{"id":"bgbl1-2003-27-4","kind":"bgbl1","year":2003,"number":27,"date":"2003-06-26T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2003/27#page=14","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2003-27-4/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2003/bgbl1_2003_27.pdf#page=14","order":4,"title":"Neunte Verordnung zur Änderung der Verordnung über Standardzulassungen von Arzneimitteln","law_date":"2003-06-23T00:00:00Z","page":934,"pdf_page":14,"num_pages":14,"content":["934  Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003\nNeunte Verordnung\nzur Änderung der Verordnung über Standardzulassungen von Arzneimitteln\nVom 23. Juni 2003\nAuf Grund des § 36 Abs. 1 und 3 des Arzneimittelgesetzes in der Fassung der\nBekanntmachung vom 11. Dezember 1998 (BGBl. I S. 3586), in Verbindung mit\n§ 1 des Zuständigkeitsanpassungsgesetzes vom 16. August 2002 (BGBl. I\nS. 3165), den Organisationserlassen vom 27. Oktober 1998 (BGBl. I S. 3288),\nvom 22. Januar 2001 (BGBl. I S. 127) und vom 22. Oktober 2002 (BGBl. I S. 4206)\nverordnet das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung im\nEinvernehmen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und dem\nBundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft nach\nAnhörung des Sachverständigen-Ausschusses für Standardzulassungen:\nArtikel 1\n(1) In der Anlage der Verordnung über Standardzulassungen von Arzneimitteln\nvom 3. Dezember 1982 (BGBl. I S. 1601), die zuletzt durch Artikel 1 der Verord-\nnung vom 26. Juni 2000 (BGBl. I S. 1010) geändert worden ist, werden die Mono-\ngraphien mit den laufenden Nummern 37 bis 42 nach Maßgabe der Anlage zu\ndieser Verordnung geändert. Arzneimittel, die vor dem Inkrafttreten dieser Ver-\nordnung den geltenden Vorschriften der Monographien mit den laufenden Num-\nmern 37 bis 42 entsprechen, dürfen noch drei Monate, für Zwecke der sanitäts-\ndienstlichen Versorgung in der Bundeswehr noch zwölf Monate nach Inkraft-\ntreten in Verkehr gebracht werden.\n(2) In Teil II, 1. Abschnitt der Anlage wird nach der laufenden Nummer 16 die\nfolgende Nummer 17 eingefügt:\n„17          Milchsäure 15 % ad us. vet.          2569.99.99“.\n(3) In Teil II, 2. Abschnitt wird nach der laufenden Nummer 16 als Nummer 17\ndie Monographie gemäß Anlage eingefügt.\nArtikel 2\nDiese Verordnung tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft.\nDer Bundesrat hat zugestimmt.\nBonn, den 23. Juni 2003\nDie Bundesministerin\nfür Gesundheit und Soziale Sicherung\nUlla Schmidt","Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003                           935\nAnlage\nLfd. Nr. 37 - 42               Atropinsulfat-Lösungen 0,025 % bis 1 %\n1            Bezeichnung des Fertigarzneimittels\nAtropinsulfat-Lösung1)\n2            Darreichungsform\nInjektionslösung\n3            Zusammensetzung\nWirkstoff-\nkonzentration\n0,025 %            0,05 %        0,1 %          0,2 %          0,5 %           1%\nBestandteile\n(in Gramm)\nArzneilich wirk-\nsamer Bestandteil:              0,0257             0,0513       0,1027         0,2053         0,5133         1,0266\nAtropinsulfat\nSonstige\nBestandteile:                    0,89 g            0,89 g       0,89 g          0,87 g        0,83 g         0,78 g\nNatriumchlorid\nSalzsäure\n10 % zum Einstellen                                                       q.s.\ndes pH-Wertes\nWasser für                                                       jeweils zu 100,0 ml\nInjektionszwecke\n4            Herstellungsvorschrift                                        6.2       Prüfung auf Identität\nDie für die Herstellung einer Charge benötigten                         1. Die Prüfung erfolgt mit Hilfe der Dünnschicht-\nMengen Atropinsulfat und Natriumchlorid wer-                               chromatographie (AB. 2.2.27) unter Verwen-\nden in Wasser für Injektionszwecke gelöst. Der                             dung einer Schicht von Kieselgel G R.\npH-Wert der Lösung wird mit Salzsäure 10 %                                 Untersuchungslösung: Ein 5 mg Atropinsul-\nauf 3,0 bis 3,2 eingestellt, anschließend wird mit                         fat enthaltendes Volumen Injektionslösung\nWasser auf das erforderliche Volumen bzw. auf                              wird zur Trockne eingeengt. Der Rückstand\ndie erforderliche Masse aufgefüllt. Die Lösung                             wird mit 1 ml Methanol R extrahiert. Die nach\nwird durch ein Membranfilter von 0,2 µm nomi-                              dem Absetzen resultierende überstehende\nneller Porengröße, falls erforderlich mit vorge-                           Flüssigkeit wird verwendet.\nschaltetem Tiefenfilter, in die vorgesehenen                               Referenzlösung: 50 mg eines als Standard\nBehältnisse filtriert. Die Sterilisation der abge-                         geeigneten Atropinsulfats werden in Metha-\nfüllten Lösung erfolgt 15 min lang bei 121 °C mit                          nol R zu 10 ml gelöst.\ngesättigtem Wasserdampf.\nAuf die Platte werden getrennt 5 µl jeder\nLösung aufgetragen. Die Chromatographie\n5           Inprozess-Kontrollen                                                        erfolgt mit einer Mischung von 90 Volumtei-\nÜberprüfung des pH-Wertes (AB. 2.2.3) vor der                              len Aceton R, 7 Volumteilen Wasser R und\nSterilisation: 3,0 bis 3,2.                                                3 Volumteilen konzentrierter Ammoniak-\n6            Eigenschaften und Prüfungen                                                Lösung R über eine Laufstrecke von 10 cm.\nNach dem Trocknen an der Luft wird die Plat-\n6.1          Aussehen, Eigenschaften                                                    te 20 min lang bei 105 °C erhitzt und nach\nKlare, von Schwebestoffen praktisch freie, farb-                           dem Abkühlen mit verdünntem Dragendorffs\nlose Lösung ohne wahrnehmbaren Geruch; pH-                                 Reagenz R angesprüht. Das Chromato-\nWert (AB. 2.2.3) zwischen 2,8 und 4,5.                                     gramm der Untersuchungslösung zeigt einen\nHauptfleck, der in Bezug auf Lage und Inten-\nsität annähernd dem Fleck im Chromato-\n1) Die Bezeichnung der Lösung setzt sich aus den Worten „Atropinsulfat-                 gramm der Referenzlösung entspricht.\nLösung“, den arabischen Ziffern, die der jeweiligen Wirkstoffkonzentra-\ntion zugeordnet sind und dem Zeichen „%“ zusammen (z. B. „Atropin-                2. Ein ca. 45 mg Atropinsulfat enthaltendes\nsulfat-Lösung 0,025 %“).                                                             Volumen Injektionslösung wird auf dem Was-","936           Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003\nserbad zu 5 ml eingedampft. Die Lösung gibt             Von der Untersuchungslösung und den Refe-\ndie Identitätsreaktion a) auf Sulfat (AB. 2.3.1).        renzlösungen werden jeweils 20 µl eingespritzt.\n6.3   Prüfung auf Reinheit                                         Die Prüfung darf nur ausgewertet werden, wenn\nbei der Referenzlösung a) die relative Standard-\n6.3.1 Prüfung auf Zersetzungsprodukte                              abweichung der Peakfläche bei wiederholter\nDie Prüfung erfolgt mit Hilfe der Flüssigchroma-             Einspritzung höchstens 1,5 % beträgt und wenn\ntographie (AB. 2.2.29) wie bei Punkt 6.4, Ge-                bei der Referenzlösung b) die Retentionszeit für\nhaltsbestimmung, beschrieben. Das bei der                    4-Hydroxybenzoesäure etwa das 1,6fache von\nGehaltsbestimmung erhaltene Chromatogramm                    der für Atropin sowie die Auflösung zwischen\nder Untersuchungslösung wird ausgewertet.                    den Peaks von 4-Hydroxybenzoesäure und\nHierbei darf keine Peakfläche, mit Ausnahme der              Atropin mindestens 1,5 beträgt.\ndes Hauptpeaks, größer sein als die Fläche des              Der Gehalt an Atropinsulfat in den Injektions-\nHauptpeaks im Chromatogramm der Referenz-                    lösungen wird durch Bezug auf den Atropin-\nlösung c) (1,0 %); die Summe aller Peakflächen,              sulfat–Standard berechnet.\nmit Ausnahme der des Hauptpeaks, darf nicht\ngrößer sein als das 2,5fache der Fläche des\n7     Behältnisse\nHauptpeaks im Chromatogramm der Referenz-\nlösung c) (2,5 %).                                          Braunglasampullen aus Neutralglas nach AB.\n6.3.2 Prüfung auf Bakterien-Endotoxine (AB. 2.6.14):               3.2.1.\nDie Endotoxinkonzentration darf höchstens\nbetragen:                                             8     Kennzeichnung\nAtropinsulfat-Lösung 0,025 %: 13,9 I.E./ml                  Nach § 10 AMG, insbesondere:\nAtropinsulfat-Lösung 0,05 %: 27,8 I.E./ml             8.1   Zulassungsnummern\nAtropinsulfat-Lösung 0,1 %: 55,6 I.E./ml                    Atropinsulfat-Lösung 0,025 %:    5899.99.98\nAtropinsulfat-Lösung 0,2 %: 111,6 I.E./ml                   Atropinsulfat-Lösung 0,05 %:     5899.98.98\nAtropinsulfat-Lösung 0,5 %: 278 I.E./ml                     Atropinsulfat-Lösung 0,1 %:      5899.97.98\nAtropinsulfat-Lösung 1 %: 556 I.E./ml                       Atropinsulfat-Lösung 0,2 %:      5899.96.98\n6.4   Gehalt                                                      Atropinsulfat-Lösung 0,5 %:      5899.95.98\nAtropinsulfat-Lösung 1 %:        5899.94.98\n93,0 bis 107,5 Prozent der deklarierten Menge\nan Atropinsulfat.                                     8.2   Art der Anwendung\nBestimmung:                                                 Atropinsulfat-Lösung 0,025 %, 0,05 %, 0,1 %,\nDie Bestimmung erfolgt mit Hilfe der Flüssig-                und 0,2 %: zur subcutanen, intramuskulären\nchromatographie (AB. 2.2.29).                                oder intravenösen Injektion.\nUntersuchungslösung: Ein 2,0 mg Atropinsulfat               Atropinsulfat-Lösung 0,5 % und 1 %: zur intra-\nenthaltendes Volumen Injektionslösung wird mit               venösen Injektion und Infusion. Anwendung\nWasser R zu 25,0 ml verdünnt.                                ausschließlich als Antidot bei Vergiftungen mit\nReferenzlösung a: 40,0 mg eines als Standard                 Insektiziden der Organophosphat- und Carba-\ngeeigneten Atropinsulfats werden in Wasser R                 matgruppe unter ständiger ärztlicher Kontrolle.\nzu 100,0 ml gelöst.                                   8.3   Hinweise\nReferenzlösung b: 1,25 mg 4-Hydroxybenzoe-                  Verschreibungspflichtig.\nsäure R werden in Wasser zu 100,0 ml gelöst.\n1,0 ml dieser Lösung wird mit 4,0 ml Referenz-              Nur klare Lösungen in unversehrten Behältnis-\nlösung a) gemischt.                                          sen verwenden. Nach Anbruch sofort verwen-\nden. Restbestände verwerfen.\nReferenzlösung c: 0,2 ml Referenzlösung a) wer-\nden mit der mobilen Phase zu 100,0 ml ver-\ndünnt.                                                9     Packungsbeilage\nDie Chromatographie kann durchgeführt werden                Nach § 11 AMG, insbesondere:\nmit                                                   9.1   Stoff- oder Indikationsgruppe\n– einer Säule aus rostfreiem Stahl von 0,125 m              Parasympatholytikum, Antidot\nLänge und 3,9 mm innerem Durchmesser,\ngepackt mit octadecylsilyliertem Kieselgel zur      9.2   Anwendungsgebiete\nChromatographie R (5 µm);                           9.2.1 Atropinsulfat-Lösung 0,025 %\n– folgender mobiler Phase bei einer Durchfluss-             Zur medikamentösen Narkosevorbereitung;\nrate von 1 ml je min: 5,1 g Tetrabutylammoni-              Kurzzeittherapie von akut aufgetretenen brady-\numhydrogensulfat R und 50 ml Acetonitril R                 karden Herzrhythmusstörungen.\nwerden in Acetat-Pufferlösung pH 4,6 R zu\n1000,0 ml gelöst. Die Lösung wird mit Na-                 Hinweis:\ntriumhydroxid-Lösung R auf den pH-Wert                    Bei der Therapie von Herzrhythmusstörungen\n5,5 ± 0,1 eingestellt;                                     darf Atropin nur unter ständiger Überwachung\n– einem Spektrometer als Detektor bei einer                  des EKG und der vitalen Parameter angewendet\nWellenlänge von 254 nm.                                    werden.","Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003                             937\n9.2.2        Atropinsulfat-Lösung 0,05 % bis 0,2 %                                zu      Herzrhythmusstörungen        (insbesondere\nZur medikamentösen Narkosevorbereitung;                              Tachykardien) bei der Mutter und beim Kind\nKurzzeittherapie von akut aufgetretenen brady-                       kommen kann.\nkarden Herzrhythmusstörungen;                                        Da Atropinsulfat in die Muttermilch übergeht,\nGegenmittel (Antidot) zur Behandlung von Ver-                        sollte bei Anwendung von Atropinsulfat abge-\ngiftungen mit Parasympathomimetika.                                  stillt werden.\nWas ist bei Kindern und älteren Menschen zu\nHinweis:\nberücksichtigen?\nBei der Therapie von Herzrhythmusstörungen\nSäuglinge und Kleinkinder bis zum zweiten\ndarf Atropin nur unter ständiger Überwachung\nLebensjahr sowie Erwachsene über 65 Jahren\ndes EKG und der vitalen Parameter angewendet\nsind besonders empfindlich gegenüber den toxi-\nwerden.\nschen Effekten von Atropinsulfat, ebenso Pa-\n9.2.3        Atropinsulfat-Lösung 0,5 % und 1 %                                   tienten mit Mongolismus (Down-Syndrom). Eine\nGegenmittel (Antidot) zur Behandlung von Ver-                        besonders vorsichtige Dosierung ist daher in\ngiftungen mit Parasympathomimetika.                                  diesen Fällen geboten. Atropinsulfat hemmt die\nSchweißsekretion und beeinträchtigt dadurch\n9.3          Gegenanzeigen                                                        die Fähigkeit zur Temperaturregulation. Bei fie-\n9.3.1        Atropinsulfat-Lösung 0,025 % bis 0,2 %                               bernden Patienten, insbesondere bei Kindern\nund bei hoher Lufttemperatur ist bei der An-\nWann darf Atropinsulfat-Lösung …2) nicht ange-\nwendung besondere Vorsicht geboten, da es\nwendet werden?\nrascher zu einer Überhitzung und zum Wärme-\nAtropinsulfat-Lösung …2) darf nicht angewendet                       stau (Hyperthermie) kommen kann.\nwerden bei:\nHinweis:\n– Engwinkelglaukom\nBei bestimmungsgemäßem Gebrauch von Atro-\n– Tachykardie bei Herzinsuffizienz und Thyreo-                       pinsulfat-Lösung …3) als Gegenmittel (Antidot)\ntoxikose                                                          bei Vergiftungen mit direkten oder indirekten\n– tachykarden Herzrhythmusstörungen                                  Parasympathomimetika gelten die o.g. Gegen-\nanzeigen als relative Gegenanzeigen, da in die-\n– Verengungen der Herzkranzgefäße (Koronar-                          sen Fällen eine Atropin-Therapie als lebens-\nstenose)                                                          rettend angesehen werden muss.\n– mechanischen Verschlüssen des Magen-                  9.3.2        Atropinsulfat-Lösung 0,5 % und 1 %\nDarm-Traktes\nHinweis:\n– paralytischem Darmverschluss\nAbsolute Gegenanzeigen entfallen bei bestim-\n– Vorliegen von krankhaft erweiterten Dick-                          mungsgemäßem Gebrauch, da bei Vergiftungen\ndarmabschnitten (Megakolon)                                       mit direkten oder indirekten Parasympathomi-\n– obstruktiven Harnwegserkrankungen                                  metika eine Atropin-Therapie als lebensrettend\nangesehen werden muss.\n– bestehender Vergrößerung der Vorsteher-\ndrüse (Prostatahypertrophie) mit Restharn-                        Relative Gegenanzeigen sind:\nbildung                                                           – Engwinkelglaukom\n– Myasthenia gravis                                                  – Tachykardie bei Herzinsuffizienz und Thyreo-\ntoxikose\n– akutem Lungenödem\n– tachykarde Herzrhythmusstörungen\n– durch eine Schwangerschaft bedingten\nKrankheitszuständen (Schwangerschaftstoxi-                        – Verengungen der Herzkranzgefäße (Koronar-\nkose)                                                                stenose)\n– bekannter Überempfindlichkeit gegenüber                            – mechanische Verschlüsse des Magen-Darm-\nAtropin und anderen Anticholinergika.                                Traktes\nWas muss in der Schwangerschaft und Stillzeit                        – paralytischer Darmverschluss\nbeachtet werden?                                                     – Vorliegen von krankhaft erweiterten Dick-\nAtropinsulfat ist plazentagängig und tritt in gerin-                    darmabschnitten (Megakolon)\ngen Mengen in die Muttermilch über.                                  – obstruktive Harnwegserkrankungen\nEine Anwendung von Atropinsulfat in der                              – bestehende Vergrößerung der Vorsteherdrüse\nSchwangerschaft sollte nur bei strengster Nut-                          (Prostataadenom) mit Restharnbildung\nzen-Risiko-Abwägung erfolgen, da es beim                             – Myasthenia gravis\nUngeborenen zu einer Maskierung von Brady-\nkardien durch atropininduzierte Tachykardien                         – akutes Lungenödem\nkommen kann.                                                         – Schwangerschaft und Stillzeit\nAtropinsulfat darf nicht unter der Geburt und bei                    – bekannte Überempfindlichkeit gegenüber\neinem Kaiserschnitt angewendet werden, da es                            Atropin und anderen Anticholinergika.\n2) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmen die jeweils zutreffende 3) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmer die jeweils zutreffende\nWirkstoffkonzentration einzusetzen.                                  Wirkstoffkonzentration einzusetzen.","938                  Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003\nWas muss in der Schwangerschaft und Stillzeit                        – Antihistaminika\nbeachtet werden?                                                     – Neuroleptika (Phenothiazine, Butyrophenone)\nAtropinsulfat ist plazentagängig und tritt in gerin-\n– trizyklische und tetrazyklische Antidepressiva\ngen Mengen in die Muttermilch über.\n– Pethidin\nEine Anwendung von Atropinsulfat in der\nSchwangerschaft darf nur bei strengster Nut-                         – Methylphenidat\nzen-Risiko-Abwägung erfolgen, da es beim                             – Antiparkinsonmittel mit Ausnahme der Dopa-\nUngeborenen zu einer Maskierung von Brady-                              minrezeptor-Agonisten\nkardien durch atropininduzierte Tachykardien\nkommen kann.                                                         – Antiarrhythmika wie Chinidin, Procainamid\nund Disopyramid\nWas ist bei Kindern und älteren Menschen zu\nberücksichtigen?                                                     – Dopamin-Antagonisten wie Metoclopramid.\nSäuglinge und Kleinkinder bis zum zweiten                            Wie beeinflusst Atropinsulfat-Lösung …5) die\nLebensjahr sowie Erwachsene über 65 Jahre                            Wirkung bei anderen Arzneimitteln?\nsind besonders empfindlich gegenüber den toxi-                       Die gleichzeitige Anwendung von Cisaprid und\nschen Effekten von Atropinsulfat, ebenso Pa-                         Atropin führt zu einer vollständigen Aufhebung\ntienten mit Mongolismus (Down-Syndrom). Eine                         der Wirkung von Cisaprid. Infolge der durch\nbesonders vorsichtige Dosierung ist daher in                         Atropin       verminderten        Darmbeweglichkeit\ndiesen Fällen geboten. Atropinsulfat hemmt die                       (Darmmotilität) werden gleichzeitig verabreich-\nSchweißsekretion und beeinträchtigt dadurch                          tes Digoxin und Nitrofurantoin verstärkt, Pheno-\ndie Fähigkeit zur Temperaturregulation. Bei fie-                     thiazine und Levodopa vermindert resorbiert.\nbernden Patienten, insbesondere bei Kindern\nBeachten Sie bitte, dass diese Angaben auch\nund bei hoher Lufttemperatur ist bei der An-\nfür vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten\nwendung besondere Vorsicht geboten, da es\nkönnen.\nrascher zu einer Überhitzung und zum Wärme-\nstau (Hyperthermie) kommen kann.                        9.6          Dosierungsanleitung und Art der Anwendung\n9.4          Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und                             Wie und wann sollte Atropinsulfat-Lösung …5)\nWarnhinweise                                                         angewendet werden?\nWelche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet               9.6.1        Atropinsulfat-Lösung 0,025 % bis 0,2 %\nwerden?                                                              Medikamentöse Narkosevorbereitung:\nBei Patienten mit frischem Herzinfarkt können                        Erwachsene erhalten 3 bis 5 Minuten vor Narko-\nunter der Gabe von Atropinsulfat tachykarde                          sebeginn intravenös 0,01 mg Atropinsulfat pro\nHerzrhythmusstörungen bis zum Kammerflim-                            kg Körpermasse verabreicht. Die gleiche Dosis\nmern auftreten.                                                      kann 30 bis 60 Minuten vor Narkosebeginn intra-\nBei Patienten mit Herzmuskelschwäche (Herz-                          muskulär oder subkutan injiziert werden.\ninsuffizienz), Mitralklappenstenose, hohem Blut-\nKinder erhalten 3 bis 5 Minuten vor Narkose-\ndruck (Hypertonie) und Überfunktion der Schild-\nbeginn intravenös 0,01 mg Atropinsulfat pro kg\ndrüse (Hyperthyreose) ist Atropinsulfat vorsich-\nKörpermasse bis zu einer Höchstdosis von\ntig zu dosieren, da Tachykardien vermieden wer-\n0,5 mg verabreicht. Bei intramuskulärer Anwen-\nden sollten (siehe auch Abschnitt „Was ist bei\ndung werden 30 bis 60 Minuten vor Narkosebe-\nKindern und älteren Menschen zu berücksich-\nginn 0,02 mg Atropinsulfat pro kg Körpermasse\ntigen?“).\nbis zu einer Höchstdosis von 0,5 mg injiziert.\nWas müssen Sie im Straßenverkehr sowie bei\nBradykarde Herzrhythmusstörungen:\nder Arbeit mit Maschinen und bei Arbeiten ohne\nsicheren Halt beachten?                                              Erwachsene erhalten intravenös oder intramus-\nkulär 0,5 bis 1,5 mg Atropinsulfat alle 4 bis\nDieses Arzneimittel kann auch bei bestim-\n6 Stunden injiziert, entsprechend … bis … 6) ml\nmungsgemäßem Gebrauch die Sehleistung und\naus einer Ampulle Atropinsulfat-Lösung …6).\ndas Reaktionsvermögen so weit verändern,\ndass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am                          Kinder erhalten intravenös 0,01 mg Atropinsul-\nStraßenverkehr, das Bedienen von Maschinen                           fat pro kg Körpermasse (Minimaldosis 0,1 mg,\noder das Arbeiten ohne sicheren Halt beein-                          Höchstdosis 0,5 mg) injiziert. Die Dosis kann\nträchtigt werden.                                                    maximal 2-mal nach 10 bis 15 Minuten wieder-\nholt werden.\n9.5          Wechselwirkungen mit anderen Mitteln\n9.6.2        Atropinsulfat-Lösung 0,05 % bis 1 %\nWelche anderen Arzneimittel beeinflussen die\nWirkung von Atropinsulfat-Lösung …4) ?                               Gegenmittel (Antidot) bei Vergiftung mit direkten\nund indirekten Parasympathomimetika:\nDie anticholinergen Effekte folgender Pharmaka\nkönnen bei gleichzeitiger Anwendung von Atro-\npinsulfat verstärkt werden:                             5) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmer die jeweils zutreffende\nWirkstoffkonzentration einzusetzen.\n6) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmer die jeweils zutreffende\n4) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmer die jeweils zutreffende    Wirkstoffkonzentration bzw. die darauf beruhende jeweilige Volumen-\nWirkstoffkonzentration einzusetzen.                                  angabe einzusetzen.","Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003                                 939\n– Alkylphosphat-Vergiftung                                               heit), Akkommodationsstörungen (Weitsichtig-\nkeit), Mundtrockenheit, Durstgefühl und\nBei Vergiftungen mit phosphororganischen\nCholinesterasehemmstoffen:                                           Schluckbeschwerden, Schwindel, Übelkeit,\nErbrechen, Luftnot, scharlachrote heiße trocke-\nErwachsene erhalten initial je nach Schwere-                         ne Haut, Überwärmung, Herzklopfen und Herz-\ngrad bis zum Rückgang der Bronchialsekre-                            rasen (Tachykardie) und erhöhter Blutdruck.\ntion intravenös 2 bis 5 mg Atropinsulfat alle                        Daneben kommt es infolge einer Darm- und Bla-\n10 bis 15 Minuten, entsprechend … bis …6)                            senlähmung zu Stuhl- und Harnverhaltung.\nml aus einer Ampulle Atropinsulfat-Lösung\n…6). In Einzelfällen können bis zu 50 mg Atro-                       Eine starke Überhitzung bzw. Wärmestauung\npinsulfat verabreicht werden. Als Erhaltungs-                        (Hyperthermie) kann bei Säuglingen und Klein-\ndosis werden intravenös 0,5 bis 1 mg Atro-                           kindern schon bei therapeutischer Dosierung\npinsulfat alle 1 bis 4 Stunden injiziert, ent-                       auftreten und erklärt sich durch die Hemmung\nsprechend … bis …6) ml aus einer Ampulle                             der Schweißsekretion und damit der Beeinträch-\nAtropinsulfat-Lösung …6).                                            tigung der Temperaturregulation.\nKinder erhalten initial 0,5 bis 2 mg Atropin-                        Weitere Symptome sind gekennzeichnet durch\nsulfat intravenös injiziert, entsprechend …                          motorische         Unruhe,       Erregungszustände,\nbis …6) ml aus einer Ampulle Atropinsulfat-                          Krämpfe, Verwirrtheitszustände (Desorientie-\nLösung …6).                                                          rung) und Sinnestäuschungen (Halluzinationen).\nErhaltungsdosis entsprechend der klinischen                          Psychosen unter dem Bild einer Schizophrenie\nSymptomatik.                                                         bzw. eines Alkoholdeliriums können auftreten.\nDie zentrale Erregung geht schließlich über in\nZusätzlich zur Atropinisierung erfolgt die                           eine starke Schläfrigkeit (Somnolenz), Koma und\nGabe von Reaktivatoren der Acetylcholin-                             Atemlähmung.\nEsterase (Obidoximchlorid)!\nBei oraler Vergiftung erfolgt eine Magenspü-                         Was ist zu tun, wenn Atropinsulfat-Lösung …8) in\nlung und die Gabe von medizinischer Kohle.                           zu großen Mengen angewendet wurde (beab-\nsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?\n– Carbamat-Vergiftung/Muscarin-Vergiftung\nNeben Allgemeinmaßnahmen (z. B. physikali-\nBei oralen Vergiftungen mit direkt wirkenden\nsche Maßnahmen bei Hyperthermie) müssen\nm-Cholinozeptor-Agonisten wie bei Riss-\nunter intensivmedizinischen Bedingungen die\npilzen (Innocybe-Arten), Trichterlingen (Cli-\nvitalen Parameter überwacht und ggf. korrigiert\ntocybe-Arten) bzw. bei Vergiftungen mit\nwerden.\nInsektiziden und Herbiziden vom Carbamat-\nTyp (Cholinesterasehemmstoffe):                                      Medikamentöse Therapie bei einer Überdosie-\nErwachsene erhalten initial 1 bis 2 mg Atro-                         rung:\npinsulfat intravenös oder intramuskulär inji-                        Erwachsene erhalten als Gegenmittel (Antidot)\nziert, entsprechend … bis …7) ml aus einer                           1 bis 2 mg Physostigmin langsam intravenös inji-\nAmpulle Atropinsulfat-Lösung …7).\nziert (ggf. Wiederholung in stündlichem Ab-\nGgf. erfolgt die Dosierung wie bei der Alkyl-                        stand). Bei Krämpfen werden 10 bis 20 mg Dia-\nphosphatvergiftung.                                                  zepam intravenös verabreicht.\nKinder erhalten entsprechend der klinischen                          Kinder erhalten als Gegenmittel (Antidot) 0,5 mg\nSymptomatik intravenös 0,02 bis 0,05 mg                              Physostigmin langsam intravenös oder intra-\nAtropinsulfat pro kg Körpermasse injiziert.                          muskulär injiziert (ggf. Wiederholung in stünd-\nZusätzlich erfolgt eine Magenspülung und                             lichem Abstand). Bei Krämpfen werden initial\ndie Gabe von medizinischer Kohle.                                    1 bis 2 mg Diazepam intravenös verabreicht.\nÜberdosierung von Neostigmin und Pyrido-                    9.8          Nebenwirkungen\nstigmin (indirekt wirkende m-Cholinozeptor-\nAgonisten) bei Myasthenia gravis.                                          Sehr häufig:               Häufig:\nNach Intubation werden 1 bis 2 mg Atropinsulfat                            Bei mehr als 1             Bei mehr als 1\nintravenös injiziert, entsprechend … bis …7) ml                            von 10 Behandelten         von 100 Behandelten\naus einer Ampulle Atropinsulfat-Lösung …7).\nGelegentlich:              Selten:\n9.7          Überdosierung und andere Anwendungsfehler\nBei mehr als 1             Bei mehr als 1\nSymptome einer Überdosierung:                                              von 1000 Behandelten       von 10000 Behandelten\nBei Überdosierung oder Vergiftung sind die typi-\nSehr selten:\nschen Symptome weite Pupillen (Lichtscheu-\nBei 1 oder weniger als 1 von 10000 Behandelten,\neinschließlich Einzelfälle\n6) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmer die jeweils zutreffende\nWirkstoffkonzentration bzw. die darauf beruhende jeweilige Volumenan-\ngabe einzusetzen.\n7) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmer die jeweils zutreffende\nWirkstoffkonzentration bzw. die darauf beruhende jeweilige Volumen-   8) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmer die jeweils zutreffende\nangabe einzusetzen.                                                      Wirkstoffkonzentration einzusetzen.","940                  Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003\nWelche Nebenwirkungen können bei der An-                       Welche Gegenmaßnahmen sind bei Nebenwir-\nwendung von Atropinsulfat-Lösung …9) auftre-                   kungen zu ergreifen?\nten?                                                           Siehe Abschnitt „Überdosierung und andere\nDie Nebenwirkungen von Atropinsulfat sind                      Anwendungsfehler“.\ndosisabhängig.\n10     Fachinformation\nIn Dosen von ca. 0,5 mg bewirkt Atropinsulfat\neine schwache Verlangsamung der Schlagfolge                    Nach § 11a AMG, insbesondere:\ndes Herzens (Bradykardie) sowie eine schwache           10.1   Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht\nMundtrockenheit.\nVerschreibungspflichtig.\nDosen von 1 bis 2 mg führen regelmäßig zu               10.2   Stoff- oder Indikationsgruppe\nMundtrockenheit, Abnahme der Schweißsekre-\ntion (Hauttrockenheit), Herzrasen (Tachykardie),               Parasympatholytikum; Antidot.\nSehstörungen infolge starker Pupillenerweite-           10.3   Anwendungsgebiete\nrung (Mydriasis) und Störung der Akkommoda-\n10.3.1 Atropinsulfat-Lösung 0,025 %\ntion.\nNarkoseprämedikation; Kurzzeittherapie von\nBei höherer Dosierung oder besonderer Emp-                     akut aufgetretenen bradykarden Herzrhythmus-\nfindlichkeit gegenüber Atropinsulfat können                    störungen.\ndiese Symptome verstärkt sein. Es können\nHerzrhythmusstörungen (supraventrikuläre und                   Hinweis:\nventrikuläre Arrhythmien, Verkürzung der AV-                   Bei der Therapie von Herzrhythmusstörungen\nÜberleitung), Muskelschwäche und muskuläre                     darf Atropin nur unter ständiger Überwachung\nKoordinationsstörungen,        Blasenentleerungs-              des EKG und der vitalen Parameter angewendet\nstörungen, Störungen der Darmperistaltik,                      werden.\nSchluckstörungen und ein Rückfluss von Magen-\n10.3.2 Atropinsulfat-Lösung 0,05 % bis 0,2 %\nflüssigkeit in die Speiseröhre (gastroösophagea-\nler Reflux) auftreten. Es kann zu Sprachstörun-                Narkoseprämedikation; Kurzzeittherapie von\ngen, Unruhe- und Erregungszuständen, Ver-                      akut aufgetretenen bradykarden Herzrhythmus-\nwirrtheitszuständen, Sinnestäuschungen (Hallu-                 störungen;\nzinationen), Krämpfen, Delir und zu komatösen                  Antidot bei Vergiftungen mit Parasympathomi-\nZuständen kommen (siehe auch Abschnitt                         metika.\n„Überdosierung und andere Anwendungsfehler\nHinweis:\n– Symptome einer Überdosierung“).\nBei der Therapie von Herzrhythmusstörungen\nEine akute Erhöhung des Augeninnendruckes                      darf Atropin nur unter ständiger Überwachung\n(akutes Glaukom) kann durch Atropinsulfat aus-                 des EKG und der vitalen Parameter angewendet\ngelöst werden.                                                 werden.\nSehr selten wurden Angina-Pectoris-Beschwer-            10.3.3 Atropinsulfat-Lösung 0,5 % und 1 %\nden und eine starke Erhöhung des Blutdruckes\nAntidot bei Vergiftungen mit Parasympathomi-\nbis hin zur hypertensiven Krise beobachtet.\nmetika.\nBei länger dauernder Behandlung kann sich eine          10.4   Gegenanzeigen\nEntzündung der Ohrspeicheldrüse (Parotitis) als\nFolge der Speichelsekretionshemmung ent-                10.4.1 Atropinsulfat-Lösung 0,025 % bis 0,2 %\nwickeln.                                                       Atropinsulfat darf nicht angewendet werden bei:\nÜberempfindlichkeitsreaktionen können in Form                  – Engwinkelglaukom\nvon     Bindehautentzündung         (Konjunktivitis),          – Tachykardie bei Herzinsuffizienz und Thyreo-\nJuckreiz und Hautausschlägen (Exantheme,                         toxikose\nErytheme, Urtikaria, periokulare Dermatitis) auf-\ntreten; sehr selten wurde ein anaphylaktischer                 – tachykarden Herzrhythmusstörungen\nSchock ausgelöst.                                              – Koronarstenose\nBei Patienten mit Mongolismus (Down-Syn-                       – mechanischen Verschlüssen des Magen-\ndrom) können schon bei niedrigen Dosen eine                      Darm-Traktes\nstarke Pupillenerweiterung (Mydriasis) und eine                – paralytischem Ileus\nausgeprägte Tachykardie auftreten.\n– Vorliegen von krankhaft erweiterten Dick-\nWenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten,                     darmabschnitten (Megakolon)\ndie nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt\n– obstruktiven Harnwegserkrankungen\nsind, teilen Sie diese bitte Ihrem Arzt oder Apo-\ntheker mit.                                                    – bestehender Prostatahypertrophie mit Rest-\nharnbildung\n– Myasthenia gravis\n9) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmer die jeweils zutreffende\nWirkstoffkonzentration einzusetzen.                                      – akutem Lungenödem","Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003                               941\n– Schwangerschaftstoxikose                                            – Myasthenia gravis\n– bekannter Überempfindlichkeit gegenüber                             – akutes Lungenödem\nAtropin und anderen Anticholinergika.                              – Schwangerschaft und Stillzeit\nAnwendung in der Schwangerschaft und Still-                           – bekannte Überempfindlichkeit gegenüber\nzeit:                                                                    Atropin und anderen Anticholinergika.\nAtropinsulfat ist plazentagängig und tritt in gerin-                  Anwendung in der Schwangerschaft und Still-\ngen Mengen in die Muttermilch über.                                   zeit:\nEine Anwendung von Atropinsulfat-Lösung …10)                          Atropinsulfat ist plazentagängig und tritt in gerin-\nin der Schwangerschaft sollte nur bei strengster                      gen Mengen in die Muttermilch über.\nNutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, da es beim\nUngeborenen zu einer Maskierung von Brady-                            Eine Anwendung von Atropinsulfat-Lösung …11)\nkardien durch atropininduzierte Tachykardien                          in der Schwangerschaft darf nur bei strengster\nkommen kann.                                                          Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, da es beim\nFeten zu einer Maskierung von Bradykardien\nDie Anwendung von Atropinsulfat unter der                             durch atropininduzierte Tachykardien kommen\nGeburt und bei einer Sectio caesarea ist kontra-                      kann.\nindiziert, da es zu Herzrhythmusstörungen (ins-\nbesondere Tachykardien) bei der Mutter und               10.5         Nebenwirkungen\nbeim Kind kommen kann. Es besteht die Gefahr,                         Die Nebenwirkungen von Atropinsulfat sind\ndass es zu Beeinträchtigungen des autonomen                           dosisabhängig.\nNervensystems beim Feten kommen kann und\nsomit die Anpassung des Neugeborenen nach                             In Dosen von ca. 0,5 mg bewirkt Atropinsulfat\nder Geburt beeinflusst wird.                                          eine schwache Bradykardie sowie schwache\nMundtrockenheit.\nDa Atropinsulfat in die Muttermilch übergeht,\nsollte bei Anwendung von Atropinsulfat-Lösung                         Dosen von 1 bis 2 mg führen regelmäßig zu\n…10) abgestillt werden.                                               Mundtrockenheit, Abnahme der Schweißsekre-\ntion (Hauttrockenheit), Tachykardie, Sehstörun-\nHinweis:                                                              gen infolge Mydriasis und Störung der Akkomo-\nBei bestimmungsgemäßem Gebrauch von Atro-                             dation.\npinsulfat-Lösung …10) als Antidot bei Vergiftun-                      Bei höherer Dosierung oder besonderer Emp-\ngen mit direkten oder indirekten Parasympatho-                        findlichkeit können diese Symptome verstärkt\nmimetika gelten die o.g. Gegenanzeigen als rela-                      sein. Es können supraventrikuläre und ventri-\ntive Kontraindikationen, da in diesen Fällen eine                     kuläre Arrhythmien, Verkürzung der AV-Überlei-\nAtropin-Therapie als lebensrettend angesehen                          tung, Muskelschwäche und muskuläre Koordi-\nwerden muss.                                                          nationsstörungen, Miktionsstörungen, Störun-\n10.4.2       Atropinsulfat-Lösung 0,5 % und 1 %                                    gen der Darmperistaltik, Schluckstörungen und\ngastroösophagealer Reflux auftreten. Es kann\nHinweis:                                                              zu Sprachstörungen, Unruhe- und Erregungszu-\nAbsolute Kontraindikationen entfallen bei be-                         ständen, Halluzinationen, Verwirrtheitszustän-\nstimmungsgemäßem Gebrauch, da bei Vergif-                             den, Krämpfen, Delirien und zu komatösen\ntungen mit direkten oder indirekten Parasympa-                        Zuständen kommen.\nthomimetika eine Atropin-Therapie als lebens-                         Ein Glaukomanfall kann durch Atropin ausgelöst\nrettend angesehen werden muss.                                        werden.\nRelative Kontraindikationen sind:                                     Sehr selten wurden Angina-Pectoris-Beschwer-\n– Engwinkelglaukom                                                    den und eine starke Erhöhung des Blutdruckes\nbis hin zur hypertensiven Krise beobachtet.\n– Tachykardie bei Herzinsuffizienz und Thyreo-\ntoxikose                                                           Bei länger dauernder Behandlung kann sich eine\nParotitis als Folge der Speichelsekretionshem-\n– tachykarde Herzrhythmusstörungen                                    mung entwickeln.\n– Koronarstenose                                                      Bei Patienten mit Down-Syndrom können schon\n– mechanische Verschlüsse des Magen-Darm-                             bei niedrigen Dosen eine starke Mydriasis und\nTraktes                                                            ausgeprägte Tachykardie auftreten.\n– paralytischer Ileus                                                 Überempfindlichkeitsreaktionen können in Form\nvon Konjunktivitis, periokularer Dermatitis, Pruri-\n– Vorliegen von krankhaft erweiterten Dick-\ntus, Exanthemen, Erythemen, Urtikaria auftre-\ndarmabschnitten (Megakolon)\nten; sehr selten wurde ein anaphylaktischer\n– obstruktive Harnwegserkrankungen                                    Schock ausgelöst.\n– bestehende Prostatahypertrophie mit Rest-                           (Siehe auch Abschnitt „Notfallmaßnahmen –\nharnbildung                                                        Symptome einer Überdosierung“)\n10) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmer die jeweils zutreffende 11) Hier ist vom pharmazeutischen Unternehmen die jeweils zutreffende\nWirkstoffkonzentration einzusetzen.                                   Wirkstoffkonzentration einzusetzen.","942         Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003\nHinweis:                                                   Atropinsulfat ist inkompatibel mit alkalischen\nDieses Arzneimittel kann auch bei bestim-                   Lösungen.\nmungsgemäßem Gebrauch die Sehleistung und          10.9    Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben\ndas Reaktionsvermögen so weit herabsetzen,\n10.9.1  Atropinsulfat-Lösung 0,025 % bis 0,2 %\ndass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am\nStraßenverkehr, das Bedienen von Maschinen                 Narkoseprämedikation:\noder das Arbeiten ohne sicheren Halt beein-                Erwachsene erhalten 3 bis 5 Minuten vor Nar-\nträchtigt werden. Dies gilt im verstärkten Maß im           kosebeginn intravenös 0,01 mg Atropinsulfat\nZusammenwirken mit Alkohol.                                 pro kg Körpermasse.\n10.6 Wechselwirkungen mit anderen Mitteln                       Die gleiche Dosis kann 30 bis 60 Minuten vor\nDie anticholinergen Effekte folgender Pharmaka              Narkosebeginn intramuskulär oder subkutan\nkönnen bei gleichzeitiger Anwendung von Atro-               verabreicht werden.\npinsulfat verstärkt werden:                                Kinder erhalten 3 bis 5 Minuten vor Narkosebe-\n– Antihistaminika                                           ginn intravenös 0,01 mg Atropinsulfat pro kg\n– Neuroleptika (Phenothiazine, Butyrophenone)               Körpermasse (Höchstdosis 0,5 mg).\n– trizyklische und tetrazyklische Antidepressiva           Bei intramuskulärer Anwendung werden 30 bis\n60 Minuten vor Narkosebeginn 0,02 mg Atropin-\n– Pethidin                                                  sulfat pro kg Körpermasse (Höchstdosis 0,5 mg)\n– Methylphenidat                                            verabreicht.\n– Antiparkinsonmittel mit Ausnahme der Dopa-               Bradykarde Herzrhythmusstörungen:\nminrezeptor-Agonisten                                   Erwachsene erhalten intravenös oder intramus-\n– Antiarrhythmika wie Chinidin, Procainamid                 kulär 0,5 bis 1,5 mg Atropinsulfat alle 4 bis\nund Disopyramid                                          6 Stunden injiziert.\n– Dopamin-Antagonisten wie Metoclopramid.                  Kinder erhalten intravenös 0,01 mg Atropinsul-\nfat pro kg Körpermasse (Minimaldosis 0,1 mg,\nDie gleichzeitige Anwendung von Cisaprid und\nHöchstdosis 0,5 mg) injiziert.\nAtropin führt zu einer vollständigen Aufhebung\nder Wirkung von Cisaprid.                                  Die Dosis kann maximal 2-mal nach 10 bis\nInfolge der durch Atropin verminderten Darm-                15 Minuten wiederholt werden.\nmotilität werden gleichzeitig verabreichtes Digo-  10.9.2  Atropinsulfat-Lösung 0,05 % bis 1 %\nxin und Nitrofurantoin verstärkt, Phenothiazine            Antidot bei Vergiftung mit direkten und indirek-\nund Levodopa vermindert resorbiert.                         ten Parasympathomimetika:\n10.7 Warnhinweise\n– Alkylphosphat-Vergiftung\nSäuglinge und Kleinkinder bis zum zweiten\nBei Vergiftungen mit phosphororganischen\nLebensjahr sowie Erwachsene über 65 Jahren\nCholinesterasehemmstoffen:\nsind besonders empfindlich gegenüber den toxi-\nschen Effekten von Atropinsulfat, ebenso Pa-                    Erwachsene erhalten initial je nach Schwere-\ntienten mit Down-Syndrom. Eine besonders vor-                   grad bis zum Rückgang der Bronchialsekre-\nsichtige Dosierung ist daher in diesen Fällen                   tion intravenös 2 bis 5 mg Atropinsulfat alle\ngeboten.                                                        10 bis 15 Minuten injiziert.\nAtropin hemmt die Schweißsekretion und beein-                   In Einzelfällen können bis zu 50 mg Atropin-\nträchtigt dadurch die Fähigkeit zur Temperatur-                 sulfat verabreicht werden.\nregulation.                                                     Als Erhaltungsdosis werden intravenös 0,5\nBei fiebernden Patienten, insbesondere bei Kin-                 bis 1 mg Atropinsulfat alle 1 bis 4 Stunden\ndern und bei hoher Lufttemperatur ist bei der                   injiziert.\nAnwendung von Atropinsulfat besondere Vor-                      Kinder erhalten initial 0,5 bis 2 mg Atropin-\nsicht geboten, da es rascher zu einer Hyperther-                sulfat intravenös injiziert.\nmie kommen kann.\nErhaltungsdosis entsprechend der klinischen\nBei Patienten mit frischem Herzinfarkt können\nSymptomatik.\nunter der Gabe von Atropinsulfat tachykarde\nHerzrhythmusstörungen bis zum Kammerflim-                       Zusätzlich zur Atropinisierung erfolgt die\nmern auftreten.                                                 Gabe von Reaktivatoren der Acetylcholin-\nEsterase (Obidoximchlorid)!\nBei Patienten mit Herzinsuffizienz, Mitralklap-\npenstenose, Hypertonie und Hyperthyreose ist                    Bei oraler Vergiftung erfolgen eine Magen-\nAtropinsulfat vorsichtig zu dosieren, da Tachy-                 spülung und die Gabe von medizinischer\nkardien vermieden werden sollten.                               Kohle.\n10.8 Wichtigste Inkompatibilitäten                               – Carbamat-Vergiftung/Muscarin-Vergiftung\nAls inkompatibel hat sich Atropin-Injektions-                   Bei oralen Vergiftungen mit direkt wirkenden\nlösung bei Zumischung von folgenden Arznei-                     m-Cholinozeptor-Agonisten wie bei Riss-\nstoffen erwiesen: Methohexital, Noradrenalin,                   pilzen (Innocybe-Arten), Trichterlingen (Cli-\nPentobarbital.                                                  tocybe-Arten) bzw. bei Vergiftungen mit","Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003                 943\nInsektiziden und Herbiziden vom Carbamat-                unter intensivmedizinischen Bedingungen die\nTyp (Cholinesterasehemmstoffen):                         vitalen Parameter überwacht und ggf. korrigiert\nErwachsene erhalten initial 1 bis 2 mg Atro-             werden.\npinsulfat intravenös oder intramuskulär inji-           Erwachsene erhalten als Antidot 1 bis 2 mg\nziert.                                                   Physostigmin langsam intravenös injiziert (ggf.\nGgf. erfolgt die Dosierung wie bei der Alkyl-            Wiederholung in stündlichem Abstand).\nphosphatvergiftung.                                     Bei Krämpfen werden 10 bis 20 mg Diazepam\nKinder erhalten entsprechend der klinischen              intravenös verabreicht.\nSymptomatik intravenös 0,02 bis 0,05 mg                 Kinder erhalten als Antidot 0,5 mg Physostigmin\nAtropinsulfat pro kg Körpermasse injiziert.              langsam intravenös oder intramuskulär injiziert\nZusätzlich erfolgt eine Magenspülung und                 (ggf. Wiederholung in stündlichem Abstand).\ndie Gabe von medizinischer Kohle.                       Bei Krämpfen werden initial 1 bis 2 mg Diaze-\nÜberdosierung von Neostigmin und Pyrido-                     pam intravenös verabreicht.\nstigmin (indirekt wirkende m-Cholinozeptor-         10.12   Pharmakologische und toxikologische Eigen-\nAgonisten) bei Myasthenia gravis.                            schaften, Pharmakokinetik, Bioverfügbarkeit,\nNach Intubation werden 1 bis 2 mg Atropinsulfat              soweit diese Angaben für die therapeutische\nintravenös injiziert.                                        Verwendung erforderlich sind.\n10.10   Art und Dauer der Anwendung                         10.12.1 Pharmakologische Eigenschaften\n10.10.1 Atropinsulfat-Lösung 0,025 % bis 0,2 %                      Atropin ist das Razemat aus D- und L-Hyos-\ncyamin.\nZur subkutanen/intramuskulären/intravenösen\nInjektion.                                                  L-Hyoscyamin kommt in verschiedenen Nacht-\nschattengewächsen wie z.B. der Tollkirsche\nDie Behandlung erfolgt unter ständiger ärztlicher\n(Atropa belladonna) vor und razemisiert bei der\nKontrolle.\nAufbereitung zu Atropin. Für die periphere para-\n10.10.2 Atropinsulfat-Lösung 0,5 % und 0,1 %:                        sympatholytische Wirkung ist hauptsächlich L-\nZur intravenösen Injektion.                                  Hyoscyamin verantwortlich, da D-Hyoscyamin\n10- bis 20-mal weniger wirksam ist.\nDie Anwendung erfolgt ausschließlich als Anti-\ndot bei Vergiftungen mit direkten und indirekten            Atropin wirkt als kompetitiver Antagonist an\nParasympathomimetika (z.B. Alkylphosphate,                   muscarinischen m-Cholinozeptoren. Erst in sehr\nCarbamate, Muscarin) unter ständiger ärztlicher              hoher Dosierung wird auch die Erregungsüber-\nKontrolle.                                                   tragung an Ganglien und an der neuromus-\nkulären Endplatte, vermittelt über nikotinische n-\n10.11   Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmit-                     Cholinozeptoren, gehemmt.\ntel\nDie wichtigsten pharmakologischen Effekte sind\nSymptome einer Überdosierung:                                Tachykardie und eine verkürzte AV-Überleitung\nTypische Symptome einer Überdosierung oder                   durch Hemmung der negativ chronotropen und\nVergiftung sind:                                             dromotropen Wirkung des Acetylcholins am\nHerzen, eine Hemmung der Speichelsekretion,\nUnscharfes Sehen und Lichtscheu infolge\nder Motorik und des Tonus des Magen-Darm-\nMydriasis      und     Akkommodationslähmung,\nTraktes, eine Hemmung der Schleimsekretion\nMundtrockenheit, Durstgefühl und Schluckbe-\nund des Tonus der Bronchien, eine Hemmung\nschwerden, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen,\ndes Harnblasentonus sowie am Auge eine\nDyspnoe, scharlachrote heiße trockene Haut,\nMydriasis und Akkommodationslähmung.\nHyperthermie, Herzklopfen, Tachykardie, erhöh-\nter Blutdruck, Darmatonie (Ileus), Harndrang mit    10.12.2 Toxikologische Eigenschaften\ngleichzeitig erschwerter Miktion (Blasenatonie).             a) Akute Toxizität\nEine Hyperthermie durch Hemmung der                              Siehe auch Abschnitt „Notfallmaßnahmen,\nSchweißsekretion und zentrale Störung der                        Symptome und Gegenmittel“.\nWärmeregulation kann bei Säuglingen und\nKleinkindern schon bei therapeutischer Dosie-                    Die letale Dosis beträgt beim Erwachsenen\nrung auftreten.                                                  etwa 100 mg Atropin, bei Kindern 10 mg\nAtropin.\nZentrale Symptome sind gekennzeichnet durch\nmotorische       Unruhen,    Erregungszustände,                  Todesfälle bei Kindern wurden jedoch schon\nKrämpfe, Desorientierung, Halluzinationen und                    nach 2 mg Atropin beobachtet.\nPsychosen, ähnlich dem Bild einer Schizophre-                b) Chronische Toxizität/Subchronische Toxi-\nnie bzw. eines Alkoholdeliriums. Die zentrale                    zität\nErregung geht über in Somnolenz, Koma und\nAtemlähmung.                                                     Im Tierexperiment (Ratte) bewirkte die chro-\nnische intraperitoneale Gabe von 80 mg\nTherapiemaßnahmen bei Überdosierung:                             Atropinsulfat/kg Körpermasse eine vermin-\nNeben Allgemeinmaßnahmen (z.B. physikali-                        derte Gewichtszunahme der Versuchstiere\nsche Maßnahmen bei Hyperthermie) müssen                          sowie degenerative Veränderungen der","944            Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003\nLeber. An den Nieren wurden Hydronephro-                 intramuskulärer Gabe nach ca. 30 Minuten\nsen und massive parenchymale Degeneratio-                erreicht. Nach intravenöser Applikation fällt der\nnen festgestellt.                                        Plasmaspiegel innerhalb der ersten 10 Minuten\nc) Mutagenes und tumorerzeugendes Potential                 sehr schnell ab. Die Verteilung nach parenteraler\nGabe erfolgt sehr schnell, das Verteilungsvolu-\nEs liegen keine Hinweise auf mutagene oder               men beträgt 1,7 bis 4 l/kg. Die Plasmaeiweißbin-\ntumorerzeugende Wirkungen vor.                           dung variiert interindividuell und mit dem\nd) Reproduktionstoxizität                                   Lebensalter sehr stark von 2 bis 40 %.\nBeobachtungen bei 400 Mutter-Kind-Paa-                  Atropinsulfat ist plazentagängig und tritt in gerin-\nren, die während des ersten Trimenons der                gen Mengen in die Muttermilch über.\nSchwangerschaft mit Atropin behandelt wur-\nDie Elimination ist biphasisch mit Plasmahalb-\nden, ergaben keine Hinweise auf ein embryo-\nwertszeiten von 2 bis 3 Stunden bzw. 12 bis\ntoxisches Potential.\n38 Stunden und erfolgt hauptsächlich renal.\nIm Tierexperiment (Maus) führte die subkuta-             Etwa 50 % werden unverändert ausgeschieden,\nne Applikation von 50 mg Atropinsulfat/kg                ein Teil wird in der Leber metabolisiert (Spaltung\nKörpermasse zu embryonalen Skelettmiss-                  des Esters, Demethylierung und Glukuronidie-\nbildungen.                                               rung).\n10.12.3 Pharmakokinetik                                            Atropinsulfat ist nicht dialysierbar.\nAtropinsulfat wird nach subkutaner und intra-\n10.13   Sonstige Hinweise\nmuskulärer Applikation rasch und vollständig\nresorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden bei              Keine.","Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003                945\nLfd. Nr. 17          Milchsäure 15 % ad us. vet.\n1        Bezeichnung des Fertigarzneimittels                 8       Kennzeichnung\nMilchsäure 15 % ad us. vet.                                 Nach § 10 AMG, insbesondere:\n8.1     Zulassungsnummer\n2        Darreichungsform\n2569.99.99\nLösung zur Sprühanwendung\n8.2     Art der Anwendung\n3        Zusammensetzung                                             Zur Sprühanwendung im Bienenstock.\nArzneilich wirksamer Bestandteil:                   8.3     Hinweise\nMilchsäure 90 % (m/m)                     16,67 g           Apothekenpflichtig.\n(hiervon ca. 90 % als L-(+)-Enantiomer)                     Für Tiere.\nSonstiger Bestandteil:                                      Angabe der Tierart: Bienen.\nGereinigtes Wasser                     zu 100,0 g           Wartezeit für Honig: Bei Spätherbst-/Winterbe-\nhandlung keine; bei Sommerbehandlung erst die\n4        Herstellungsvorschrift                                       Honigernte der Tracht des Folgejahres nutzen.\n83,33 g gereinigtes Wasser und 16,67 g Milch-               Die Lösung kann Haut und Augen reizen.\nsäure 90 % (m/m) werden gemischt. Die Lösung\nwird in die vorgesehenen Behältnisse abgefüllt.             Sprühnebeldämpfe nicht einatmen.\nDas versehentliche Einatmen von sauren Dämp-\n5        Inprozess-Kontrollen                                         fen kann Husten- und Asthmaanfälle auslösen.\nÜberprüfung der relativen Dichte (AB. 2.2.5):                Beim Arbeiten mit Milchsäure sind daher\nSchutzhandschuhe, Schutzbrille und ggf. Halb-\n1,034 – 1,036.                                               masken mit Filter (A1 P2 oder A2 P2) zu tragen.\n6        Eigenschaften und Prüfungen\n9       Packungsbeilage\n6.1      Aussehen, Eigenschaften\nKlare, farblose Flüssigkeit.                                Nach § 11 AMG, insbesondere:\n6.2      Prüfung auf Identität                                       Für Tiere (Bienen).\nDie Lösung gibt die Identitätsreaktion auf Lactat   9.1     Stoff- oder Indikationsgruppe\n(AB. 2.3.1).                                                Antiparasitikum.\n6.3      Gehalt                                              9.2     Anwendungsgebiete\nDie Lösung enthält mindestens 14,0 und höchs-               Varroatose (Erreger: Varroa destructor (früher:\ntens 16,0 Prozent (m/m) Milchsäure.                          Varroa jacobsoni Oud.)) der Honigbiene (Apis\nBestimmung:                                                  mellifera).\n5,000 g Lösung werden in einem Erlenmeyerkol-       9.3     Gegenanzeigen\nben mit Schliffstopfen mit 5 ml Wasser R und                Bei Einhalten der Dosierungsanleitung und der\n20,0 ml Natriumhydroxid-Lösung (1 mol · l-1) ver-            Art der Anwendung sind keine bekannt.\nsetzt. Nach Zusatz von 0,5 ml Phenolphthalein-\nLösung R wird mit Salzsäure (1 mol · l-1) bis zum   9.4     Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung\nVerschwinden der Rosafärbung titriert.                      Bei der Anwendung von Milchsäure 15 % ist eine\n1 ml Natriumhydroxid-Lösung (1 mol · l-1) ent-               Schutzausrüstung erforderlich. Diese umfasst\nspricht 90,1 mg C3H6O3.                                      einen Augenschutz, Handschuhe sowie einen\nMundschutz. Da saure Dämpfe beim versehent-\n6.4      Haltbarkeit                                                  lichen Einatmen Hustenanfälle und asthmaartige\nDie Haltbarkeit in den Behältnissen nach 7                   Beschwerden auslösen können, wird das Tra-\nbeträgt 3 Jahre.                                             gen einer Halbmaske mit Filter (A1 P2 oder A2 P2)\nempfohlen. Es wird geraten, Arbeitskleidung\n7        Behältnisse                                                  und einen Bienenschutzschleier zu tragen.\nPolyethylen-Gewindeflaschen mit Druckdreh-                  Die Symptome nach lang andauernder dermaler\nverschluss als kindergesicherte Verpackung                   Einwirkung von Milchsäure (> 30 %) beim An-\nnach DIN 55559.                                              wender können sich wie folgt darstellen: typi-\nsche Koagulationsnekrosen mit charakteristi-\nDas zu verwendende Sprühgerät soll eine Volu-\nschen Ätzschorfen auf den betroffenen Hautpar-\nmenmessung für die ausgestoßene Menge\ntien. Bei großflächigen Verätzungen kann es zu\nerlauben, die im Bereich von 8 ±1 ml/Waben-\neiner Störung der Hautfunktion kommen.\nseite liegen soll, und eine Leistung von mindes-\ntens 80 ml/min aufweisen. D.h. pro Wabenseite               Bei lokaler Säureeinwirkung auf die Haut erfolgt\nsoll die Besprühung innerhalb von etwa 6 Se-                 als Therapiemaßnahme eine Verdünnung der\nkunden abgeschlossen sein.                                   Säure, indem die betroffene Hautstelle sofort mit","946         Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003\nWasser, Seifenlösung oder 5 %iger Natriumhy-        9.8     Hinweise für den Fall der Überdosierung\ndrogencarbonat-Lösung abgespült wird.\nKeine erforderlich.\nBei Kontakt der Augen mit Milchsäure ist mit        9.9     Nebenwirkungen\nWasser zu spülen und ein Arzt zu konsultieren.\nBeim Beachten der Anwendungsempfehlungen\n9.5 Wechselwirkungen mit anderen Mitteln                         sind keine Nebenwirkungen bekannt.\nWechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln                  Der Totenfall liegt nur unwesentlich oberhalb der\nsind nicht bekannt.                                          natürlichen Bienenmortalität. Bei erheblichen\nEs ist jedoch der korrosive Effekt von Milchsäure            Überdosierungen von 100 % und mehr sowie\n15 % auf korrosionsempfindliche Bauteile und                 bei Behandlungen bei Außentemperaturen\nImkereigeräte zu beachten. Weiterhin bestehen                unterhalb von 4 °C ist mit erheblich höherem\nUnverträglichkeiten gegenüber Oxidationsmit-                 Totenfall zu rechnen.\nteln, Iodiden und Albumin.                                  Jede beobachtete Nebenwirkung ist dem Tier-\n9.6 Warnhinweise                                                 arzt oder dem Apotheker mitzuteilen.\nMilchsäure 15 % darf nicht in die Hände von Kin-    9.10    Wartezeit\ndern gelangen.                                              Wartezeit für Honig: Bei Spätherbst-/Winter-\nDie Lösung kann Haut und Augen reizen.                       behandlung keine; bei Sommerbehandlung erst\ndie Honigernte der Tracht des Folgejahres nut-\nDas versehentliche Einatmen saurer Sprühnebel                zen.\nkann zu Atembeschwerden und Hustenanfällen\nführen.                                             9.11    Lagerungs- und Entsorgungshinweise\n9.7 Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwen-               Vor Licht und Wärme geschützt aufbewahren.\ndung                                                        Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vor-\nSpätherbst-/Winterbehandlung:                                zugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzu-\ngeben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem\nEine Milchsäurebehandlung von Bienenvölkern                  Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein miss-\nzur Bekämpfung der Varroatose sollte im Spät-                bräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen\nherbst/Winter erfolgen. Die Völker müssen brut-              kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem\nfrei sein und die Außentemperatur sollte zwi-                Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt\nschen 4 ° und 10 °C liegen. Geringere Tempera-               werden.\nturen würden zu einem rapiden Anstieg des Bie-\nnentotenfalls führen. Bei garantierter Brutfreiheit\n10      Fachinformation\ndarf die Außentemperatur auch über 10 °C lie-\ngen, jedoch sollte kein Bienenflug während der              Nach § 11 AMG, insbesondere:\nBehandlung stattfinden.                                     Arzneimittel für Tiere (Bienen).\nDie Behandlung besteht aus zweimaligem, d. h.       10.1    Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht\nim Abstand von ca. 1 bis 5 Wochen wiederhol-\ntem Aufsprühen von 15 %iger Milchsäurelösung                Apothekenpflichtig.\ndirekt auf die mit Bienen besetzten Waben.          10.2    Stoff- oder Indikationsgruppe\nDie Waben werden einzeln herausgenommen.                    Antiparasitikum.\nJe 8 ±1 ml Milchsäure 15 % werden pro Waben-\nseite mittels Sprühtechnik direkt auf die Wabe      10.3    Anwendungsgebiete\nund die darauf befindlichen Bienen aufgebracht.             Varroatose (Erreger: Varroa destructor (früher:\nEs ist auf ein gleichmäßiges Aufsprühen der                  Varroa jacobsoni Oud.)) der Honigbiene (Apis\nMilchsäurelösung zu achten. Die Menge von                    mellifera).\n8 ±1 ml sollte innerhalb von etwa 6 Sekunden\n10.4    Gegenanzeigen\nappliziert werden.\nKeine bekannt.\nSommerbehandlung:\n10.5    Nebenwirkungen\nIn Ausnahmefällen ist eine Sommerbehandlung\nmit Milchsäure 15 % zu empfehlen, z. B. nach                Beim Beachten der Anwendungsempfehlungen\ndem Einschlagen eines Kunstschwarmes oder                    sind keine Nebenwirkungen bekannt.\nbei Ablegerbildung. Wesentlich ist, dass keine      10.6    Wechselwirkungen mit anderen Mitteln\ngedeckelte Bienenbrut vorhanden ist, da Milch-\nsäure nicht in diese hineinwirkt. Die Behandlung            Keine bekannt.\nmuss zu Tageszeiten durchgeführt werden, in         10.7    Warnhinweise\ndenen die Bienen nicht ausfliegen. Nur so ist\neine ausreichende Effektivität zu erzielen.                 Milchsäure 15 % darf nicht in die Hände von Kin-\ndern gelangen.\nDie Durchführung entspricht der einer Winterbe-\nDie Lösung kann Haut und Augen reizen.\nhandlung mit folgender Besonderheit: Wenn\noffene Brut vorhanden ist, sollte die Milchsäu-             Sprühnebeldämpfe nicht einatmen. Das verse-\nrelösung in einem Winkel von 45° aufgesprüht                 hentliche Einatmen saurer Sprühnebel kann zu\nwerden, damit die Brut nicht geschädigt wird.                Atembeschwerden und Hustenanfallen führen.","Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 27, ausgegeben zu Bonn am 26. Juni 2003                 947\n10.8  Wichtigste Inkompatibilitäten                                mit Wasser, Seifenlösung oder 5 %iger Natrium-\nMilchsäure 15 % hat einen korrosiven Effekt auf              hydrogencarbonat-Lösung abgespült wird.\nkorrosionsempfindliche Bauteile und Imkerei-                Bei Kontakt der Augen mit Milchsäure ist mit\ngeräte. Es bestehen Unverträglichkeiten                      Wasser zu spülen und ein Arzt zu konsultieren.\ngegenüber Oxidationsmitteln, Iodiden und Albu-\n10.11   Pharmakologische und toxikologische Eigen-\nmin.\nschaften, Pharmakokinetik und Bioverfügbar-\n10.9  Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwen-                keit, soweit diese Angaben für die therapeuti-\ndung                                                         sche Verwendung erforderlich sind.\nSpätherbst-/Winterbehandlung:                       10.11.1 Pharmakologische Eigenschaften\nEine Milchsäurebehandlung von Bienenvölkern                 Über Einzelheiten der Wirkung der Milchsäure im\nzur Bekämpfung der Varroatose sollte im Spät-                Organismus der Milbe Varroa destructor (früher:\nherbst/Winter erfolgen. Die Völker müssen brut-              Varroa jacobsoni Oud.) liegen keine Untersu-\nfrei sein und die Außentemperatur sollte zwi-                chungen vor. Zur Varroatosebekämpfung auf\nschen 4 ° und 10 °C liegen. Geringere Tempera-               Bienenwaben aufgesprühte Milchsäure wirkt\nturen würden zu einem rapiden Anstieg des                    akarizid, jedoch nicht in die verdeckelte Bienen-\nBienentotenfalls führen. Bei garantierter Brut-              brut hinein. Folglich scheint nur der direkte Kon-\nfreiheit darf die Außentemperatur auch über                  takt der Milben mit der Milchsäurelösung letal zu\n10 °C liegen, jedoch sollte kein Bienenflug statt-           wirken. Vermutlich kommt es zu einer Übersäue-\nfinden.                                                      rung des Organismus mit anschließendem\nDie Behandlung besteht aus zweimaligem, d. h.                Zusammenbruch wesentlicher Enzymsysteme.\nim Abstand von ca. 1 bis 5 Wochen wiederhol-        10.11.2 Toxikologische Eigenschaften\ntem Aufsprühen von 15 %iger Milchsäure direkt\nauf die mit Bienen besetzten Waben.                         Bei extremer Überdosierung (100 % und mehr)\noder bei Behandlung bei Außentemperaturen\nDie Waben werden einzeln herausgenommen.\nunter 4 °C sind toxische Effekte der Milchsäure\nJe 8 ±1 ml Milchsäure 15 % werden pro Waben-\nauf die Biene Apis mellifera zu beobachten: Der\nseite direkt auf die Wabe und die darauf befind-\nBienentotenfall kann dann bei 2 000 bis 4 000\nlichen Bienen aufgebracht. Es ist auf ein gleich-\nBienen pro Volk liegen. Auch hierzu liegen keine\nmäßiges Aufsprühen der Milchsäurelösung zu\nUntersuchungen über die hier wirksamen toxi-\nachten. Die Menge von 8 ±1 ml sollte innerhalb\nkologischen Mechanismen vor.\nvon etwa 6 Sekunden appliziert werden.\nBei Einhaltung der zur Varroatosebekämpfung\nSommerbehandlung:\nempfohlenen Dosis von 8 ml 15 %iger Milch-\nIn Ausnahmefällen ist eine Sommerbehandlung                  säurelösung pro Wabenseite sind die Verluste\nmit Milchsäure 15 % zu empfehlen, z. B. nach                 an Bienen gering, die toxische Wirkung auf den\ndem Einschlagen eines Kunstschwarmes oder                    Parasiten ist dagegen hoch.\nbei Ablegerbildung. Wesentlich ist, dass keine\ngedeckelte Bienenbrut vorhanden ist, da Milch-      10.12   Wartezeit\nsäure nicht in diese hineinwirkt. Die Behandlung            Wartezeit für Honig: Bei Spätherst-/Winter-\nmuss zu Tageszeiten durchgeführt werden, in                  behandlung keine; bei Sommerbehandlung erst\ndenen die Bienen nicht ausfliegen. Nur so ist                die Honigernte der Tracht des Folgejahres nut-\neine ausreichende Effektivität zu erzielen.                  zen.\nDie Durchführung entspricht der einer Winter-       10.13   Lagerungs- und Entsorgungshinweise\nbehandlung mit folgender Besonderheit: Wenn\noffene Brut vorhanden ist, sollte die Milchsäu-             Vor Licht und Wärme geschützt aufbewahren.\nrelösung in einem Winkel von 45° aufgesprüht                Nicht aufgebrauchte Tierarzneimittel sind vor-\nwerden, damit die Brut nicht geschädigt wird.                zugsweise bei Schadstoffsammelstellen abzu-\n10.10 Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmit-                     geben. Bei gemeinsamer Entsorgung mit dem\ntel                                                          Hausmüll ist sicherzustellen, dass kein miss-\nbräuchlicher Zugriff auf diese Abfälle erfolgen\nDie Symptome nach lang andauernder dermaler                  kann. Tierarzneimittel dürfen nicht mit dem\nEinwirkung von Milchsäure (> 30 %) beim An-                  Abwasser bzw. über die Kanalisation entsorgt\nwender können sich wie folgt darstellen: typi-               werden.\nsche Koagulationsnekrosen mit charakteristi-\nschen Ätzschorfen auf den betroffenen Hautpar-      10.14   Sonstige Hinweise\ntien. Bei großflächigen Verätzungen kann es zu              Bei der Anwendung von Milchsäure 15 % ist\neiner Störung der Hautfunktion kommen. Das                   eine Schutzausrüstung erforderlich. Diese\nversehentliche Einatmen saurer Sprühnebel                    umfasst einen Mund- und einen Augenschutz\nkann zu Atembeschwerden und Hustenanfällen                   sowie Handschuhe. Da saure Dämpfe beim ver-\nführen.                                                      sehentlichen Einatmen Hustenanfälle und asth-\nBei lokaler Säureeinwirkung auf die Haut erfolgt             maartige Beschwerden auslösen können, wird\nals Therapiemaßnahme eine Verdünnung der                     das Tragen einer Halbmaske mit Filter (A1 P2\nSäure, indem die betroffene Hautpartie sofort                oder A2 P2) empfohlen."]}