{"id":"bgbl1-2010-51-4","kind":"bgbl1","year":2010,"number":51,"date":"2010-10-21T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2010/51#page=11","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2010-51-4/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2010/bgbl1_2010_51.pdf#page=11","order":4,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu § 6a Satz 1, 3 und 4 des Zukunftsinvestitionsgesetzes)","law_date":"2010-10-08T00:00:00Z","page":1401,"pdf_page":11,"num_pages":1,"content":["Bundesgesetzblatt Jahrgang 2010 Teil I Nr. 51, ausgegeben zu Bonn am 21. Oktober 2010  1401\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. September 2010\n– 2 BvF 1/09 – wird folgende Entscheidungsformel veröffentlicht:\n§ 6a Satz 1 des Gesetzes zur Umsetzung von Zukunftsinvestitionen der Kom-\nmunen und Länder (Zukunftsinvestitionsgesetz – ZuInvG), erlassen als\nArtikel 7 des Gesetzes zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in\nDeutschland vom 2. März 2009 (Bundesgesetzblatt Teil I Seite 416), zuletzt\ngeändert durch Artikel 3b des Gesetzes zur Abschaffung des Finanz-\nplanungsrates und zur Übertragung der fortzuführenden Aufgaben auf den\nStabilitätsrat sowie zur Änderung weiterer Gesetze vom 27. Mai 2010 (Bun-\ndesgesetzblatt Teil I Seite 671), ist mit Artikel 30 und Artikel 109 Absatz 1 des\nGrundgesetzes unvereinbar und nichtig, soweit er zu Maßnahmen ermächtigt,\ndie nicht auf die Feststellung des Vorliegens der Voraussetzungen eines auf-\ngrund konkreter Tatsachen möglich erscheinenden Haftungsanspruchs ge-\nmäß Artikel 104a Absatz 5 Satz 1 2. Halbsatz des Grundgesetzes gerichtet\nsind.\n§ 6a Satz 4 des Zukunftsinvestitionsgesetzes ist mit Artikel 30 und Artikel 109\nAbsatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar und nichtig, soweit er zu anderen\nals solchen Maßnahmen ermächtigt, die entweder zur Feststellung von\nRechtsverstößen bei der obersten Landesbehörde oder mit Zustimmung der\nobersten Landesbehörde oder des Bundesrates bei nachgeordneten Landes-\nbehörden sowie Gemeinden und Gemeindeverbänden durchgeführt werden\nund bei denen, soweit es sich um das Verlangen der Aktenvorlage handelt,\nkonkrete Anhaltspunkte für einen Rechtsverstoß vorliegen, oder die auf die\nFeststellung des Vorliegens der Voraussetzungen eines aufgrund konkreter\nTatsachen möglich erscheinenden Haftungsanspruchs gemäß Artikel 104a\nAbsatz 5 Satz 1 2. Halbsatz des Grundgesetzes gerichtet sind.\nIm Übrigen ist § 6a Satz 1, 3 und 4 des Zukunftsinvestitionsgesetzes mit dem\nGrundgesetz vereinbar.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Absatz 2 des Bundes-\nverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft.\nBerlin, den 8. Oktober 2010\nDie Bundesministerin der Justiz\nS . L e u t h e u s s e r- S c h n a r re n b e rg e r"]}