatzes 2 Nummer 3\nerfüllt und eine angemessene Zeit in seinem Beruf\npraktisch tätig gewesen ist oder\n3. für die Ausübung eines freien Berufes zugelassen\noder in ein öffentliches Amt bestellt ist.\n(5) Das Bundesministerium für Bildung und For-\nschung kann nach Anhörung des Hauptausschusses\ndes Bundesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsver-\nordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates\nbedarf, bestimmen, dass der Erwerb berufs- und\narbeitspädagogischer Fertigkeiten, Kenntnisse und\nFähigkeiten gesondert nachzuweisen ist. Dabei können\nInhalt, Umfang und Abschluss der Maßnahmen für den\nNachweis geregelt werden.\n(6) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann\nPersonen, die die Voraussetzungen des Absatzes 2, 4\noder 5 nicht erfüllen, die fachliche Eignung nach Anhö-\nrung der zuständigen Stelle widerruflich zuerkennen.\n§ 31\nEuropaklausel\n(1) In den Fällen des § 30 Absatz 2 und 4 besitzt die\nfür die fachliche Eignung erforderlichen beruflichen Fer-\ntigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten auch, wer die\nVoraussetzungen für die Anerkennung seiner Berufs-",
        "930\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nqualifikation nach der Richtlinie 2005/36/EG des Euro-\npäischen Parlaments und des Rates vom 7. September\n2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen\n(ABl. EU Nr. L 255, S. 22) erfüllt, sofern er eine ange-\nmessene Zeit in seinem Beruf praktisch tätig gewesen\nist. § 30 Absatz 4 Nummer 3 bleibt unberührt.\n(2) Die Anerkennung kann unter den in Artikel 14 der\nin Absatz 1 genannten Richtlinie aufgeführten Voraus-\nsetzungen davon abhängig gemacht werden, dass der\nAntragsteller oder die Antragstellerin zunächst einen\nhöchstens dreijährigen Anpassungslehrgang ableistet\noder eine Eignungsprüfung ablegt.\n(3) Die Entscheidung über die Anerkennung trifft die\nzuständige Stelle. Sie kann die Durchführung von An-\npassungslehrgängen und Eignungsprüfungen regeln.\n§ 31a\nSonstige ausländische Vorqualifikationen\nIn den Fällen des § 30 Absatz 2 und 4 besitzt die für\ndie fachliche Eignung erforderlichen Fertigkeiten,\nKenntnisse und Fähigkeiten, wer die Voraussetzungen\nvon § 2 Absatz 1 in Verbindung mit § 9 des Berufsquali-\nfikationsfeststellungsgesetzes erfüllt und nicht in einem\nanderen Mitgliedstaat der Europäischen Union oder\neinem anderen Vertragsstaat des Europäischen Wirt-\nschaftsraums oder der Schweiz seinen Befähigungs-\nnachweis erworben hat, sofern er eine angemessene\nZeit in seinem Beruf praktisch tätig gewesen ist. § 30\nAbsatz 4 Nummer 3 bleibt unberührt.\n§ 32\nÜberwachung der Eignung\n(1) Die zuständige Stelle hat darüber zu wachen,\ndass die Eignung der Ausbildungsstätte sowie die per-\nsönliche und fachliche Eignung vorliegen.\n(2) Werden Mängel der Eignung festgestellt, so hat\ndie zuständige Stelle, falls der Mangel zu beheben und\neine Gefährdung Auszubildender nicht zu erwarten ist,\nAusbildende aufzufordern, innerhalb einer von ihr ge-\nsetzten Frist den Mangel zu beseitigen. Ist der Mangel\nder Eignung nicht zu beheben oder ist eine Gefährdung\nAuszubildender zu erwarten oder wird der Mangel nicht\ninnerhalb der gesetzten Frist beseitigt, so hat die zu-\nständige Stelle dies der nach Landesrecht zuständigen\nBehörde mitzuteilen.\n§ 33\nUntersagung des Einstellens und Ausbildens\n(1) Die nach Landesrecht zuständige Behörde kann\nfür eine bestimmte Ausbildungsstätte das Einstellen\nund Ausbilden untersagen, wenn die Voraussetzungen\nnach § 27 nicht oder nicht mehr vorliegen.\n(2) Die nach Landesrecht zuständige Behörde hat\ndas Einstellen und Ausbilden zu untersagen, wenn die\npersönliche oder fachliche Eignung nicht oder nicht\nmehr vorliegt.\n(3) Vor der Untersagung sind die Beteiligten und die\nzuständige Stelle zu hören. Dies gilt nicht im Falle des\n§ 29 Nummer 1.\nAbschnitt 4\nVerzeichnis der\nBerufsausbildungsverhältnisse\n§ 34\nEinrichten, Führen\n(1) Die zuständige Stelle hat für anerkannte Aus-\nbildungsberufe ein Verzeichnis der Berufsausbildungs-\nverhältnisse einzurichten und zu führen, in das der Be-\nrufsausbildungsvertrag einzutragen ist. Die Eintragung\nist für Auszubildende gebührenfrei.\n(2) Die Eintragung umfasst für jedes Berufsausbil-\ndungsverhältnis\n1. Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift der Aus-\nzubildenden,\n2. Geschlecht, Staatsangehörigkeit, allgemeinbilden-\nder Schulabschluss, vorausgegangene Teilnahme\nan berufsvorbereitender Qualifizierung oder beruf-\nlicher Grundbildung, vorherige Berufsausbildung\nsowie vorheriges Studium, Anschlussvertrag bei\nAnrechnung einer zuvor absolvierten dualen Be-\nrufsausbildung nach diesem Gesetz oder nach der\nHandwerksordnung einschließlich Ausbildungsberuf,\n3. Name, Vorname und Anschrift der gesetzlichen\nVertreter und Vertreterinnen,\n4. Ausbildungsberuf einschließlich Fachrichtung,\n5. Berufsausbildung im Rahmen eines ausbildungsin-\ntegrierenden dualen Studiums,\n6. Tag, Monat und Jahr des Abschlusses des Aus-\nbildungsvertrages, Ausbildungsdauer, Dauer der\nProbezeit, Verkürzung der Ausbildungsdauer, Teil-\nzeitberufsausbildung,\n7. die bei Abschluss des Berufsausbildungsvertrages\nvereinbarte Vergütung für jedes Ausbildungsjahr,\n8. Tag, Monat und Jahr des vertraglich vereinbarten\nBeginns und Endes der Berufsausbildung sowie\nTag, Monat und Jahr einer vorzeitigen Auflösung\ndes Ausbildungsverhältnisses,\n9. Art der Förderung bei überwiegend öffentlich,\ninsbesondere auf Grund des Dritten Buches Sozial-\ngesetzbuch geförderten Berufsausbildungsverhält-\nnissen,\n10. Name und Anschrift der Ausbildenden, Anschrift\nund amtliche Gemeindeschlüssel der Ausbildungs-\nstätte, Wirtschaftszweig, Betriebsnummer der Aus-\nbildungsstätte nach § 18i Absatz 1 oder § 18k\nAbsatz 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch,\nZugehörigkeit zum öffentlichen Dienst,\n11. Name, Vorname, Geschlecht und Art der fachlichen\nEignung der Ausbilder und Ausbilderinnen.\n§ 35\nEintragen, Ändern, Löschen\n(1) Ein Berufsausbildungsvertrag und Änderungen\nseines wesentlichen Inhalts sind in das Verzeichnis ein-\nzutragen, wenn\n1. der Berufsausbildungsvertrag diesem Gesetz und\nder Ausbildungsordnung entspricht,",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n2. die persönliche und fachliche Eignung sowie die Eig-\nnung der Ausbildungsstätte für das Einstellen und\nAusbilden vorliegen und\n3. für Auszubildende unter 18 Jahren die ärztliche Be-\nscheinigung über die Erstuntersuchung nach § 32\nAbsatz 1 des Jugendarbeitsschutzgesetzes zur Ein-\nsicht vorgelegt wird.\n(2) Die Eintragung ist abzulehnen oder zu löschen,\nwenn die Eintragungsvoraussetzungen nicht vorliegen\nund der Mangel nicht nach § 32 Absatz 2 behoben\nwird. Die Eintragung ist ferner zu löschen, wenn die\närztliche Bescheinigung über die erste Nachunter-\nsuchung nach § 33 Absatz 1 des Jugendarbeitsschutz-\ngesetzes nicht spätestens am Tage der Anmeldung der\nAuszubildenden zur Zwischenprüfung oder zum ersten\nTeil der Abschlussprüfung zur Einsicht vorgelegt und\nder Mangel nicht nach § 32 Absatz 2 behoben wird.\n(3) Die nach § 34 Absatz 2 Nummer 1, 4, 8 und 10\nerhobenen Daten werden zur Verbesserung der Aus-\nbildungsvermittlung, zur Verbesserung der Zuverlässig-\nkeit und Aktualität der Ausbildungsvermittlungsstatistik\nsowie zur Verbesserung der Feststellung von An-\ngebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt an\ndie Bundesagentur für Arbeit übermittelt. Bei der Da-\ntenübermittlung sind dem jeweiligen Stand der Technik\nentsprechende Maßnahmen zur Sicherstellung von Da-\ntenschutz und Datensicherheit, insbesondere nach den\nArtikeln 24, 25 und 32 der Verordnung (EU) 2016/679\ndes Europäischen Parlaments und des Rates vom\n27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei\nder Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien\nDatenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie\n95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung) (ABl. L 119\nvom 4.5.2016, S. 1), zu treffen, die insbesondere die\nVertraulichkeit, Unversehrtheit und Zurechenbarkeit\nder Daten gewährleisten.\n§ 36\nAntrag und Mitteilungspflichten\n(1) Ausbildende haben unverzüglich nach Abschluss\ndes Berufsausbildungsvertrages die Eintragung in das\nVerzeichnis zu beantragen. Der Antrag kann schriftlich\noder elektronisch gestellt werden; eine Kopie der Ver-\ntragsniederschrift ist jeweils beizufügen. Auf einen be-\ntrieblichen Ausbildungsplan im Sinne von § 11 Absatz 1\nSatz 2 Nummer 1, der der zuständigen Stelle bereits\nvorliegt, kann dabei Bezug genommen werden. Ent-\nsprechendes gilt bei Änderungen des wesentlichen\nVertragsinhalts.\n(2) Ausbildende und Auszubildende sind verpflichtet,\nden zuständigen Stellen die zur Eintragung nach § 34\nerforderlichen Tatsachen auf Verlangen mitzuteilen.\nAbschnitt 5\nPrüfungswesen\n§ 37\nAbschlussprüfung\n(1) In den anerkannten Ausbildungsberufen sind Ab-\nschlussprüfungen durchzuführen. Die Abschlussprüfung\nkann im Falle des Nichtbestehens zweimal wiederholt\nwerden. Sofern die Abschlussprüfung in zwei zeitlich\nauseinanderfallenden Teilen durchgeführt wird, ist der\n931\nerste Teil der Abschlussprüfung nicht eigenständig wie-\nderholbar.\n(2) Dem Prüfling ist ein Zeugnis auszustellen. Ausbil-\ndenden werden auf deren Verlangen die Ergebnisse der\nAbschlussprüfung der Auszubildenden übermittelt. So-\nfern die Abschlussprüfung in zwei zeitlich auseinander-\nfallenden Teilen durchgeführt wird, ist das Ergebnis der\nPrüfungsleistungen im ersten Teil der Abschlussprü-\nfung dem Prüfling schriftlich mitzuteilen.\n(3) Dem Zeugnis ist auf Antrag des Auszubildenden\neine englischsprachige und eine französischsprachige\nÜbersetzung beizufügen. Auf Antrag des Auszubildenden\nist das Ergebnis berufsschulischer Leistungsfeststellun-\ngen auf dem Zeugnis auszuweisen. Der Auszubildende\nhat den Nachweis der berufsschulischen Leistungsfest-\nstellungen dem Antrag beizufügen.\n(4) Die Abschlussprüfung ist für Auszubildende ge-\nbührenfrei.\n§ 38\nPrüfungsgegenstand\nDurch die Abschlussprüfung ist festzustellen, ob der\nPrüfling die berufliche Handlungsfähigkeit erworben\nhat. In ihr soll der Prüfling nachweisen, dass er die er-\nforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die\nnotwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten\nbesitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermit-\ntelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehr-\nstoff vertraut ist. Die Ausbildungsordnung ist zugrunde\nzu legen.\n§ 39\nPrüfungsausschüsse, Prüferdelegationen\n(1) Für die Durchführung der Abschlussprüfung er-\nrichtet die zuständige Stelle Prüfungsausschüsse.\nMehrere zuständige Stellen können bei einer von ihnen\ngemeinsame Prüfungsausschüsse errichten.\n(2) Prüfungsausschüsse oder Prüferdelegationen\nnach § 42 Absatz 2 nehmen die Prüfungsleistungen ab.\n(3) Prüfungsausschüsse oder Prüferdelegationen\nnach § 42 Absatz 2 können zur Bewertung einzelner,\nnicht mündlich zu erbringender Prüfungsleistungen\ngutachterliche Stellungnahmen Dritter, insbesondere\nberufsbildender Schulen, einholen. Im Rahmen der Be-\ngutachtung sind die wesentlichen Abläufe zu dokumen-\ntieren und die für die Bewertung erheblichen Tatsachen\nfestzuhalten.\n§ 40\nZusammensetzung, Berufung\n(1) Der Prüfungsausschuss besteht aus mindestens\ndrei Mitgliedern. Die Mitglieder müssen für die Prü-\nfungsgebiete sachkundig und für die Mitwirkung im\nPrüfungswesen geeignet sein.\n(2) Dem Prüfungsausschuss müssen als Mitglieder\nBeauftragte der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in\ngleicher Zahl sowie mindestens eine Lehrkraft einer be-\nrufsbildenden Schule angehören. Mindestens zwei Drit-\ntel der Gesamtzahl der Mitglieder müssen Beauftragte\nder Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sein. Die Mitglie-\nder haben Stellvertreter oder Stellvertreterinnen.",
        "932\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n(3) Die Mitglieder werden von der zuständigen Stelle\nlängstens für fünf Jahre berufen. Die Beauftragten der\nArbeitnehmer werden auf Vorschlag der im Bezirk der\nzuständigen Stelle bestehenden Gewerkschaften und\nselbstständigen Vereinigungen von Arbeitnehmern mit\nsozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung berufen.\nDie Lehrkraft einer berufsbildenden Schule wird im Ein-\nvernehmen mit der Schulaufsichtsbehörde oder der von\nihr bestimmten Stelle berufen. Werden Mitglieder nicht\noder nicht in ausreichender Zahl innerhalb einer von der\nzuständigen Stelle gesetzten angemessenen Frist vor-\ngeschlagen, so beruft die zuständige Stelle insoweit\nnach pflichtgemäßem Ermessen. Die Mitglieder der\nPrüfungsausschüsse können nach Anhören der an ihrer\nBerufung Beteiligten aus wichtigem Grund abberufen\nwerden. Die Sätze 1 bis 5 gelten für die stellvertreten-\nden Mitglieder entsprechend.\n(4) Die zuständige Stelle kann weitere Prüfende für\nden Einsatz in Prüferdelegationen nach § 42 Absatz 2\nberufen. Die Berufung weiterer Prüfender kann auf be-\nstimmte Prüf- oder Fachgebiete beschränkt werden.\nAbsatz 3 ist entsprechend anzuwenden.\n(5) Die für die Berufung von Prüfungsausschussmit-\ngliedern Vorschlagsberechtigten sind über die Anzahl\nund die Größe der einzurichtenden Prüfungsausschüsse\nsowie über die Zahl der von ihnen vorzuschlagenden\nweiteren Prüfenden zu unterrichten. Die Vorschlagsbe-\nrechtigten werden von der zuständigen Stelle darüber\nunterrichtet, welche der von ihnen vorgeschlagenen\nMitglieder, Stellvertreter und Stellvertreterinnen sowie\nweiteren Prüfenden berufen wurden.\n(6) Die Tätigkeit im Prüfungsausschuss oder in einer\nPrüferdelegation ist ehrenamtlich. Für bare Auslagen\nund für Zeitversäumnis ist, soweit eine Entschädigung\nnicht von anderer Seite gewährt wird, eine angemes-\nsene Entschädigung zu zahlen, deren Höhe von der zu-\nständigen Stelle mit Genehmigung der obersten Lan-\ndesbehörde festgesetzt wird. Die Entschädigung für\nZeitversäumnis hat mindestens im Umfang von § 16\ndes Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes\nin der jeweils geltenden Fassung zu erfolgen.\n(6a) Prüfende sind von ihrem Arbeitgeber von der\nErbringung der Arbeitsleistung freizustellen, wenn\n1. es zur ordnungsgemäßen Durchführung der ihnen\ndurch das Gesetz zugewiesenen Aufgaben erforder-\nlich ist und\n2. wichtige betriebliche Gründe nicht entgegenstehen.\n(7) Von Absatz 2 darf nur abgewichen werden, wenn\nanderenfalls die erforderliche Zahl von Mitgliedern des\nPrüfungsausschusses nicht berufen werden kann.\n§ 41\nVorsitz, Beschlussfähigkeit, Abstimmung\n(1) Der Prüfungsausschuss wählt ein Mitglied, das\nden Vorsitz führt, und ein weiteres Mitglied, das den\nVorsitz stellvertretend übernimmt. Der Vorsitz und das\nihn stellvertretende Mitglied sollen nicht derselben Mit-\ngliedergruppe angehören.\n(2) Der Prüfungsausschuss ist beschlussfähig, wenn\nzwei Drittel der Mitglieder, mindestens drei, mitwirken.\nEr beschließt mit der Mehrheit der abgegebenen Stim-\nmen. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des vor-\nsitzenden Mitglieds den Ausschlag.\n§ 42\nBeschlussfassung,\nBewertung der Abschlussprüfung\n(1) Der Prüfungsausschuss fasst die Beschlüsse\nüber\n1. die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleistun-\ngen, die er selbst abgenommen hat,\n2. die Noten zur Bewertung der Prüfung insgesamt so-\nwie\n3. das Bestehen oder Nichtbestehen der Abschluss-\nprüfung.\n(2) Die zuständige Stelle kann im Einvernehmen mit\nden Mitgliedern des Prüfungsausschusses die Ab-\nnahme und abschließende Bewertung von Prüfungs-\nleistungen auf Prüferdelegationen übertragen. Für die\nZusammensetzung von Prüferdelegationen und für die\nAbstimmungen in der Prüferdelegation sind § 40 Ab-\nsatz 1 und 2 sowie § 41 Absatz 2 entsprechend anzu-\nwenden. Mitglieder von Prüferdelegationen können die\nMitglieder des Prüfungsausschusses, deren Stellvertre-\nter und Stellvertreterinnen sowie weitere Prüfende sein,\ndie durch die zuständige Stelle nach § 40 Absatz 4 be-\nrufen worden sind.\n(3) Die zuständige Stelle hat vor Beginn der Prüfung\nüber die Bildung von Prüferdelegationen, über deren\nMitglieder sowie über deren Stellvertreter und Stellver-\ntreterinnen zu entscheiden. Prüfende können Mitglieder\nmehrerer Prüferdelegationen sein. Sind verschiedene\nPrüfungsleistungen derart aufeinander bezogen, dass\nderen Beurteilung nur einheitlich erfolgen kann, so\nmüssen diese Prüfungsleistungen von denselben Prü-\nfenden abgenommen werden.\n(4) Nach § 47 Absatz 2 Satz 2 erstellte oder ausge-\nwählte Antwort-Wahl-Aufgaben können automatisiert\nausgewertet werden, wenn das Aufgabenerstellungs-\noder Aufgabenauswahlgremium festgelegt hat, welche\nAntworten als zutreffend anerkannt werden. Die Ergeb-\nnisse sind vom Prüfungsausschuss zu übernehmen.\n(5) Der Prüfungsausschuss oder die Prüferdelegation\nkann einvernehmlich die Abnahme und Bewertung ein-\nzelner schriftlicher oder sonstiger Prüfungsleistungen,\nderen Bewertung unabhängig von der Anwesenheit\nbei der Erbringung erfolgen kann, so vornehmen, dass\nzwei seiner oder ihrer Mitglieder die Prüfungsleistungen\nselbstständig und unabhängig bewerten. Weichen die\nauf der Grundlage des in der Prüfungsordnung vorge-\nsehenen Bewertungsschlüssels erfolgten Bewertungen\nder beiden Prüfenden um nicht mehr als 10 Prozent der\nerreichbaren Punkte voneinander ab, so errechnet sich\ndie endgültige Bewertung aus dem Durchschnitt der\nbeiden Bewertungen. Bei einer größeren Abweichung\nerfolgt die endgültige Bewertung durch ein vorab be-\nstimmtes weiteres Mitglied des Prüfungsausschusses\noder der Prüferdelegation.\n(6) Sieht die Ausbildungsordnung vor, dass Auszu-\nbildende bei erfolgreichem Abschluss eines zweijährigen\nAusbildungsberufs vom ersten Teil der Abschlussprü-\nfung eines darauf aufbauenden drei- oder dreieinhalb-\njährigen Ausbildungsberufs befreit sind, so ist das\nErgebnis der Abschlussprüfung des zweijährigen Aus-",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nbildungsberufs vom Prüfungsausschuss als das Ergeb-\nnis des ersten Teils der Abschlussprüfung des auf dem\nzweijährigen Ausbildungsberuf aufbauenden drei- oder\ndreieinhalbjährigen Ausbildungsberufs zu übernehmen.\n§ 43\nZulassung zur Abschlussprüfung\n(1) Zur Abschlussprüfung ist zuzulassen,\n1. wer die Ausbildungsdauer zurückgelegt hat oder\nwessen Ausbildungsdauer nicht später als zwei Mo-\nnate nach dem Prüfungstermin endet,\n2. wer an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen teilge-\nnommen sowie einen vom Ausbilder und Auszubil-\ndenden unterzeichneten Ausbildungsnachweis nach\n§ 13 Satz 2 Nummer 7 vorgelegt hat und\n3. wessen Berufsausbildungsverhältnis in das Ver-\nzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse einge-\ntragen oder aus einem Grund nicht eingetragen ist,\nden weder die Auszubildenden noch deren gesetz-\nliche Vertreter oder Vertreterinnen zu vertreten haben.\n(2) Zur Abschlussprüfung ist ferner zuzulassen, wer\nin einer berufsbildenden Schule oder einer sonstigen\nBerufsbildungseinrichtung ausgebildet worden ist, wenn\ndieser Bildungsgang der Berufsausbildung in einem an-\nerkannten Ausbildungsberuf entspricht. Ein Bildungs-\ngang entspricht der Berufsausbildung in einem aner-\nkannten Ausbildungsberuf, wenn er\n1. nach Inhalt, Anforderung und zeitlichem Umfang der\njeweiligen Ausbildungsordnung gleichwertig ist,\n2. systematisch, insbesondere im Rahmen einer sach-\nlichen und zeitlichen Gliederung, durchgeführt wird\nund\n3. durch Lernortkooperation einen angemessenen An-\nteil an fachpraktischer Ausbildung gewährleistet.\n§ 44\nZulassung zur Abschlussprüfung\nbei zeitlich auseinanderfallenden Teilen\n(1) Sofern die Abschlussprüfung in zwei zeitlich aus-\neinanderfallenden Teilen durchgeführt wird, ist über die\nZulassung jeweils gesondert zu entscheiden.\n(2) Zum ersten Teil der Abschlussprüfung ist zuzu-\nlassen, wer die in der Ausbildungsordnung vorgeschrie-\nbene, erforderliche Ausbildungsdauer zurückgelegt hat\nund die Voraussetzungen des § 43 Absatz 1 Nummer 2\nund 3 erfüllt.\n(3) Zum zweiten Teil der Abschlussprüfung ist zuzu-\nlassen, wer\n1. über die Voraussetzungen des § 43 Absatz 1 hinaus\nam ersten Teil der Abschlussprüfung teilgenommen\nhat,\n2. auf Grund einer Rechtsverordnung nach § 5 Absatz 2\nSatz 1 Nummer 2b von der Ablegung des ersten\nTeils der Abschlussprüfung befreit ist oder\n3. aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, am ersten\nTeil der Abschlussprüfung nicht teilgenommen hat.\nIm Fall des Satzes 1 Nummer 3 ist der erste Teil der\nAbschlussprüfung zusammen mit dem zweiten Teil ab-\nzulegen.\n933\n§ 45\nZulassung in besonderen Fällen\n(1) Auszubildende können nach Anhörung der Aus-\nbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbil-\ndungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden,\nwenn ihre Leistungen dies rechtfertigen.\n(2) Zur Abschlussprüfung ist auch zuzulassen, wer\nnachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache\nder Zeit, die als Ausbildungsdauer vorgeschrieben ist,\nin dem Beruf tätig gewesen ist, in dem die Prüfung ab-\ngelegt werden soll. Als Zeiten der Berufstätigkeit gelten\nauch Ausbildungszeiten in einem anderen, einschlägi-\ngen Ausbildungsberuf. Vom Nachweis der Mindestzeit\nnach Satz 1 kann ganz oder teilweise abgesehen wer-\nden, wenn durch Vorlage von Zeugnissen oder auf an-\ndere Weise glaubhaft gemacht wird, dass der Bewerber\noder die Bewerberin die berufliche Handlungsfähigkeit\nerworben hat, die die Zulassung zur Prüfung rechtfer-\ntigt. Ausländische Bildungsabschlüsse und Zeiten der\nBerufstätigkeit im Ausland sind dabei zu berücksichti-\ngen.\n(3) Soldaten oder Soldatinnen auf Zeit und ehema-\nlige Soldaten oder Soldatinnen sind nach Absatz 2\nSatz 3 zur Abschlussprüfung zuzulassen, wenn das\nBundesministerium der Verteidigung oder die von ihm\nbestimmte Stelle bescheinigt, dass der Bewerber oder\ndie Bewerberin berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und\nFähigkeiten erworben hat, welche die Zulassung zur\nPrüfung rechtfertigen.\n§ 46\nEntscheidung über die Zulassung\n(1) Über die Zulassung zur Abschlussprüfung ent-\nscheidet die zuständige Stelle. Hält sie die Zulassungs-\nvoraussetzungen nicht für gegeben, so entscheidet der\nPrüfungsausschuss.\n(2) Auszubildenden, die Elternzeit in Anspruch ge-\nnommen haben, darf bei der Entscheidung über die Zu-\nlassung hieraus kein Nachteil erwachsen.\n§ 47\nPrüfungsordnung\n(1) Die zuständige Stelle hat eine Prüfungsordnung\nfür die Abschlussprüfung zu erlassen. Die Prüfungsord-\nnung bedarf der Genehmigung der zuständigen obers-\nten Landesbehörde.\n(2) Die Prüfungsordnung muss die Zulassung, die\nGliederung der Prüfung, die Bewertungsmaßstäbe,\ndie Erteilung der Prüfungszeugnisse, die Folgen von\nVerstößen gegen die Prüfungsordnung und die Wieder-\nholungsprüfung regeln. Sie kann vorsehen, dass Prü-\nfungsaufgaben, die überregional oder von einem Auf-\ngabenerstellungsausschuss bei der zuständigen Stelle\nerstellt oder ausgewählt werden, zu übernehmen sind,\nsofern diese Aufgaben von Gremien erstellt oder aus-\ngewählt werden, die entsprechend § 40 Absatz 2 zu-\nsammengesetzt sind.\n(3) Im Fall des § 73 Absatz 1 erlässt das Bundes-\nministerium des Innern, für Bau und Heimat oder das\nsonst zuständige Fachministerium die Prüfungsord-\nnung durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustim-\nmung des Bundesrates bedarf. Das Bundesministerium\ndes Innern, für Bau und Heimat oder das sonst zustän-",
        "934\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\ndige Fachministerium kann die Ermächtigung nach\nSatz 1 durch Rechtsverordnung auf die von ihm be-\nstimmte zuständige Stelle übertragen.\n(4) Im Fall des § 73 Absatz 2 erlässt die zuständige\nLandesregierung die Prüfungsordnung durch Rechts-\nverordnung. Die Ermächtigung nach Satz 1 kann durch\nRechtsverordnung auf die von ihr bestimmte zustän-\ndige Stelle übertragen werden.\n(5) Wird im Fall des § 71 Absatz 8 die zuständige\nStelle durch das Land bestimmt, so erlässt die zustän-\ndige Landesregierung die Prüfungsordnung durch\nRechtsverordnung. Die Ermächtigung nach Satz 1 kann\ndurch Rechtsverordnung auf die von ihr bestimmte zu-\nständige Stelle übertragen werden.\n(6) Der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Be-\nrufsbildung erlässt für die Prüfungsordnung Richtlinien.\n§ 48\nEinvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung\nund Forschung nach Anhörung des Hauptausschusses\ndes Bundesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsver-\nordnung im Ausland erworbene Prüfungszeugnisse den\nentsprechenden Zeugnissen über das Bestehen der\nAbschlussprüfung gleichstellen, wenn die in der Prü-\nfung nachzuweisenden beruflichen Fertigkeiten, Kennt-\nnisse und Fähigkeiten gleichwertig sind.\n§ 50a\nGleichwertigkeit\nausländischer Berufsqualifikationen\nAusländische Berufsqualifikationen stehen einer be-\nstandenen Aus- oder Fortbildungsprüfung nach diesem\nGesetz gleich, wenn die Gleichwertigkeit der beruf-\nlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach\ndem Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz festgestellt\nwurde.\nZwischenprüfungen\nAbschnitt 6\n(1) Während der Berufsausbildung ist zur Ermittlung\ndes Ausbildungsstandes eine Zwischenprüfung ent-\nsprechend der Ausbildungsordnung durchzuführen.\nDie §§ 37 bis 39 gelten entsprechend.\nInteressenvertretung\n(2) Die Zwischenprüfung entfällt, sofern\n1. die Ausbildungsordnung vorsieht, dass die Ab-\nschlussprüfung in zwei zeitlich auseinanderfallenden\nTeilen durchgeführt wird, oder\n2. die Ausbildungsordnung vorsieht, dass auf die\nDauer der durch die Ausbildungsordnung geregelten\nBerufsausbildung die Dauer einer anderen abge-\nschlossenen Berufsausbildung im Umfang von min-\ndestens zwei Jahren anzurechnen ist, und die Ver-\ntragsparteien die Anrechnung mit mindestens dieser\nDauer vereinbart haben.\n(3) Umzuschulende sind auf ihren Antrag zur Zwi-\nschenprüfung zuzulassen.\n§ 49\nZusatzqualifikationen\n(1) Zusätzliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse\nund Fähigkeiten nach § 5 Absatz 2 Nummer 5 werden\ngesondert geprüft und bescheinigt. Das Ergebnis der\nPrüfung nach § 37 bleibt unberührt.\n(2) § 37 Absatz 3 und 4 sowie die §§ 39 bis 42 und 47\ngelten entsprechend.\n§ 50\nGleichstellung von Prüfungszeugnissen\n§ 51\nInteressenvertretung\n(1) Auszubildende, deren praktische Berufsbildung\nin einer sonstigen Berufsbildungseinrichtung außerhalb\nder schulischen und betrieblichen Berufsbildung (§ 2\nAbsatz 1 Nummer 3) mit in der Regel mindestens fünf\nAuszubildenden stattfindet und die nicht wahlberech-\ntigt zum Betriebsrat nach § 7 des Betriebsverfassungs-\ngesetzes, zur Jugend- und Auszubildendenvertretung\nnach § 60 des Betriebsverfassungsgesetzes oder zur\nMitwirkungsvertretung nach § 52 des Neunten Buches\nSozialgesetzbuch sind (außerbetriebliche Auszubilden-\nde), wählen eine besondere Interessenvertretung.\n(2) Absatz 1 findet keine Anwendung auf Berufs-\nbildungseinrichtungen von Religionsgemeinschaften\nsowie auf andere Berufsbildungseinrichtungen, soweit\nsie eigene gleichwertige Regelungen getroffen haben.\n§ 52\nVerordnungsermächtigung\nDas Bundesministerium für Bildung und Forschung\nkann durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustim-\nmung des Bundesrates bedarf, die Fragen bestimmen,\nauf die sich die Beteiligung erstreckt, die Zusammen-\nsetzung und die Amtszeit der Interessenvertretung, die\nDurchführung der Wahl, insbesondere die Feststellung\nder Wahlberechtigung und der Wählbarkeit sowie Art\nund Umfang der Beteiligung.\n(1) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ener-\ngie oder das sonst zuständige Fachministerium kann im\nEinvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung\nund Forschung nach Anhörung des Hauptausschusses\ndes Bundesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsver-\nordnung außerhalb des Anwendungsbereichs dieses\nGesetzes erworbene Prüfungszeugnisse den entspre-\nchenden Zeugnissen über das Bestehen der Abschluss-\nprüfung gleichstellen, wenn die Berufsausbildung und\ndie in der Prüfung nachzuweisenden beruflichen Fertig-\nkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten gleichwertig sind.\nFortbildungsordnungen\nder höherqualifizierenden Berufsbildung\n(2) Das Bundesministerium für Wirtschaft und Ener-\ngie oder das sonst zuständige Fachministerium kann im\n(1) Als Grundlage für eine einheitliche höherqualifi-\nzierende Berufsbildung kann das Bundesministerium\nKapitel 2\nBerufliche Fortbildung\nAbschnitt 1\nFortbildungsordnungen des Bundes\n§ 53",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nfür Bildung und Forschung im Einvernehmen mit dem\nBundesministerium für Wirtschaft und Energie oder mit\ndem sonst zuständigen Fachministerium nach Anhö-\nrung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für\nBerufsbildung durch Rechtsverordnung, die nicht der\nZustimmung des Bundesrates bedarf, Abschlüsse der\nhöherqualifizierenden Berufsbildung anerkennen und\nhierfür Prüfungsregelungen erlassen (Fortbildungsord-\nnungen).\n(2) Die Fortbildungsordnungen haben festzulegen:\n1. die Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses,\n2. die Fortbildungsstufe,\n3. das Ziel, den Inhalt und die Anforderungen der Prü-\nfung,\n4. die Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung und\n5. das Prüfungsverfahren.\n(3) Abweichend von Absatz 1 werden Fortbildungs-\nordnungen\n1. in den Berufen der Landwirtschaft, einschließlich der\nländlichen Hauswirtschaft, durch das Bundesminis-\nterium für Ernährung und Landwirtschaft im Einver-\nnehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und\nForschung erlassen und\n2. in Berufen der Hauswirtschaft durch das Bundes-\nministerium für Wirtschaft und Energie im Einverneh-\nmen mit dem Bundesministerium für Bildung und\nForschung erlassen.\n§ 53a\nFortbildungsstufen\n(1) Die Fortbildungsstufen der höherqualifizierenden\nBerufsbildung sind\n1. als erste Fortbildungsstufe der Geprüfte Berufs-\nspezialist und die Geprüfte Berufsspezialistin,\n2. als zweite Fortbildungsstufe der Bachelor Professio-\nnal und\n3. als dritte Fortbildungsstufe der Master Professional.\n(2) Jede Fortbildungsordnung, die eine höherquali-\nfizierende Berufsbildung der ersten Fortbildungsstufe\nregelt, soll auf einen Abschluss der zweiten Fortbil-\ndungsstufe hinführen.\n§ 53b\nGeprüfter Berufsspezialist\nund Geprüfte Berufsspezialistin\n935\nDer Lernumfang für den Erwerb dieser Fertigkeiten,\nKenntnisse und Fähigkeiten soll mindestens 400 Stun-\nden betragen.\n(3) Als Voraussetzung zur Zulassung für eine Prü-\nfung der ersten beruflichen Fortbildungsstufe ist als\nRegelzugang der Abschluss in einem anerkannten Aus-\nbildungsberuf vorzusehen.\n(4) Die Bezeichnung eines Fortbildungsabschlusses\nder ersten beruflichen Fortbildungsstufe beginnt mit\nden Wörtern „Geprüfter Berufsspezialist für“ oder „Ge-\nprüfte Berufsspezialistin für“. Die Fortbildungsordnung\nkann vorsehen, dass dieser Abschlussbezeichnung\neine weitere Abschlussbezeichnung vorangestellt wird.\nDiese Abschlussbezeichnung der ersten beruflichen\nFortbildungsstufe darf nur führen, wer\n1. die Prüfung der ersten beruflichen Fortbildungsstufe\nbestanden hat oder\n2. die Prüfung einer gleichwertigen beruflichen Fortbil-\ndung auf der Grundlage bundes- oder landesrecht-\nlicher Regelungen, die diese Abschlussbezeichnung\nvorsehen, bestanden hat.\n§ 53c\nBachelor Professional\n(1) Den Fortbildungsabschluss Bachelor Professio-\nnal erlangt, wer eine Prüfung der zweiten beruflichen\nFortbildungsstufe erfolgreich besteht.\n(2) In der Fortbildungsprüfung der zweiten beruflichen\nFortbildungsstufe wird festgestellt, ob der Prüfling in\nder Lage ist, Fach- und Führungsfunktionen zu über-\nnehmen, in denen zu verantwortende Leitungsprozesse\nvon Organisationen eigenständig gesteuert werden,\neigenständig ausgeführt werden und dafür Mitarbeiter\nund Mitarbeiterinnen geführt werden. Der Lernumfang\nfür den Erwerb dieser Fertigkeiten, Kenntnisse und\nFähigkeiten soll mindestens 1 200 Stunden betragen.\n(3) Als Voraussetzung zur Zulassung für eine Prü-\nfung der zweiten beruflichen Fortbildungsstufe ist als\nRegelzugang vorzusehen:\n1. der Abschluss in einem anerkannten Ausbildungs-\nberuf oder\n2. ein Abschluss der ersten beruflichen Fortbildungs-\nstufe.\n(2) In der Fortbildungsprüfung der ersten beruflichen\nFortbildungsstufe wird festgestellt, ob der Prüfling\n(4) Die Bezeichnung eines Fortbildungsabschlusses\nder zweiten beruflichen Fortbildungsstufe beginnt mit\nden Wörtern „Bachelor Professional in“. Die Fortbil-\ndungsordnung kann vorsehen, dass dieser Abschluss-\nbezeichnung eine weitere Abschlussbezeichnung vor-\nangestellt wird. Die Abschlussbezeichnung der zweiten\nberuflichen Fortbildungsstufe darf nur führen, wer\n1. die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die er\nin der Regel im Rahmen der Berufsausbildung er-\nworben hat, vertieft hat und\n1. die Prüfung der zweiten beruflichen Fortbildungs-\nstufe bestanden hat oder\n2. die in der Regel im Rahmen der Berufsausbildung\nerworbene berufliche Handlungsfähigkeit um neue\nFertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten ergänzt\nhat.\n2. die Prüfung einer gleichwertigen beruflichen Fortbil-\ndung auf der Grundlage bundes- oder landesrecht-\nlicher Regelungen, die diese Abschlussbezeichnung\nvorsehen, bestanden hat.\n(1) Den Fortbildungsabschluss des Geprüften Be-\nrufsspezialisten oder der Geprüften Berufsspezialistin\nerlangt, wer eine Prüfung der ersten beruflichen Fort-\nbildungsstufe besteht.",
        "936\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n§ 53d\n4. das Prüfungsverfahren.\nMaster Professional\n(1) Den Fortbildungsabschluss Master Professional\nerlangt, wer die Prüfung der dritten beruflichen Fortbil-\ndungsstufe besteht.\n(3) Abweichend von Absatz 1 werden Anpassungs-\nfortbildungsordnungen\n(2) In der Fortbildungsprüfung der dritten beruflichen\nFortbildungsstufe wird festgestellt, ob der Prüfling\n1. in den Berufen der Landwirtschaft, einschließlich der\nländlichen Hauswirtschaft, durch das Bundesminis-\nterium für Ernährung und Landwirtschaft im Einver-\nnehmen mit dem Bundesministerium für Bildung und\nForschung erlassen und\n1. die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die er\nin der Regel mit der Vorbereitung auf eine Fortbil-\ndungsprüfung der zweiten Fortbildungsstufe erwor-\nben hat, vertieft hat und\n2. in Berufen der Hauswirtschaft durch das Bundes-\nministerium für Wirtschaft und Energie im Einverneh-\nmen mit dem Bundesministerium für Bildung und\nForschung erlassen.\n2. neue Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten erwor-\nben hat, die erforderlich sind für die verantwortliche\nFührung von Organisationen oder zur Bearbeitung\nvon neuen, komplexen Aufgaben- und Problemstel-\nlungen wie der Entwicklung von Verfahren und Pro-\ndukten.\nAbschnitt 2\nDer Lernumfang für den Erwerb dieser Fertigkeiten,\nKenntnisse und Fähigkeiten soll mindestens 1 600 Stun-\nden betragen.\n(3) Als Voraussetzung zur Zulassung für eine Prü-\nfung der dritten beruflichen Fortbildungsstufe ist als\nRegelzugang ein Abschluss auf der zweiten beruflichen\nFortbildungsstufe vorzusehen.\n(4) Die Bezeichnung eines Fortbildungsabschlusses\nder dritten beruflichen Fortbildungsstufe beginnt mit\nden Wörtern „Master Professional in“. Die Fortbildungs-\nordnung kann vorsehen, dass dieser Abschlussbe-\nzeichnung eine weitere Abschlussbezeichnung vor-\nangestellt wird. Die Abschlussbezeichnung der dritten\nberuflichen Fortbildungsstufe darf nur führen, wer\nFortbildungsprüfungs-\nregelungen der zuständigen Stellen\n§ 54\nFortbildungsprüfungs-\nregelungen der zuständigen Stellen\n(1) Sofern für einen Fortbildungsabschluss weder\neine Fortbildungsordnung noch eine Anpassungsfort-\nbildungsordnung erlassen worden ist, kann die zustän-\ndige Stelle Fortbildungsprüfungsregelungen erlassen.\nWird im Fall des § 71 Absatz 8 als zuständige Stelle\neine Landesbehörde bestimmt, so erlässt die zustän-\ndige Landesregierung die Fortbildungsprüfungsrege-\nlungen durch Rechtsverordnung. Die Ermächtigung\nnach Satz 2 kann durch Rechtsverordnung auf die von\nihr bestimmte zuständige Stelle übertragen werden.\n(2) Die Fortbildungsprüfungsregelungen haben fest-\nzulegen:\n1. die Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses,\n1. die Prüfung der dritten beruflichen Fortbildungsstufe\nbestanden hat oder\n2. das Ziel, den Inhalt und die Anforderungen der Prü-\nfungen,\n2. die Prüfung einer gleichwertigen beruflichen Fortbil-\ndung auf der Grundlage bundes- oder landesrecht-\nlicher Regelungen, die diese Abschlussbezeichnung\nvorsehen, bestanden hat.\n3. die Zulassungsvoraussetzungen für die Prüfung und\n§ 53e\nAnpassungsfortbildungsordnungen\n(1) Als Grundlage für eine einheitliche Anpassungs-\nfortbildung kann das Bundesministerium für Bildung\nund Forschung im Einvernehmen mit dem Bundesmi-\nnisterium für Wirtschaft und Energie oder dem sonst\nzuständigen Fachministerium nach Anhörung des\nHauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbil-\ndung durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustim-\nmung des Bundesrates bedarf, Fortbildungsabschlüsse\nanerkennen und hierfür Prüfungsregelungen erlassen\n(Anpassungsfortbildungsordnungen).\n(2) Die Anpassungsfortbildungsordnungen\nfestzulegen:\nhaben\n1. die Bezeichnung des Fortbildungsabschlusses,\n2. das Ziel, den Inhalt und die Anforderungen der Prü-\nfung,\n3. die Zulassungsvoraussetzungen und\n4. das Prüfungsverfahren.\n(3) Bestätigt die zuständige oberste Landesbehörde,\n1. dass die Fortbildungsprüfungsregelungen die Vor-\naussetzungen des § 53b Absatz 2 und 3 sowie des\n§ 53a Absatz 2 erfüllen, so beginnt die Bezeichnung\ndes Fortbildungsabschlusses mit den Wörtern „Ge-\nprüfter Berufsspezialist für“ oder „Geprüfte Berufs-\nspezialistin für“,\n2. dass die Fortbildungsprüfungsregelungen die Vor-\naussetzungen des § 53c Absatz 2 und 3 erfüllen,\nso beginnt die Bezeichnung des Fortbildungsab-\nschlusses mit den Wörtern „Bachelor Professional\nin“,\n3. dass die Fortbildungsprüfungsregelungen die Vor-\naussetzungen des § 53d Absatz 2 und 3 erfüllen,\nso beginnt die Bezeichnung des Fortbildungsab-\nschlusses mit den Wörtern „Master Professional in“.\nDer Abschlussbezeichnung nach Satz 1 ist in Klammern\nein Zusatz beizufügen, aus dem sich zweifelsfrei die\nzuständige Stelle ergibt, die die Fortbildungsprüfungs-\nregelungen erlassen hat. Die Fortbildungsprüfungsrege-\nlungen können vorsehen, dass dieser Abschlussbezeich-\nnung eine weitere Abschlussbezeichnung vorangestellt\nwird.",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n(4) Eine Abschlussbezeichnung, die in einer von der\nzuständigen obersten Landesbehörde bestätigten Fort-\nbildungsprüfungsregelung enthalten ist, darf nur führen,\nwer die Prüfung bestanden hat.\nAbschnitt 3\n937\ndem sonst zuständigen Fachministerium nach Anhö-\nrung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für\nBerufsbildung durch Rechtsverordnung, die nicht der\nZustimmung des Bundesrates bedarf,\n1. die Bezeichnung des Umschulungsabschlusses,\nAusländische Vorqualifikationen, Prüfungen\n2. das Ziel, den Inhalt, die Art und Dauer der Umschu-\nlung,\n§ 55\n3. die Anforderungen der Umschulungsprüfung und die\nZulassungsvoraussetzungen sowie\nBerücksichtigung\nausländischer Vorqualifikationen\nSofern Fortbildungsordnungen, Anpassungsfortbil-\ndungsordnungen oder Fortbildungsprüfungsregelungen\nnach § 54 Zulassungsvoraussetzungen zu Prüfungen\nvorsehen, sind ausländische Bildungsabschlüsse und\nZeiten der Berufstätigkeit im Ausland zu berücksichti-\ngen.\n§ 56\nFortbildungsprüfungen\n(1) Für die Durchführung von Prüfungen im Bereich\nder beruflichen Fortbildung errichtet die zuständige\nStelle Prüfungsausschüsse. § 37 Absatz 2 Satz 1 und 2\nund Absatz 3 Satz 1 sowie § 39 Absatz 1 Satz 2, Ab-\nsatz 2 und 3 und die §§ 40 bis 42, 46 und 47 sind ent-\nsprechend anzuwenden.\n(2) Der Prüfling ist auf Antrag von der Ablegung ein-\nzelner Prüfungsbestandteile durch die zuständige Stelle\nzu befreien, wenn\n1. er eine andere vergleichbare Prüfung vor einer\nöffentlichen oder einer staatlich anerkannten Bil-\ndungseinrichtung oder vor einem staatlichen Prü-\nfungsausschuss erfolgreich abgelegt hat und\n2. die Anmeldung zur Fortbildungsprüfung innerhalb\nvon zehn Jahren nach der Bekanntgabe des Beste-\nhens der Prüfung erfolgt.\n§ 57\nGleichstellung von Prüfungszeugnissen\nDas Bundesministerium für Wirtschaft und Energie\noder das sonst zuständige Fachministerium kann im\nEinvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung\nund Forschung nach Anhörung des Hauptausschusses\ndes Bundesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsver-\nordnung Prüfungszeugnisse, die außerhalb des Anwen-\ndungsbereichs dieses Gesetzes oder im Ausland er-\nworben worden sind, den entsprechenden Zeugnissen\nüber das Bestehen einer Fortbildungsprüfung auf der\nGrundlage der §§ 53b bis 53e und 54 gleichstellen,\nwenn die in der Prüfung nachzuweisenden beruflichen\nFertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten gleichwertig\nsind.\n4. das Prüfungsverfahren der Umschulung\nunter Berücksichtigung der besonderen Erfordernisse\nder beruflichen Erwachsenenbildung bestimmen (Um-\nschulungsordnung).\n§ 59\nUmschulungsprüfungs-\nregelungen der zuständigen Stellen\nSoweit Rechtsverordnungen nach § 58 nicht erlassen\nsind, kann die zuständige Stelle Umschulungs-\nprüfungsregelungen erlassen. Wird im Fall des § 71\nAbsatz 8 als zuständige Stelle eine Landesbehörde be-\nstimmt, so erlässt die zuständige Landesregierung die\nUmschulungsprüfungsregelungen durch Rechtsverord-\nnung. Die Ermächtigung nach Satz 2 kann durch\nRechtsverordnung auf die von ihr bestimmte zustän-\ndige Stelle übertragen werden. Die zuständige Stelle\nregelt die Bezeichnung des Umschulungsabschlusses,\nZiel, Inhalt und Anforderungen der Prüfungen, die Zu-\nlassungsvoraussetzungen sowie das Prüfungsverfah-\nren unter Berücksichtigung der besonderen Erforder-\nnisse beruflicher Erwachsenenbildung.\n§ 60\nUmschulung für einen\nanerkannten Ausbildungsberuf\nSofern sich die Umschulungsordnung (§ 58) oder\neine Regelung der zuständigen Stelle (§ 59) auf die Um-\nschulung für einen anerkannten Ausbildungsberuf richtet,\nsind das Ausbildungsberufsbild (§ 5 Absatz 1 Num-\nmer 3), der Ausbildungsrahmenplan (§ 5 Absatz 1 Num-\nmer 4) und die Prüfungsanforderungen (§ 5 Absatz 1\nNummer 5) zugrunde zu legen. Die §§ 27 bis 33 gelten\nentsprechend.\n§ 61\nBerücksichtigung\nausländischer Vorqualifikationen\nSofern die Umschulungsordnung (§ 58) oder eine\nRegelung der zuständigen Stelle (§ 59) Zulassungs-\nvoraussetzungen vorsieht, sind ausländische Bildungs-\nabschlüsse und Zeiten der Berufstätigkeit im Ausland\nzu berücksichtigen.\nKapitel 3\n§ 62\nBerufliche Umschulung\nUmschulungsmaßnahmen;\nUmschulungsprüfungen\n§ 58\n(1) Maßnahmen der beruflichen Umschulung müs-\nsen nach Inhalt, Art, Ziel und Dauer den besonderen\nErfordernissen der beruflichen Erwachsenenbildung\nentsprechen.\nUmschulungsordnung\nAls Grundlage für eine geordnete und einheitliche\nberufliche Umschulung kann das Bundesministerium\nfür Bildung und Forschung im Einvernehmen mit dem\nBundesministerium für Wirtschaft und Energie oder\n(2) Umschulende haben die Durchführung der beruf-\nlichen Umschulung vor Beginn der Maßnahme der zu-",
        "938\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nständigen Stelle schriftlich anzuzeigen. Die Anzeige-\npflicht erstreckt sich auf den wesentlichen Inhalt des\nUmschulungsverhältnisses. Bei Abschluss eines Um-\nschulungsvertrages ist eine Ausfertigung der Vertrags-\nniederschrift beizufügen.\nMensch ist zur Abschlussprüfung auch zuzulassen,\nwenn die Voraussetzungen des § 43 Absatz 1 Num-\nmer 2 und 3 nicht vorliegen.\n(3) Für die Durchführung von Prüfungen im Bereich\nder beruflichen Umschulung errichtet die zuständige\nStelle Prüfungsausschüsse. § 37 Absatz 2 und 3 sowie\n§ 39 Absatz 2 und die §§ 40 bis 42, 46 und 47 gelten\nentsprechend.\nAusbildungs-\nregelungen der zuständigen Stellen\n(4) Der Prüfling ist auf Antrag von der Ablegung ein-\nzelner Prüfungsbestandteile durch die zuständige Stelle\nzu befreien, wenn er eine andere vergleichbare Prüfung\nvor einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Bil-\ndungseinrichtung oder vor einem staatlichen Prüfungs-\nausschuss erfolgreich abgelegt hat und die Anmeldung\nzur Umschulungsprüfung innerhalb von zehn Jahren\nnach der Bekanntgabe des Bestehens der anderen Prü-\nfung erfolgt.\n§ 63\n§ 66\n(1) Für behinderte Menschen, für die wegen Art und\nSchwere ihrer Behinderung eine Ausbildung in einem\nanerkannten Ausbildungsberuf nicht in Betracht kommt,\ntreffen die zuständigen Stellen auf Antrag der behinder-\nten Menschen oder ihrer gesetzlichen Vertreter oder\nVertreterinnen Ausbildungsregelungen entsprechend\nden Empfehlungen des Hauptausschusses des Bun-\ndesinstituts für Berufsbildung. Die Ausbildungsinhalte\nsollen unter Berücksichtigung von Lage und Entwick-\nlung des allgemeinen Arbeitsmarktes aus den Inhalten\nanerkannter Ausbildungsberufe entwickelt werden. Im\nAntrag nach Satz 1 ist eine Ausbildungsmöglichkeit in\ndem angestrebten Ausbildungsgang nachzuweisen.\n(2) § 65 Absatz 2 Satz 1 gilt entsprechend.\nGleichstellung von Prüfungszeugnissen\nDas Bundesministerium für Wirtschaft und Energie\noder das sonst zuständige Fachministerium kann im\nEinvernehmen mit dem Bundesministerium für Bildung\nund Forschung nach Anhörung des Hauptausschusses\ndes Bundesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsver-\nordnung außerhalb des Anwendungsbereichs dieses\nGesetzes oder im Ausland erworbene Prüfungszeug-\nnisse den entsprechenden Zeugnissen über das Beste-\nhen einer Umschulungsprüfung auf der Grundlage der\n§§ 58 und 59 gleichstellen, wenn die in der Prüfung\nnachzuweisenden beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse\nund Fähigkeiten gleichwertig sind.\nKapitel 4\nBerufsbildung\nfür besondere Personengruppen\nAbschnitt 1\nBerufsbildung behinderter Menschen\n§ 64\nBerufsausbildung\nBehinderte Menschen (§ 2 Absatz 1 Satz 1 des\nNeunten Buches Sozialgesetzbuch) sollen in anerkann-\nten Ausbildungsberufen ausgebildet werden.\n§ 67\nBerufliche Fortbildung, berufliche Umschulung\nFür die berufliche Fortbildung und die berufliche Um-\nschulung behinderter Menschen gelten die §§ 64 bis 66\nentsprechend, soweit es Art und Schwere der Behin-\nderung erfordern.\nAbschnitt 2\nBerufsausbildungsvorbereitung\n§ 68\nPersonenkreis und Anforderungen\n(1) Die Berufsausbildungsvorbereitung richtet sich\nan lernbeeinträchtigte oder sozial benachteiligte Perso-\nnen, deren Entwicklungsstand eine erfolgreiche Ausbil-\ndung in einem anerkannten Ausbildungsberuf noch\nnicht erwarten lässt. Sie muss nach Inhalt, Art, Ziel\nund Dauer den besonderen Erfordernissen des in Satz 1\ngenannten Personenkreises entsprechen und durch\numfassende sozialpädagogische Betreuung und Unter-\nstützung begleitet werden.\n(2) Für die Berufsausbildungsvorbereitung, die nicht\nim Rahmen des Dritten Buches Sozialgesetzbuch oder\nanderer vergleichbarer, öffentlich geförderter Maßnah-\nmen durchgeführt wird, gelten die §§ 27 bis 33 entspre-\nchend.\n§ 65\nBerufsausbildung\nin anerkannten Ausbildungsberufen\n(1) Regelungen nach den §§ 9 und 47 sollen die be-\nsonderen Verhältnisse behinderter Menschen berück-\nsichtigen. Dies gilt insbesondere für die zeitliche und\nsachliche Gliederung der Ausbildung, die Dauer von\nPrüfungszeiten, die Zulassung von Hilfsmitteln und\ndie Inanspruchnahme von Hilfeleistungen Dritter wie\nGebärdensprachdolmetscher für hörbehinderte Men-\nschen.\n(2) Der Berufsausbildungsvertrag mit einem behin-\nderten Menschen ist in das Verzeichnis der Berufsaus-\nbildungsverhältnisse (§ 34) einzutragen. Der behinderte\n§ 69\nQualifizierungsbausteine, Bescheinigung\n(1) Die Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb\nberuflicher Handlungsfähigkeit (§ 1 Absatz 2) kann ins-\nbesondere durch inhaltlich und zeitlich abgegrenzte\nLerneinheiten erfolgen, die aus den Inhalten anerkannter\nAusbildungsberufe entwickelt werden (Qualifizierungs-\nbausteine).\n(2) Über vermittelte Grundlagen für den Erwerb be-\nruflicher Handlungsfähigkeit stellt der Anbieter der Be-\nrufsausbildungsvorbereitung eine Bescheinigung aus.\nDas Nähere regelt das Bundesministerium für Bildung\nund Forschung im Einvernehmen mit den für den Erlass",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n939\nvon Ausbildungsordnungen zuständigen Fachminis-\nterien nach Anhörung des Hauptausschusses des Bun-\ndesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsverordnung,\ndie nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf.\nfreier Handwerke und handwerksähnlicher Gewerbe\ndurchgeführt wird, ist abweichend von den Absätzen 2\nbis 6 die Handwerkskammer zuständige Stelle im Sinne\ndieses Gesetzes.\n§ 70\n(8) Soweit Kammern für einzelne Berufsbereiche der\nAbsätze 1 bis 6 nicht bestehen, bestimmt das Land die\nzuständige Stelle.\nÜberwachung, Beratung\n(1) Die nach Landesrecht zuständige Behörde hat\ndie Berufsausbildungsvorbereitung zu untersagen, wenn\ndie Voraussetzungen des § 68 Absatz 1 nicht vorliegen.\n(2) Der Anbieter hat die Durchführung von Maßnah-\nmen der Berufsausbildungsvorbereitung vor Beginn der\nMaßnahme der zuständigen Stelle schriftlich anzuzei-\ngen. Die Anzeigepflicht erstreckt sich auf den wesent-\nlichen Inhalt des Qualifizierungsvertrages.\n(3) Die Absätze 1 und 2 sowie § 76 finden keine An-\nwendung, soweit die Berufsausbildungsvorbereitung im\nRahmen des Dritten Buches Sozialgesetzbuch oder an-\nderer vergleichbarer, öffentlich geförderter Maßnahmen\ndurchgeführt wird.\nTeil 3\n(9) Zuständige Stellen können vereinbaren, dass die\nihnen jeweils durch Gesetz zugewiesenen Aufgaben im\nBereich der Berufsbildung durch eine von ihnen für die\nBeteiligten wahrgenommen werden. Die Vereinbarung\nbedarf der Genehmigung durch die zuständigen obers-\nten Bundes- oder Landesbehörden.\n§ 72\nBestimmung durch Rechtsverordnung\nDas zuständige Fachministerium kann im Einverneh-\nmen mit dem Bundesministerium für Bildung und For-\nschung durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des\nBundesrates für Berufsbereiche, die durch § 71 nicht\ngeregelt sind, die zuständige Stelle bestimmen.\nOrganisation der Berufsbildung\n§ 73\nKapitel 1\nZuständige Stellen\nim Bereich des öffentlichen Dienstes\nZuständige Stellen;\nzuständige Behörden\n(1) Im öffentlichen Dienst bestimmt für den Bund die\noberste Bundesbehörde für ihren Geschäftsbereich die\nzuständige Stelle\nAbschnitt 1\n1. in den Fällen der §§ 32, 33 und 76 sowie der §§ 23,\n24 und 41a der Handwerksordnung,\nBestimmung der zuständigen Stelle\n§ 71\nZuständige Stellen\n(1) Für die Berufsbildung in Berufen der Handwerks-\nordnung ist die Handwerkskammer zuständige Stelle\nim Sinne dieses Gesetzes.\n(2) Für die Berufsbildung in nichthandwerklichen Ge-\nwerbeberufen ist die Industrie- und Handelskammer\nzuständige Stelle im Sinne dieses Gesetzes.\n(3) Für die Berufsbildung in Berufen der Landwirt-\nschaft, einschließlich der ländlichen Hauswirtschaft, ist\ndie Landwirtschaftskammer zuständige Stelle im Sinne\ndieses Gesetzes.\n(4) Für die Berufsbildung der Fachangestellten im\nBereich der Rechtspflege sind jeweils für ihren Bereich\ndie Rechtsanwalts-, Patentanwalts- und Notarkammern\nund für ihren Tätigkeitsbereich die Notarkassen zustän-\ndige Stelle im Sinne dieses Gesetzes.\n(5) Für die Berufsbildung der Fachangestellten im\nBereich der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung\nsind jeweils für ihren Bereich die Wirtschaftsprüferkam-\nmern und die Steuerberaterkammern zuständige Stelle\nim Sinne dieses Gesetzes.\n(6) Für die Berufsbildung der Fachangestellten im\nBereich der Gesundheitsdienstberufe sind jeweils für\nihren Bereich die Ärzte-, Zahnärzte-, Tierärzte- und\nApothekerkammern zuständige Stelle im Sinne dieses\nGesetzes.\n(7) Soweit die Berufsausbildungsvorbereitung, die\nBerufsausbildung und die berufliche Umschulung in\nBetrieben zulassungspflichtiger Handwerke, zulassungs-\n2. für die Berufsbildung in anderen als den durch die\n§§ 71 und 72 erfassten Berufsbereichen;\ndies gilt auch für die der Aufsicht des Bundes unter-\nstehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen\ndes öffentlichen Rechts.\n(2) Im öffentlichen Dienst bestimmen die Länder für\nihren Bereich sowie für die Gemeinden und Gemeinde-\nverbände die zuständige Stelle für die Berufsbildung in\nanderen als den durch die §§ 71 und 72 erfassten Be-\nrufsbereichen. Dies gilt auch für die der Aufsicht der\nLänder unterstehenden Körperschaften, Anstalten und\nStiftungen des öffentlichen Rechts.\n(3) § 71 Absatz 9 gilt entsprechend.\n§ 74\nErweiterte Zuständigkeit\n§ 73 gilt entsprechend für Ausbildungsberufe, in\ndenen im Bereich der Kirchen und sonstigen Religions-\ngemeinschaften des öffentlichen Rechts oder außer-\nhalb des öffentlichen Dienstes nach Ausbildungsord-\nnungen des öffentlichen Dienstes ausgebildet wird.\n§ 75\nZuständige Stellen\nim Bereich der Kirchen und sonstigen\nReligionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts\nDie Kirchen und sonstigen Religionsgemeinschaften\ndes öffentlichen Rechts bestimmen für ihren Bereich\ndie zuständige Stelle für die Berufsbildung in anderen\nals den durch die §§ 71, 72 und 74 erfassten Berufs-\nbereichen. Die §§ 77 bis 80 finden keine Anwendung.",
        "940\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nAbschnitt 2\nÜberwachung der Berufsbildung\n§ 76\nÜberwachung, Beratung\n(1) Die zuständige Stelle überwacht die Durchfüh-\nrung\n1. der Berufsausbildungsvorbereitung,\n2. der Berufsausbildung und\n3. der beruflichen Umschulung\nund fördert diese durch Beratung der an der Berufsbil-\ndung beteiligten Personen. Sie hat zu diesem Zweck\nBerater oder Beraterinnen zu bestellen.\nnehmigung der obersten Landesbehörde festgesetzt\nwird.\n(4) Die Mitglieder können nach Anhören der an ihrer\nBerufung Beteiligten aus wichtigem Grund abberufen\nwerden.\n(5) Die Mitglieder haben Stellvertreter oder Stellver-\ntreterinnen. Die Absätze 1 bis 4 gelten für die Stellver-\ntreter und Stellvertreterinnen entsprechend.\n(6) Der Berufsbildungsausschuss wählt ein Mitglied,\ndas den Vorsitz führt, und ein weiteres Mitglied, das\nden Vorsitz stellvertretend übernimmt. Der Vorsitz und\nseine Stellvertretung sollen nicht derselben Mitglieder-\ngruppe angehören.\n§ 78\n(2) Ausbildende, Umschulende und Anbieter von\nMaßnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung sind\nauf Verlangen verpflichtet, die für die Überwachung\nnotwendigen Auskünfte zu erteilen und Unterlagen vor-\nzulegen sowie die Besichtigung der Ausbildungsstätten\nzu gestatten.\n(1) Der Berufsbildungsausschuss ist beschlussfähig,\nwenn mehr als die Hälfte seiner stimmberechtigten Mit-\nglieder anwesend ist. Er beschließt mit der Mehrheit der\nabgegebenen Stimmen.\n(3) Die Durchführung von Auslandsaufenthalten nach\n§ 2 Absatz 3 überwacht und fördert die zuständige\nStelle in geeigneter Weise. Beträgt die Dauer eines\nAusbildungsabschnitts im Ausland mehr als acht Wo-\nchen, ist hierfür ein mit der zuständigen Stelle abge-\nstimmter Plan erforderlich.\n(2) Zur Wirksamkeit eines Beschlusses ist es erfor-\nderlich, dass der Gegenstand bei der Einberufung des\nAusschusses bezeichnet ist, es sei denn, dass er mit\nZustimmung von zwei Dritteln der stimmberechtigten\nMitglieder nachträglich auf die Tagesordnung gesetzt\nwird.\n(4) Auskunftspflichtige können die Auskunft auf sol-\nche Fragen verweigern, deren Beantwortung sie selbst\noder einen der in § 52 der Strafprozessordnung be-\nzeichneten Angehörigen der Gefahr strafgerichtlicher\nVerfolgung oder eines Verfahrens nach dem Gesetz\nüber Ordnungswidrigkeiten aussetzen würde.\n(5) Die zuständige Stelle teilt der Aufsichtsbehörde\nnach dem Jugendarbeitsschutzgesetz Wahrnehmun-\ngen mit, die für die Durchführung des Jugendarbeits-\nschutzgesetzes von Bedeutung sein können.\nAbschnitt 3\nBerufsbildungsausschuss der zuständigen Stelle\n§ 77\nErrichtung\n(1) Die zuständige Stelle errichtet einen Berufsbil-\ndungsausschuss. Ihm gehören sechs Beauftragte der\nArbeitgeber, sechs Beauftragte der Arbeitnehmer und\nsechs Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen an, die\nLehrkräfte mit beratender Stimme.\n(2) Die Beauftragten der Arbeitgeber werden auf\nVorschlag der zuständigen Stelle, die Beauftragten der\nArbeitnehmer auf Vorschlag der im Bezirk der zustän-\ndigen Stelle bestehenden Gewerkschaften und selbst-\nständigen Vereinigungen von Arbeitnehmern mit sozial-\noder berufspolitischer Zwecksetzung, die Lehrkräfte an\nberufsbildenden Schulen von der nach Landesrecht zu-\nständigen Behörde längstens für vier Jahre als Mitglie-\nder berufen.\n(3) Die Tätigkeit im Berufsbildungsausschuss ist eh-\nrenamtlich. Für bare Auslagen und für Zeitversäumnis\nist, soweit eine Entschädigung nicht von anderer Seite\ngewährt wird, eine angemessene Entschädigung zu\nzahlen, deren Höhe von der zuständigen Stelle mit Ge-\nBeschlussfähigkeit, Abstimmung\n§ 79\nAufgaben\n(1) Der Berufsbildungsausschuss ist in allen wichti-\ngen Angelegenheiten der beruflichen Bildung zu unter-\nrichten und zu hören. Er hat im Rahmen seiner Aufgaben\nauf eine stetige Entwicklung der Qualität der beruflichen\nBildung hinzuwirken.\n(2) Wichtige Angelegenheiten, in denen der Berufs-\nbildungsausschuss anzuhören ist, sind insbesondere:\n1. Erlass von Verwaltungsgrundsätzen über die Eig-\nnung von Ausbildungs- und Umschulungsstätten,\nfür das Führen von Ausbildungsnachweisen nach\n§ 13 Satz 2 Nummer 7, für die Verkürzung der Aus-\nbildungsdauer, für die vorzeitige Zulassung zur Ab-\nschlussprüfung, für die Durchführung der Prüfungen,\nzur Durchführung von über- und außerbetrieblicher\nAusbildung sowie Verwaltungsrichtlinien zur beruf-\nlichen Bildung,\n2. Umsetzung der vom Landesausschuss für Berufsbil-\ndung empfohlenen Maßnahmen,\n3. wesentliche inhaltliche Änderungen des Ausbil-\ndungsvertragsmusters.\n(3) Wichtige Angelegenheiten, in denen der Berufs-\nbildungsausschuss zu unterrichten ist, sind insbeson-\ndere:\n1. Zahl und Art der der zuständigen Stelle angezeigten\nMaßnahmen der Berufsausbildungsvorbereitung und\nberuflichen Umschulung sowie der eingetragenen\nBerufsausbildungsverhältnisse,\n2. Zahl und Ergebnisse von durchgeführten Prüfungen\nsowie hierbei gewonnene Erfahrungen,\n3. Tätigkeit der Berater und Beraterinnen nach § 76\nAbsatz 1 Satz 2,",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n4. für den räumlichen und fachlichen Zuständigkeitsbe-\nreich der zuständigen Stelle neue Formen, Inhalte\nund Methoden der Berufsbildung,\n5. Stellungnahmen oder Vorschläge der zuständigen\nStelle gegenüber anderen Stellen und Behörden, so-\nweit sie sich auf die Durchführung dieses Gesetzes\noder der auf Grund dieses Gesetzes erlassenen\nRechtsvorschriften beziehen,\n6. Bau eigener überbetrieblicher Berufsbildungsstätten,\n7. Beschlüsse nach Absatz 5 sowie beschlossene\nHaushaltsansätze zur Durchführung der Berufsbil-\ndung mit Ausnahme der Personalkosten,\n8. Verfahren zur Beilegung von Streitigkeiten aus Aus-\nbildungsverhältnissen,\n9. Arbeitsmarktfragen, soweit sie die Berufsbildung im\nZuständigkeitsbereich der zuständigen Stelle berüh-\nren.\n(4) Der Berufsbildungsausschuss hat die auf Grund\ndieses Gesetzes von der zuständigen Stelle zu erlas-\nsenden Rechtsvorschriften für die Durchführung der\nBerufsbildung zu beschließen. Gegen Beschlüsse, die\ngegen Gesetz oder Satzung verstoßen, kann die zur\nVertretung der zuständigen Stelle berechtigte Person\ninnerhalb einer Woche Einspruch einlegen. Der Ein-\nspruch ist zu begründen und hat aufschiebende Wir-\nkung. Der Berufsbildungsausschuss hat seinen Be-\nschluss zu überprüfen und erneut zu beschließen.\n(5) Beschlüsse, zu deren Durchführung die für Be-\nrufsbildung im laufenden Haushalt vorgesehenen Mittel\nnicht ausreichen, bedürfen für ihre Wirksamkeit der Zu-\nstimmung der für den Haushaltsplan zuständigen Orga-\nne. Das Gleiche gilt für Beschlüsse, zu deren Durchfüh-\nrung in folgenden Haushaltsjahren Mittel bereitgestellt\nwerden müssen, die die Ausgaben für Berufsbildung\ndes laufenden Haushalts nicht unwesentlich überstei-\ngen.\n(6) Abweichend von § 77 Absatz 1 haben die Lehr-\nkräfte Stimmrecht bei Beschlüssen zu Angelegenheiten\nder Berufsausbildungsvorbereitung und Berufsausbil-\ndung, soweit sich die Beschlüsse unmittelbar auf die\nOrganisation der schulischen Berufsbildung auswirken.\n§ 80\nGeschäftsordnung\nDer Berufsbildungsausschuss gibt sich eine Ge-\nschäftsordnung. Sie kann die Bildung von Unteraus-\nschüssen vorsehen und bestimmen, dass ihnen nicht\nnur Mitglieder des Ausschusses angehören. Für die\nUnterausschüsse gelten § 77 Absatz 2 bis 6 und § 78\nentsprechend.\nAbschnitt 4\nZuständige Behörden\n§ 81\nZuständige Behörden\n(1) Im Bereich des Bundes ist die oberste Bundes-\nbehörde oder die von ihr bestimmte Behörde die zu-\nständige Behörde im Sinne des § 30 Absatz 6, der\n§§ 32, 33, 40 Absatz 6 und der §§ 47, 54 Absatz 3\nund des § 77 Absatz 2 und 3.\n941\n(2) Ist eine oberste Bundesbehörde oder eine\noberste Landesbehörde zuständige Stelle im Sinne die-\nses Gesetzes, so bedarf es im Fall des § 40 Absatz 6,\ndes § 47 Absatz 1 und des § 77 Absatz 3 keiner Ge-\nnehmigung und im Fall des § 54 keiner Bestätigung.\nKapitel 2\nLandesausschüsse\nfür Berufsbildung\n§ 82\nErrichtung,\nGeschäftsordnung, Abstimmung\n(1) Bei der Landesregierung wird ein Landesaus-\nschuss für Berufsbildung errichtet. Er setzt sich zusam-\nmen aus einer gleichen Zahl von Beauftragten der Ar-\nbeitgeber, der Arbeitnehmer und der obersten Landes-\nbehörden. Die Hälfte der Beauftragten der obersten\nLandesbehörden muss in Fragen des Schulwesens\nsachverständig sein.\n(2) Die Mitglieder des Landesausschusses werden\nlängstens für vier Jahre von der Landesregierung be-\nrufen, die Beauftragten der Arbeitgeber auf Vorschlag\nder auf Landesebene bestehenden Zusammenschlüsse\nder Kammern, der Arbeitgeberverbände und der Unter-\nnehmerverbände, die Beauftragten der Arbeitnehmer\nauf Vorschlag der auf Landesebene bestehenden Ge-\nwerkschaften und selbstständigen Vereinigungen von\nArbeitnehmern mit sozial- oder berufspolitischer\nZwecksetzung. Die Tätigkeit im Landesausschuss ist\nehrenamtlich. Für bare Auslagen und für Zeitversäum-\nnis ist, soweit eine Entschädigung nicht von anderer\nSeite gewährt wird, eine angemessene Entschädigung\nzu zahlen, deren Höhe von der Landesregierung oder\nder von ihr bestimmten obersten Landesbehörde fest-\ngesetzt wird. Die Mitglieder können nach Anhören der\nan ihrer Berufung Beteiligten aus wichtigem Grund ab-\nberufen werden. Der Ausschuss wählt ein Mitglied, das\nden Vorsitz führt, und ein weiteres Mitglied, das den\nVorsitz stellvertretend übernimmt. Der Vorsitz und seine\nStellvertretung sollen nicht derselben Mitgliedergruppe\nangehören.\n(3) Die Mitglieder haben Stellvertreter oder Stellver-\ntreterinnen. Die Absätze 1 und 2 gelten für die Stellver-\ntreter und Stellvertreterinnen entsprechend.\n(4) Der Landesausschuss gibt sich eine Geschäfts-\nordnung, die der Genehmigung der Landesregierung\noder der von ihr bestimmten obersten Landesbehörde\nbedarf. Sie kann die Bildung von Unterausschüssen\nvorsehen und bestimmen, dass ihnen nicht nur Mitglie-\nder des Landesausschusses angehören. Absatz 2\nSatz 2 gilt für die Unterausschüsse hinsichtlich der Ent-\nschädigung entsprechend. An den Sitzungen des Lan-\ndesausschusses und der Unterausschüsse können\nVertreter der beteiligten obersten Landesbehörden,\nder Gemeinden und Gemeindeverbände sowie der\nAgentur für Arbeit teilnehmen.\n(5) Der Landesausschuss ist beschlussfähig, wenn\nmehr als die Hälfte seiner Mitglieder anwesend ist. Er\nbeschließt mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen.",
        "942\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n§ 83\nAufgaben\n(1) Der Landesausschuss hat die Landesregierung in\nden Fragen der Berufsbildung zu beraten, die sich für\ndas Land ergeben. Er hat im Rahmen seiner Aufgaben\nauf eine stetige Entwicklung der Qualität der beruf-\nlichen Bildung hinzuwirken.\n(2) Er hat insbesondere im Interesse einer einheit-\nlichen Berufsbildung auf eine Zusammenarbeit zwischen\nder schulischen Berufsbildung und der Berufsbildung\nnach diesem Gesetz sowie auf eine Berücksichtigung\nder Berufsbildung bei der Neuordnung und Weiterent-\nwicklung des Schulwesens hinzuwirken. Der Landes-\nausschuss kann zur Stärkung der regionalen Ausbil-\ndungs- und Beschäftigungssituation Empfehlungen\nzur inhaltlichen und organisatorischen Abstimmung\nund zur Verbesserung der Ausbildungsangebote aus-\nsprechen.\nTeil 4\nBerufsbildungsforschung,\nPlanung und Statistik\n§ 84\nZiele der\nBerufsbildungsforschung\nDie Berufsbildungsforschung soll\n1. Grundlagen der Berufsbildung klären,\n2. inländische, europäische und internationale Entwick-\nlungen in der Berufsbildung beobachten,\n3. Anforderungen an Inhalte und Ziele der Berufsbil-\ndung ermitteln,\n4. Weiterentwicklungen der Berufsbildung in Hinblick\nauf gewandelte wirtschaftliche, gesellschaftliche\nund technische Erfordernisse vorbereiten,\n5. Instrumente und Verfahren der Vermittlung von Be-\nrufsbildung sowie den Wissens- und Technologie-\ntransfer fördern.\n§ 85\nZiele der Berufsbildungsplanung\n(1) Durch die Berufsbildungsplanung sind Grund-\nlagen für eine abgestimmte und den technischen, wirt-\nschaftlichen und gesellschaftlichen Anforderungen ent-\nsprechende Entwicklung der beruflichen Bildung zu\nschaffen.\n(2) Die Berufsbildungsplanung hat insbesondere\ndazu beizutragen, dass die Ausbildungsstätten nach\nArt, Zahl, Größe und Standort ein qualitativ und quan-\ntitativ ausreichendes Angebot an beruflichen Ausbil-\ndungsplätzen gewährleisten und dass sie unter Berück-\nsichtigung der voraussehbaren Nachfrage und des\nlangfristig zu erwartenden Bedarfs an Ausbildungsplät-\nzen möglichst günstig genutzt werden.\n§ 86\nBerufsbildungsbericht\n(1) Das Bundesministerium für Bildung und For-\nschung hat Entwicklungen in der beruflichen Bildung\nständig zu beobachten und darüber bis zum 15. Mai\njeden Jahres der Bundesregierung einen Bericht (Be-\nrufsbildungsbericht) vorzulegen. In dem Bericht sind\nStand und voraussichtliche Weiterentwicklungen der\nBerufsbildung darzustellen. Erscheint die Sicherung\neines regional und sektoral ausgewogenen Angebots\nan Ausbildungsplätzen als gefährdet, sollen in den Be-\nricht Vorschläge für die Behebung aufgenommen wer-\nden.\n(2) Der Bericht soll angeben\n1. für das vergangene Kalenderjahr\na) auf der Grundlage von Angaben der zuständigen\nStellen die in das Verzeichnis der Berufsausbil-\ndungsverhältnisse nach diesem Gesetz oder der\nHandwerksordnung eingetragenen Berufsausbil-\ndungsverträge, die vor dem 1. Oktober des ver-\ngangenen Jahres in den vorangegangenen zwölf\nMonaten abgeschlossen worden sind und am\n30. September des vergangenen Jahres noch be-\nstehen, sowie\nb) die Zahl der am 30. September des vergangenen\nJahres nicht besetzten, der Bundesagentur für\nArbeit zur Vermittlung angebotenen Ausbildungs-\nplätze und die Zahl der zu diesem Zeitpunkt bei\nder Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Ausbil-\ndungsplätze suchenden Personen;\n2. für das laufende Kalenderjahr\na) die bis zum 30. September des laufenden Jahres\nzu erwartende Zahl der Ausbildungsplätze suchen-\nden Personen,\nb) eine Einschätzung des bis zum 30. September\ndes laufenden Jahres zu erwartenden Angebots\nan Ausbildungsplätzen.\n§ 87\nZweck und Durchführung\nder Berufsbildungsstatistik\n(1) Für Zwecke der Planung und Ordnung der Be-\nrufsbildung wird eine Bundesstatistik durchgeführt.\n(2) Das Bundesinstitut für Berufsbildung und die\nBundesagentur für Arbeit unterstützen das Statistische\nBundesamt bei der technischen und methodischen\nVorbereitung der Statistik.\n(3) Das Erhebungs- und Aufbereitungsprogramm ist\nim Benehmen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung\nso zu gestalten, dass die erhobenen Daten für Zwecke\nder Planung und Ordnung der Berufsbildung im Rah-\nmen der jeweiligen Zuständigkeiten Verwendung finden\nkönnen.\n§ 88\nErhebungen\n(1) Die jährliche Bundesstatistik erfasst\n1. für jeden Berufsausbildungsvertrag:\na) Geschlecht, Geburtsjahr, Staatsangehörigkeit der\nAuszubildenden,\nb) Amtlicher Gemeindeschlüssel des Wohnortes der\nAuszubildenden bei Vertragsabschluss,\nc) allgemeinbildender Schulabschluss, vorausge-\ngangene Teilnahme an berufsvorbereitender\nQualifizierung oder beruflicher Grundbildung, vor-\nherige Berufsausbildung sowie vorheriges Stu-\ndium der Auszubildenden,",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nd) Ausbildungsberuf einschließlich Fachrichtung,\ne) Amtlicher Gemeindeschlüssel und geografische\nGitterzelle der Ausbildungsstätte, Wirtschafts-\nzweig, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst,\nf) Verkürzung der Ausbildungsdauer, Teilzeitberufs-\nausbildung, Dauer der Probezeit,\ng) die bei Vertragsabschluss vereinbarte Vergütung\nfür jedes Ausbildungsjahr,\nh) Tag, Monat und Jahr des vertraglich vereinbarten\nBeginns und Endes der aktuellen Ausbildung,\nTag, Monat und Jahr einer vorzeitigen Auflösung\ndes Berufsausbildungsverhältnisses,\ni) Anschlussvertrag bei Anrechnung einer zuvor ab-\nsolvierten dualen Berufsausbildung nach diesem\nGesetz oder nach der Handwerksordnung mit An-\ngabe des Ausbildungsberufs,\nj) Art der Förderung bei überwiegend öffentlich, ins-\nbesondere auf Grund des Dritten Buches Sozial-\ngesetzbuch geförderten Berufsausbildungsver-\nhältnissen,\nk) Tag, Monat und Jahr der Abschlussprüfung, Art\nder Zulassung zur Prüfung, Tag, Monat und Jahr\nder Wiederholungsprüfungen, Prüfungserfolg,\nl) ausbildungsintegrierendes duales Studium,\n2. für jede Prüfungsteilnahme in der beruflichen Bil-\ndung mit Ausnahme der durch Nummer 1 erfassten\nAusbildungsverträge: Geschlecht, Geburtsjahr und\nVorbildung der Teilnehmenden, Berufsrichtung, Wie-\nderholungsprüfung, Art der Prüfung, Prüfungserfolg,\n3. für jeden Ausbilder und jede Ausbilderin: Ge-\nschlecht, Geburtsjahr, Art der fachlichen Eignung.\nDer Berichtszeitraum für die Erhebungen ist das Kalen-\nderjahr. Die Angaben werden mit dem Datenstand zum\n31. Dezember des Berichtszeitraums erhoben.\n(2) Hilfsmerkmale sind Name und Anschrift der Aus-\nkunftspflichtigen, die laufenden Nummern der Daten-\nsätze zu den Auszubildenden, den Prüfungsteilneh-\nmenden und den Ausbildern und Ausbilderinnen sowie\ndie Betriebsnummer der Ausbildungsstätte nach § 18i\nAbsatz 1 oder § 18k Absatz 1 des Vierten Buches\nSozialgesetzbuch. Die Hilfsmerkmale sind zum frühest-\nmöglichen Zeitpunkt, spätestens jedoch nach Ab-\nschluss der wiederkehrenden Erhebung, zu löschen.\nDie Merkmale nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 Buch-\nstabe e Wirtschaftszweig, Amtlicher Gemeindeschlüssel\nund geografische Gitterzelle dürfen mittels des Hilfs-\nmerkmals Betriebsnummer der Ausbildungsstätte nach\n§ 18i Absatz 1 oder § 18k Absatz 1 des Vierten Buches\nSozialgesetzbuch aus den Daten des Statistikregisters\nnach § 13 Absatz 1 des Bundesstatistikgesetzes ermit-\ntelt werden und mit den Daten nach Absatz 1 Satz 1\nund nach Absatz 2 Satz 1 zusammengeführt werden.\n(3) Auskunftspflichtig sind die zuständigen Stellen.\n(4) Zu Zwecken der Erstellung der Berufsbildungs-\nberichterstattung sowie zur Durchführung der Berufsbil-\ndungsforschung nach § 84 werden die nach Absatz 1\nSatz 1 Nummer 1 bis 3 erhobenen Daten als Einzelanga-\nben vom Statistischen Bundesamt und von den statisti-\nschen Ämtern der Länder verarbeitet und an das Bun-\ndesinstitut für Berufsbildung übermittelt. Hierzu wird\nbeim Bundesinstitut für Berufsbildung eine Organisa-\ntionseinheit eingerichtet, die räumlich, organisatorisch\n943\nund personell von den anderen Aufgabenbereichen des\nBundesinstituts für Berufsbildung zu trennen ist. Die in\nder Organisationseinheit tätigen Personen müssen Amts-\nträger oder für den öffentlichen Dienst besonders Ver-\npflichtete sein. Sie dürfen aus ihrer Tätigkeit gewonnene\nErkenntnisse nur zur Erstellung des Berufsbildungsbe-\nrichts sowie zur Durchführung der Berufsbildungsfor-\nschung verwenden. Die nach Satz 1 übermittelten Daten\ndürfen nicht mit anderen personenbezogenen Daten zu-\nsammengeführt werden. Das Nähere zur Ausführung der\nSätze 2 und 3 regelt das Bundesministerium für Bildung\nund Forschung durch Erlass.\nTeil 5\nBundesinstitut für Berufsbildung\n§ 89\nBundesinstitut für Berufsbildung\nDas Bundesinstitut für Berufsbildung ist eine bun-\ndesunmittelbare rechtsfähige Anstalt des öffentlichen\nRechts. Es hat seinen Sitz in Bonn.\n§ 90\nAufgaben\n(1) Das Bundesinstitut für Berufsbildung führt seine\nAufgaben im Rahmen der Bildungspolitik der Bundes-\nregierung durch.\n(2) Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat die Auf-\ngabe, durch wissenschaftliche Forschung zur Berufs-\nbildungsforschung beizutragen. Die Forschung wird\nauf der Grundlage eines jährlichen Forschungspro-\ngramms durchgeführt; das Forschungsprogramm be-\ndarf der Genehmigung des Bundesministeriums für Bil-\ndung und Forschung. Weitere Forschungsaufgaben\nkönnen dem Bundesinstitut für Berufsbildung von\nobersten Bundesbehörden im Einvernehmen mit dem\nBundesministerium für Bildung und Forschung übertra-\ngen werden. Die wesentlichen Ergebnisse der For-\nschungsarbeit des Bundesinstituts für Berufsbildung\nsind zu veröffentlichen.\n(3) Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat die\nsonstigen Aufgaben:\n1. nach Weisung des zuständigen Bundesministeriums\na) an der Vorbereitung von Ausbildungsordnungen\nund sonstigen Rechtsverordnungen, die nach\ndiesem Gesetz oder nach dem zweiten Teil der\nHandwerksordnung zu erlassen sind, mitzuwir-\nken,\nb) an der Vorbereitung des Berufsbildungsberichts\nmitzuwirken,\nc) an der Durchführung der Berufsbildungsstatistik\nnach Maßgabe des § 87 mitzuwirken,\nd) Modellversuche einschließlich wissenschaftlicher\nBegleituntersuchungen zu fördern,\ne) an der internationalen Zusammenarbeit in der be-\nruflichen Bildung mitzuwirken,\nf) weitere Verwaltungsaufgaben des Bundes zur\nFörderung der Berufsbildung zu übernehmen;\n2. nach allgemeinen Verwaltungsvorschriften des zu-\nständigen Bundesministeriums die Förderung über-\nbetrieblicher Berufsbildungsstätten durchzuführen",
        "944\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nund die Planung, Errichtung und Weiterentwicklung\ndieser Einrichtungen zu unterstützen;\n3. das Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe\nzu führen und zu veröffentlichen;\n4. die im Fernunterrichtsschutzgesetz beschriebenen\nAufgaben nach den vom Hauptausschuss erlasse-\nnen und vom zuständigen Bundesministerium ge-\nnehmigten Richtlinien wahrzunehmen und durch\nFörderung von Entwicklungsvorhaben zur Verbesse-\nrung und Ausbau des berufsbildenden Fernunter-\nrichts beizutragen.\n(3a) Das Bundesinstitut für Berufsbildung nimmt die\nAufgaben nach § 53 Absatz 5 Satz 1 und § 54 des Pfle-\ngeberufegesetzes wahr.\n(4) Das Bundesinstitut für Berufsbildung kann mit\nZustimmung des Bundesministeriums für Bildung und\nForschung mit Stellen außerhalb der Bundesverwaltung\nVerträge zur Übernahme weiterer Aufgaben schließen.\n§ 91\nOrgane\nDie Organe des Bundesinstituts für Berufsbildung\nsind:\n1. der Hauptausschuss,\n2. der Präsident oder die Präsidentin.\n§ 92\nHauptausschuss\n(1) Der Hauptausschuss hat neben den ihm durch\nsonstige Vorschriften dieses Gesetzes zugewiesenen\nAufgaben folgende weitere Aufgaben:\n1. er beschließt über die Angelegenheiten des Bundes-\ninstituts für Berufsbildung, soweit sie nicht dem Prä-\nsidenten oder der Präsidentin übertragen sind;\n2. er berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fra-\ngen der Berufsbildung und kann eine Stellungnahme\nzu dem Entwurf des Berufsbildungsberichts abge-\nben;\n3. er beschließt das jährliche Forschungsprogramm;\n4. er kann Empfehlungen zur einheitlichen Anwendung\ndieses Gesetzes geben;\n5. er kann zu den vom Bundesinstitut vorbereiteten\nEntwürfen der Verordnungen gemäß § 4 Absatz 1\nunter Berücksichtigung der entsprechenden Ent-\nwürfe der schulischen Rahmenlehrpläne Stellung\nnehmen;\n6. er beschließt über die in § 90 Absatz 3 Nummer 3\nund 4 sowie § 97 Absatz 4 genannten Angelegenhei-\nten des Bundesinstituts für Berufsbildung.\n(2) Der Präsident oder die Präsidentin unterrichtet\nden Hauptausschuss unverzüglich über erteilte Wei-\nsungen zur Durchführung von Aufgaben nach § 90\nAbsatz 3 Nummer 1 und erlassene Verwaltungsvor-\nschriften nach § 90 Absatz 3 Nummer 2.\n(3) Dem Hauptausschuss gehören je acht Beauftragte\nder Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und der Länder sowie\nfünf Beauftragte des Bundes an. Die Beauftragten des\nBundes führen acht Stimmen, die nur einheitlich abge-\ngeben werden können; bei der Beratung der Bundesre-\ngierung in grundsätzlichen Fragen der Berufsbildung, bei\nder Stellungnahme zum Entwurf des Berufsbildungsbe-\nrichts und im Rahmen von Anhörungen nach diesem Ge-\nsetz haben sie kein Stimmrecht. An den Sitzungen des\nHauptausschusses können je ein Beauftragter oder eine\nBeauftragte der Bundesagentur für Arbeit, der auf Bun-\ndesebene bestehenden kommunalen Spitzenverbände\nsowie des wissenschaftlichen Beirats mit beratender\nStimme teilnehmen.\n(4) Die Beauftragten der Arbeitgeber werden auf\nVorschlag der auf Bundesebene bestehenden Zusam-\nmenschlüsse der Kammern, Arbeitgeberverbände und\nUnternehmensverbände, die Beauftragten der Arbeit-\nnehmer auf Vorschlag der auf Bundesebene bestehen-\nden Gewerkschaften, die Beauftragten des Bundes auf\nVorschlag der Bundesregierung und die Beauftragten\nder Länder auf Vorschlag des Bundesrates vom Bun-\ndesministerium für Bildung und Forschung längstens\nfür vier Jahre berufen.\n(5) Der Hauptausschuss wählt auf die Dauer eines\nJahres ein Mitglied, das den Vorsitz führt, und ein wei-\nteres Mitglied, das den Vorsitz stellvertretend über-\nnimmt. Der oder die Vorsitzende wird der Reihe nach\nvon den Beauftragten der Arbeitgeber, der Arbeitneh-\nmer, der Länder und des Bundes vorgeschlagen.\n(6) Die Tätigkeit im Hauptausschuss ist ehrenamt-\nlich. Für bare Auslagen und Verdienstausfälle ist,\nsoweit eine Entschädigung nicht von anderer Seite ge-\nwährt wird, eine angemessene Entschädigung zu zah-\nlen, deren Höhe vom Bundesinstitut für Berufsbildung\nmit Genehmigung des Bundesministeriums für Bildung\nund Forschung festgesetzt wird. Die Genehmigung er-\ngeht im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der\nFinanzen.\n(7) Die Mitglieder können nach Anhören der an ihrer\nBerufung Beteiligten aus wichtigem Grund abberufen\nwerden.\n(8) Die Beauftragten haben Stellvertreter oder Stell-\nvertreterinnen. Die Absätze 4, 6 und 7 gelten entspre-\nchend.\n(9) Der Hauptausschuss kann nach näherer Rege-\nlung der Satzung Unterausschüsse einsetzen, denen\nauch andere als Mitglieder des Hauptausschusses an-\ngehören können. Den Unterausschüssen sollen Beauf-\ntragte der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, der Länder\nund des Bundes angehören. Die Absätze 4 bis 7 gelten\nfür die Unterausschüsse entsprechend.\n(10) Bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben unter-\nliegt der Hauptausschuss keinen Weisungen.\n§ 93\nPräsident oder Präsidentin\n(1) Der Präsident oder die Präsidentin vertritt das\nBundesinstitut für Berufsbildung gerichtlich und außer-\ngerichtlich. Er oder sie verwaltet das Bundesinstitut\nund führt dessen Aufgaben durch. Soweit er oder sie\nnicht Weisungen und allgemeine Verwaltungsvorschrif-\nten des zuständigen Bundesministeriums zu beachten\nhat (§ 90 Absatz 3 Nummer 1 und 2), führt er oder sie\ndie Aufgaben nach Richtlinien des Hauptausschusses\ndurch.\n(2) Der Präsident oder die Präsidentin wird auf Vor-\nschlag der Bundesregierung, der Ständige Vertreter\noder die Ständige Vertreterin des Präsidenten oder",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\nder Präsidentin auf Vorschlag des Bundesministeriums\nfür Bildung und Forschung im Benehmen mit dem Prä-\nsidenten oder der Präsidentin unter Berufung in das\nBeamtenverhältnis von dem Bundespräsidenten oder\nder Bundespräsidentin ernannt.\n§ 94\nWissenschaftlicher Beirat\n(1) Der wissenschaftliche Beirat berät die Organe\ndes Bundesinstituts für Berufsbildung durch Stellung-\nnahmen und Empfehlungen\n1. zum Forschungsprogramm des Bundesinstituts für\nBerufsbildung,\n2. zur Zusammenarbeit des Instituts mit Hochschulen\nund anderen Forschungseinrichtungen und\n3. zu den jährlichen Berichten über die wissenschaft-\nlichen Ergebnisse des Bundesinstituts für Berufsbil-\ndung.\n(2) Zur Wahrnehmung seiner Aufgaben werden dem\nBeirat von dem Präsidenten oder der Präsidentin des\nBundesinstituts für Berufsbildung die erforderlichen\nAuskünfte erteilt. Auf Wunsch werden ihm einmal jähr-\nlich im Rahmen von Kolloquien die wissenschaftlichen\nArbeiten des Bundesinstituts für Berufsbildung erläu-\ntert.\n(3) Dem Beirat gehören bis zu elf anerkannte Fach-\nleute auf dem Gebiet der Berufsbildungsforschung aus\ndem In- und Ausland an, die nicht Angehörige des Bun-\ndesinstituts für Berufsbildung sind. Sie werden von\ndem Präsidenten oder der Präsidentin des Bundesinsti-\ntuts für Berufsbildung im Einvernehmen mit dem Bun-\ndesministerium für Bildung und Forschung auf vier\nJahre bestellt. Einmalige Wiederberufung in Folge ist\nmöglich. An den Sitzungen des wissenschaftlichen Bei-\nrats können vier Mitglieder des Hauptausschusses, und\nzwar je ein Beauftragter oder eine Beauftragte der\nArbeitgeber, der Arbeitnehmer, der Länder und des\nBundes, ohne Stimmrecht teilnehmen.\n(4) Der wissenschaftliche Beirat kann sich eine Ge-\nschäftsordnung geben.\n(5) § 92 Absatz 6 gilt entsprechend.\n§ 95\nAusschuss\nfür Fragen behinderter Menschen\n(1) Zur Beratung des Bundesinstituts für Berufs-\nbildung bei seinen Aufgaben auf dem Gebiet der beruf-\nlichen Bildung behinderter Menschen wird ein ständiger\nUnterausschuss des Hauptausschusses errichtet. Der\nAusschuss hat darauf hinzuwirken, dass die besonde-\nren Belange der behinderten Menschen in der beruf-\nlichen Bildung berücksichtigt werden und die berufliche\nBildung behinderter Menschen mit den übrigen Leis-\ntungen zur Teilhabe am Arbeitsleben koordiniert wird.\nDas Bundesinstitut für Berufsbildung trifft Entscheidun-\ngen über die Durchführung von Forschungsvorhaben,\ndie die berufliche Bildung behinderter Menschen be-\ntreffen, unter Berücksichtigung von Vorschlägen des\nAusschusses.\n(2) Der Ausschuss besteht aus 17 Mitgliedern, die\nvon dem Präsidenten oder der Präsidentin längstens\nfür vier Jahre berufen werden. Eine Wiederberufung ist\nzulässig. Die Mitglieder des Ausschusses werden auf\n945\nVorschlag des Beirats für die Teilhabe behinderter\nMenschen (§ 86 des Neunten Buches Sozialgesetz-\nbuch) berufen, und zwar\nein Mitglied, das die Arbeitnehmer vertritt,\nein Mitglied, das die Arbeitgeber vertritt,\ndrei Mitglieder, die Organisationen behinderter Men-\nschen vertreten,\nein Mitglied, das die Bundesagentur für Arbeit vertritt,\nein Mitglied, das die gesetzliche Rentenversicherung\nvertritt,\nein Mitglied, das die gesetzliche Unfallversicherung\nvertritt,\nein Mitglied, das die Freie Wohlfahrtspflege vertritt,\nzwei Mitglieder, die Einrichtungen der beruflichen Re-\nhabilitation vertreten,\nsechs weitere für die berufliche Bildung behinderter\nMenschen sachkundige Personen, die in Bildungsstät-\nten oder ambulanten Diensten für behinderte Men-\nschen tätig sind.\n(3) Der Ausschuss kann behinderte Menschen, die\nberuflich ausgebildet, fortgebildet oder umgeschult\nwerden, zu den Beratungen hinzuziehen.\n§ 96\nFinanzierung des\nBundesinstituts für Berufsbildung\n(1) Die Ausgaben für die Errichtung und Verwaltung\ndes Bundesinstituts für Berufsbildung werden durch\nZuschüsse des Bundes gedeckt. Die Höhe der Zu-\nschüsse des Bundes regelt das Haushaltsgesetz.\n(2) Die Ausgaben zur Durchführung von Aufträgen\nnach § 90 Absatz 2 Satz 3 und von Aufgaben nach\n§ 90 Absatz 3 Nummer 1 Buchstabe f werden durch\ndas beauftragende Bundesministerium gedeckt. Die\nAusgaben zur Durchführung von Verträgen nach § 90\nAbsatz 4 sind durch den Vertragspartner zu decken.\n§ 97\nHaushalt\n(1) Der Haushaltsplan wird von dem Präsidenten\noder der Präsidentin aufgestellt. Der Hauptausschuss\nstellt den Haushaltsplan fest.\n(2) Der Haushaltsplan bedarf der Genehmigung des\nBundesministeriums für Bildung und Forschung. Die\nGenehmigung erstreckt sich auch auf die Zweckmäßig-\nkeit der Ansätze.\n(3) Der Haushaltsplan soll rechtzeitig vor Einrei-\nchung der Voranschläge zum Bundeshaushalt, spätes-\ntens zum 15. Oktober des vorhergehenden Jahres, dem\nBundesministerium für Bildung und Forschung vorge-\nlegt werden.\n(4) Über- und außerplanmäßige Ausgaben können\nvom Hauptausschuss auf Vorschlag des Präsidenten\noder der Präsidentin bewilligt werden. Die Bewilligung\nbedarf der Einwilligung des Bundesministeriums für Bil-\ndung und Forschung und des Bundesministeriums der\nFinanzen. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend für\nMaßnahmen, durch die für das Bundesinstitut für Be-\nrufsbildung Verpflichtungen entstehen können, für die\nAusgaben im Haushaltsplan nicht veranschlagt sind.",
        "946\nBundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n(5) Nach Ende des Haushaltsjahres wird die Rech-\nnung von dem Präsidenten oder der Präsidentin aufge-\nstellt. Die Entlastung obliegt dem Hauptausschuss. Sie\nbedarf nicht der Genehmigung nach § 109 Absatz 3 der\nBundeshaushaltsordnung.\n§ 98\nSatzung\n(1) Durch die Satzung des Bundesinstituts für Be-\nrufsbildung sind\n1. die Art und Weise der Aufgabenerfüllung (§ 90 Ab-\nsatz 2 und 3) sowie\n2. die Organisation\nnäher zu regeln.\n(2) Der Hauptausschuss beschließt mit einer Mehr-\nheit von vier Fünfteln der Stimmen seiner Mitglieder die\nSatzung. Sie bedarf der Genehmigung des Bundesmi-\nnisteriums für Bildung und Forschung und ist im Bun-\ndesanzeiger bekannt zu geben.\n(3) Absatz 2 gilt für Satzungsänderungen entspre-\nchend.\n§ 99\nPersonal\n(1) Die Aufgaben des Bundesinstituts für Berufs-\nbildung werden von Beamten, Beamtinnen und Dienst-\nkräften, die als Angestellte, Arbeiter und Arbeiterinnen\nbeschäftigt sind, wahrgenommen. Es ist Dienstherr im\nSinne des § 2 des Bundesbeamtengesetzes. Die Beam-\nten und Beamtinnen sind Bundesbeamte und Bundes-\nbeamtinnen.\n(2) Das Bundesministerium für Bildung und For-\nschung ernennt und entlässt die Beamten und Beam-\ntinnen des Bundesinstituts, soweit das Recht zur Er-\nnennung und Entlassung der Beamten und Beamtin-\nnen, deren Amt in der Bundesbesoldungsordnung B\naufgeführt ist, nicht von dem Bundespräsidenten oder\nder Bundespräsidentin ausgeübt wird. Das zuständige\nBundesministerium kann seine Befugnisse auf den Prä-\nsidenten oder die Präsidentin übertragen.\n(3) Oberste Dienstbehörde für die Beamten und\nBeamtinnen des Bundesinstituts ist das Bundesminis-\nterium für Bildung und Forschung. Es kann seine Be-\nfugnisse auf den Präsidenten oder die Präsidentin\nübertragen. § 144 Absatz 1 des Bundesbeamtengeset-\nzes und § 83 Absatz 1 des Bundesdisziplinargesetzes\nbleiben unberührt.\n(4) Auf die Angestellten, Arbeiter und Arbeiterinnen\ndes Bundesinstituts sind die für Arbeitnehmer und\nArbeitnehmerinnen des Bundes geltenden Tarifverträge\nund sonstigen Bestimmungen anzuwenden. Ausnahmen\nbedürfen der vorherigen Zustimmung des Bundesminis-\nteriums für Bildung und Forschung; die Zustimmung er-\ngeht im Einvernehmen mit dem Bundesministerium des\nInnern, für Bau und Heimat und dem Bundesministerium\nder Finanzen.\n§ 100\nAufsicht über das\nBundesinstitut für Berufsbildung\nDas Bundesinstitut für Berufsbildung unterliegt, so-\nweit in diesem Gesetz nicht weitergehende Aufsichts-\nbefugnisse vorgesehen sind, der Rechtsaufsicht des\nBundesministeriums für Bildung und Forschung.\nTeil 6\nBußgeldvorschriften\n§ 101\nBußgeldvorschriften\n(1) Ordnungswidrig handelt, wer\n1. entgegen § 11 Absatz 1 Satz 1, auch in Verbindung\nmit Absatz 4, den wesentlichen Inhalt des Vertrages\noder eine wesentliche Änderung nicht, nicht richtig,\nnicht vollständig, nicht in der vorgeschriebenen\nWeise oder nicht rechtzeitig niederlegt,\n2. entgegen § 11 Absatz 3, auch in Verbindung mit\nAbsatz 4, eine Ausfertigung der Niederschrift nicht\noder nicht rechtzeitig aushändigt,\n3. entgegen § 14 Absatz 3 Auszubildenden eine Ver-\nrichtung überträgt, die dem Ausbildungszweck\nnicht dient,\n4. entgegen § 15 Absatz 1 Satz 1 oder 2 Auszubil-\ndende beschäftigt oder nicht freistellt,\n5. entgegen § 18 Absatz 3 Satz 1, auch in Verbindung\nmit Satz 2, eine dort genannte Vergütung nicht,\nnicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig\nzahlt,\n6. entgegen § 28 Absatz 1 oder 2 Auszubildende ein-\nstellt oder ausbildet,\n7. einer vollziehbaren Anordnung nach § 33 Absatz 1\noder 2 zuwiderhandelt,\n8. entgegen § 36 Absatz 1 Satz 1 oder 2, jeweils auch\nin Verbindung mit Satz 3, die Eintragung in das dort\ngenannte Verzeichnis nicht oder nicht rechtzeitig\nbeantragt oder eine Ausfertigung der Vertragsnie-\nderschrift nicht beifügt,\n9. entgegen § 53b Absatz 4 Satz 3, § 53c Absatz 4\nSatz 3, § 53d Absatz 4 Satz 3 und § 54 Absatz 4\neine Abschlussbezeichnung führt oder\n10. entgegen § 76 Absatz 2 eine Auskunft nicht, nicht\nrichtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig er-\nteilt, eine Unterlage nicht, nicht richtig, nicht voll-\nständig oder nicht rechtzeitig vorlegt oder eine Be-\nsichtigung nicht oder nicht rechtzeitig gestattet.\n(2) Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen des\nAbsatzes 1 Nummer 3 bis 7 mit einer Geldbuße bis zu\nfünftausend Euro, in den übrigen Fällen mit einer Geld-\nbuße bis zu tausend Euro geahndet werden.\nTeil 7\nÜbergangs- und Schlussvorschriften\n§ 102\nGleichstellung von\nAbschlusszeugnissen\nim Rahmen der deutschen Einheit\nPrüfungszeugnisse nach der Systematik der Ausbil-\ndungsberufe und der Systematik der Facharbeiterbe-\nrufe und Prüfungszeugnisse nach § 37 Absatz 2 stehen\neinander gleich.",
        "Bundesgesetzblatt Jahrgang 2020 Teil I Nr. 22, ausgegeben zu Bonn am 19. Mai 2020\n§ 103\nFortgeltung bestehender Regelungen\n(1) Die vor dem 1. September 1969 anerkannten\nLehrberufe und Anlernberufe oder vergleichbar geregel-\nten Ausbildungsberufe gelten als Ausbildungsberufe im\nSinne des § 4. Die Berufsbilder, die Berufsbildungspläne,\ndie Prüfungsanforderungen und die Prüfungsordnun-\ngen für diese Berufe sind bis zum Erlass von Ausbil-\ndungsordnungen nach § 4 und der Prüfungsordnungen\nnach § 47 anzuwenden.\n(2) Die vor dem 1. September 1969 erteilten Prü-\nfungszeugnisse in Berufen, die nach Absatz 1 als aner-\nkannte Ausbildungsberufe gelten, stehen Prüfungs-\nzeugnissen nach § 37 Absatz 2 gleich.\n(3) Auf Ausbildungsverträge, die vor dem 30. Sep-\ntember 2017 abgeschlossen wurden oder bis zu die-\nsem Zeitpunkt abgeschlossen werden, sind § 5 Ab-\nsatz 2 Satz 1, § 11 Absatz 1 Satz 2, § 13 Satz 2, die\n§§ 14, 43 Absatz 1 Nummer 2, § 79 Absatz 2 Nummer 1\nsowie § 101 Absatz 1 Nummer 3 in ihrer bis zum 5. April\n2017 geltenden Fassung weiter anzuwenden.\n§ 104\nÜbertragung von Zuständigkeiten\nDie Landesregierungen werden ermächtigt, durch\nRechtsverordnung die nach diesem Gesetz den nach\nLandesrecht zuständigen Behörden übertragenen Zu-\nständigkeiten nach den §§ 27, 30, 32, 33 und 70 auf\nzuständige Stellen zu übertragen.\n§ 105\nEvaluation\nDie Regelungen zur Mindestvergütung, zu Prüferde-\nlegationen und die Regelung des § 5 Absatz 2 Satz 1\n947\nNummer 2a werden vom Bundesinstitut für Berufsbil-\ndung fünf Jahre nach dem Inkrafttreten des Gesetzes\nzur Modernisierung und Stärkung der beruflichen Bil-\ndung wissenschaftlich evaluiert.\n§ 106\nÜbergangsregelung\n(1) Auf Berufsausbildungsverträge, die bis zum Ab-\nlauf des 31. Dezember 2019 abgeschlossen werden, ist\n§ 17 in der bis dahin geltenden Fassung anzuwenden.\n(2) Für Berufsausbildungsverträge mit Ausbildungs-\nbeginn ab dem 1. Januar 2020 gelten § 34 Absatz 2\nNummer 7 und § 88 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 Buch-\nstabe g in der ab dem 1. Januar 2020 geltenden Fas-\nsung. Im Übrigen sind für Berufsausbildungsverträge\nmit Ausbildungsbeginn bis zum Ablauf des 31. Dezem-\nber 2020 die §§ 34, 35 Absatz 3 Satz 1 und § 88 in der\nam 31. Dezember 2019 geltenden Fassung weiterhin\nanzuwenden.\n(3) Sofern für einen anerkannten Fortbildungsab-\nschluss eine Fortbildungsordnung auf Grund des § 53\nin der bis zum Ablauf des 31. Dezember 2019 gelten-\nden Fassung erlassen worden ist, ist diese Fortbil-\ndungsordnung bis zum erstmaligen Erlass einer Fortbil-\ndungsordnung nach § 53 in der ab dem 1. Januar 2020\ngeltenden Fassung weiterhin anzuwenden. Sofern eine\nFortbildungsprüfungsregelung nach § 54 in der bis zum\nAblauf des 31. Dezember 2019 geltenden Fassung er-\nlassen worden ist, ist diese Fortbildungsprüfungsrege-\nlung bis zum erstmaligen Erlass einer Fortbildungsprü-\nfungsregelung nach § 54 in der ab dem 1. Januar 2020\ngeltenden Fassung weiterhin anzuwenden."
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