{"id":"bgbl1-2010-11-6","kind":"bgbl1","year":2010,"number":11,"date":"2010-03-17T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2010/11#page=20","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2010-11-6/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2010/bgbl1_2010_11.pdf#page=20","order":6,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu den §§ 113a und 113b des Telekommunikationsgesetzes und § 100g Absatz 1 Satz 1 der Strafprozessordnung)","law_date":"2010-03-10T00:00:00Z","page":272,"pdf_page":20,"num_pages":1,"content":["272 Bundesgesetzblatt Jahrgang 2010 Teil I Nr. 11, ausgegeben zu Bonn am 17. März 2010\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 2. März 2010\n– 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR 586/08 – wird folgende Entscheidungs-\nformel veröffentlicht:\n1. Die §§ 113a und 113b des Telekommunikationsgesetzes in der Fassung des\nArtikel 2 Nummer 6 des Gesetzes zur Neuregelung der Telekommunikations-\nüberwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Um-\nsetzung der Richtlinie 2006/24/EG vom 21. Dezember 2007 (Bundesgesetz-\nblatt Teil I Seite 3198) verstoßen gegen Artikel 10 Absatz 1 des Grundgeset-\nzes und sind nichtig.\n2. § 100g Absatz 1 Satz 1 der Strafprozessordnung in der Fassung des Artikel 1\nNummer 11 des Gesetzes zur Neuregelung der Telekommunikationsüber-\nwachung und anderer verdeckter Ermittlungsmaßnahmen sowie zur Umset-\nzung der Richtlinie 2006/24/EG vom 21. Dezember 2007 (Bundesgesetzblatt\nTeil I Seite 3198) verstößt, soweit danach Verkehrsdaten nach § 113a des\nTelekommunikationsgesetzes erhoben werden dürfen, gegen Artikel 10 Ab-\nsatz 1 des Grundgesetzes und ist insoweit nichtig.\n3. Die aufgrund der einstweiligen Anordnung vom 11. März 2008 im Verfahren\n1 BvR 256/08 (Bundesgesetzblatt Teil I Seite 659), wiederholt und erweitert\nmit Beschluss vom 28. Oktober 2008 (Bundesgesetzblatt Teil I Seite 2239),\nzuletzt wiederholt mit Beschluss vom 15. Oktober 2009 (Bundesgesetzblatt\nTeil I Seite 3704), von Anbietern öffentlich zugänglicher Telekommunikations-\ndienste im Rahmen von behördlichen Auskunftsersuchen erhobenen, aber\neinstweilen nicht nach § 113b Satz 1 Halbsatz 1 des Telekommunikations-\ngesetzes an die ersuchenden Behörden übermittelten, sondern gespeicher-\nten Telekommunikationsverkehrsdaten sind unverzüglich zu löschen. Sie dür-\nfen nicht an die ersuchenden Stellen übermittelt werden.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Absatz 2 des Bundes-\nverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft.\nBerlin, den 10. März 2010\nDie Bundesministerin der Justiz\nS . L e u t h e u s s e r- S c h n a r re n b e rg e r"]}