{"id":"bgbl1-2017-50-5","kind":"bgbl1","year":2017,"number":50,"date":"2017-07-25T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2017/50#page=15","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2017-50-5/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2017/bgbl1_2017_50.pdf#page=15","order":5,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu § 4a des Tarifvertragsgesetzes und zum Gesetz zur Tarifeinheit)","law_date":"2017-07-19T00:00:00Z","page":2663,"pdf_page":15,"num_pages":1,"content":["Bundesgesetzblatt Jahrgang 2017 Teil I Nr. 50, ausgegeben zu Bonn am 25. Juli 2017  2663\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Juli 2017\n– 1 BvR 1571/15 u. a. – wird folgende Entscheidungsformel veröffentlicht:\n1. § 4a des Tarifvertragsgesetzes in der Fassung des Gesetzes zur Tarifeinheit\nvom 3. Juli 2015 (Bundesgesetzblatt I Seite 1130) ist insoweit mit Artikel 9\nAbsatz 3 des Grundgesetzes nicht vereinbar, als es an Vorkehrungen fehlt,\ndie sicherstellen, dass die Interessen der Berufsgruppen, deren Tarifvertrag\nnach § 4a Absatz 2 Satz 2 des Tarifvertragsgesetzes verdrängt wird, im ver-\ndrängenden Tarifvertrag hinreichend berücksichtigt werden.\n2. Im Übrigen ist das Gesetz zur Tarifeinheit nach Maßgabe der Gründe mit\ndem Grundgesetz vereinbar.\n3. Bis zu einer Neuregelung gilt § 4a Absatz 2 Satz 2 des Tarifvertragsgesetzes\nmit der Maßgabe fort, dass ein Tarifvertrag von einem kollidierenden Tarif-\nvertrag nur verdrängt werden kann, wenn plausibel dargelegt ist, dass die\nMehrheitsgewerkschaft die Interessen der Berufsgruppen, deren Tarifvertrag\nverdrängt wird, ernsthaft und wirksam in ihrem Tarifvertrag berücksichtigt hat.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Absatz 2 des Bundes-\nverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft.\nBerlin, den 19. Juli 2017\nDer Bundesminister\nder Justiz und für Verbraucherschutz\nHeiko Maas"]}