{"id":"bgbl1-2018-31-5","kind":"bgbl1","year":2018,"number":31,"date":"2018-08-30T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2018/31#page=25","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2018-31-5/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2018/bgbl1_2018_31.pdf#page=25","order":5,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu Nummer 4.1.1.1 der Anlage zu § 2 Absatz 1 der Landesverordnung über Gebühren im Geschäftsbereich des Ministeriums für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz (Besonderes Gebührenverzeichnis))","law_date":"2018-08-25T00:00:00Z","page":1349,"pdf_page":25,"num_pages":1,"content":["Bundesgesetzblatt Jahrgang 2018 Teil I Nr. 31, ausgegeben zu Bonn am 30. August 2018 1349\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 18. Juli 2018 –\n1 BvR 1675/16, 1 BvR 745/17, 1 BvR 836/17, 1 BvR 981/17 – wird folgende\nEntscheidungsformel veröffentlicht:\n1. Die Zustimmungsgesetze und Zustimmungsbeschlüsse der Länder zu Artikel 1\ndes Fünfzehnten Staatsvertrags zur Änderung rundfunkrechtlicher Staats-\nverträge vom 15. Dezember 2010 sind, soweit sie § 2 Absatz 1 des Rund-\nfunkbeitragsstaatsvertrags (abgedruckt in der Anlage zu Artikel 1 des Geset-\nzes zum Fünfzehnten Rundfunkänderungsstaatsvertrag und zur Änderung\nmedienrechtlicher Vorschriften vom 18. Oktober 2011 [Gesetzblatt für Ba-\nden-Württemberg Seiten 477, 478]) in Landesrecht überführen, mit Artikel 3\nAbsatz 1 des Grundgesetzes insoweit unvereinbar, als Inhaber mehrerer\nWohnungen über den Beitrag für eine Wohnung hinaus zur Leistung von\nRundfunkbeiträgen herangezogen werden.\n2. Das bisherige Recht ist bis zu einer Neuregelung mit der Maßgabe weiter\nanwendbar, dass ab dem Tag der Verkündung dieses Urteils bis zum Inkraft-\ntreten einer Neuregelung diejenigen Personen, die nachweislich als Inhaber\neiner Wohnung ihrer Rundfunkbeitragspflicht nach § 2 Absatz 1 und 3 des\nRundfunkbeitragsstaatsvertrags nachkommen, auf Antrag von einer Bei-\ntragspflicht für weitere Wohnungen zu befreien sind. Ist über Rechtsbehelfe\nnoch nicht abschließend entschieden, kann ein solcher Antrag rückwirkend\nfür den Zeitraum gestellt werden, der Gegenstand des jeweils angegriffenen\nFestsetzungsbescheids ist.\n3. Die Gesetzgeber sind verpflichtet, spätestens bis zum 30. Juni 2020 eine\nNeuregelung zu treffen.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Absatz 2 des Bundes-\nverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft.\nBerlin, den 10. August 2018\nDie Bundesministerin\nder Justiz und für Verbraucherschutz\nKatarina Barley\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfas-\nsungsgerichts vom 30. Mai 2018 – 1 BvR 45/15 – wird folgende Entscheidungs-\nformel veröffentlicht:\nNummer 4.1.1.1 der Anlage zu § 2 Absatz 1 der Landesverordnung über\nGebühren im Geschäftsbereich des Ministeriums für Umwelt, Forsten und\nVerbraucherschutz Rheinland-Pfalz (Besonderes Gebührenverzeichnis) vom\n20. April 2006 (Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Rheinland-Pfalz\nS. 165) in der Fassung vom 1. Dezember 2010 (Gesetz- und Verordnungsblatt\nfür das Land Rheinland-Pfalz S. 524) ist mit Artikel 2 Absatz 1 in Verbindung\nmit Artikel 20 Absatz 3 des Grundgesetzes unvereinbar. Wird diese Vorschrift\nnicht bis zum 31. Dezember 2018 durch eine verfassungsmäßige Neurege-\nlung ersetzt, tritt ihre Nichtigkeit ein.\nBerlin, den 25. August 2018\nDie Bundesministerin\nder Justiz und für Verbraucherschutz\nKatarina Barley"]}