{"id":"bgbl1-2012-19-6","kind":"bgbl1","year":2012,"number":19,"date":"2012-05-09T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2012/19#page=65","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2012-19-6/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2012/bgbl1_2012_19.pdf#page=65","order":6,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu § 67 Absatz 4 des Strafgesetzbuches)","law_date":"2012-04-27T00:00:00Z","page":1021,"pdf_page":65,"num_pages":1,"content":["Bundesgesetzblatt Jahrgang 2012 Teil I Nr. 19, ausgegeben zu Bonn am 9. Mai 2012 1021\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 27. März 2012\n– 2 BvR 2258/09 – wird folgende Entscheidungsformel veröffentlicht:\n1. § 67 Absatz 4 des Strafgesetzbuches in der Fassung des Gesetzes zur\nSicherung der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus und in\neiner Entziehungsanstalt vom 16. Juli 2007 (Bundesgesetzblatt Teil I\nSeite 1327) ist mit Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes insoweit\nunvereinbar, als er es ausnahmslos ausschließt, die Zeit des Vollzugs einer\nfreiheitsentziehenden Maßregel der Besserung und Sicherung auf Freiheits-\nstrafen aus einem anderen Urteil als demjenigen, in welchem diese Maßregel\nangeordnet worden ist, oder das bezüglich des die Maßregel anordnenden\nUrteils gesamtstrafenfähig ist („verfahrensfremde Freiheitsstrafen“), anzu-\nrechnen.\n2. Gemäß § 35 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht wird ange-\nordnet, dass bis zu einer Neuregelung durch den Gesetzgeber in Härtefällen\nnach Maßgabe der Gründe die Zeit des Vollzugs einer freiheitsentziehenden\nMaßregel der Besserung und Sicherung auch auf verfahrensfremde Frei-\nheitsstrafen angerechnet werden muss.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Absatz 2 des Bundes-\nverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft.\nBerlin, den 27. April 2012\nDie Bundesministerin der Justiz\nS. Leutheusser-Schnarrenberger\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 4. Mai 2012\n– 1 BvR 367/12 – wird die Entscheidungsformel veröffentlicht:\nArtikel 1 Nummer 62 Buchstabe a) aa) des vom Deutschen Bundestag am\n9. Februar 2012 beschlossenen und vom Bundespräsidenten am 3. Mai 2012\nausgefertigten Gesetzes zur Änderung telekommunikationsrechtlicher Regelun-\ngen tritt nicht vor dem 1. August 2012 in Kraft.\nBerlin, den 7. Mai 2012\nDie Bundesministerin der Justiz\nS. Leutheusser-Schnarrenberger"]}