{"id":"bgbl1-2003-21-4","kind":"bgbl1","year":2003,"number":21,"date":"2003-05-30T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2003/21#page=21","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2003-21-4/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2003/bgbl1_2003_21.pdf#page=21","order":4,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu den §§ 1600 und 1685 des Bürgerlichen Gesetzbuchs)","law_date":"2003-05-15T00:00:00Z","page":737,"pdf_page":21,"num_pages":1,"content":["Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003 Teil I Nr. 21, ausgegeben zu Bonn am 30. Mai 2003  737\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 9. April 2003 – 1 BvR\n1493/96, 1 BvR 1724/01 – wird folgende Entscheidungsformel veröffentlicht:\nI. 1. § 1685 des Bürgerlichen Gesetzbuches in der Fassung des Gesetzes zur\nReform des Kindschaftsrechts (Kindschaftsrechtsreformgesetz – KindRG)\nvom 16. Dezember 1997 (Bundesgesetzblatt I Seite 2942) ist mit Artikel 6\nAbsatz 1 des Grundgesetzes insoweit nicht vereinbar, als er in den Kreis\nder Umgangsberechtigten den leiblichen, aber nicht rechtlichen Vater\neines Kindes auch dann nicht mit einbezieht, wenn zwischen ihm und dem\nKind eine sozial-familiäre Beziehung besteht oder bestanden hat.\n2. Dem Gesetzgeber wird aufgegeben, bis zum 30. April 2004 eine ver-\nfassungsgemäße Regelung zu treffen. Bis zur gesetzlichen Neuregelung\nsind gerichtliche Verfahren auszusetzen, soweit die Entscheidung von der\nVerfassungsmäßigkeit des § 1685 des Bürgerlichen Gesetzbuches ab-\nhängt.\nII. 1. § 1600 des Bürgerlichen Gesetzbuches in der Fassung des Gesetzes zur\nReform des Kindschaftsrechts (Kindschaftsrechtsreformgesetz – KindRG)\nvom 16. Dezember 1997 (Bundesgesetzblatt I Seite 2942) ist mit Artikel 6\nAbsatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes insoweit nicht vereinbar, als er den\nleiblichen, aber nicht rechtlichen Vater eines Kindes ausnahmslos von der\nAnfechtung einer Vaterschaftsanerkennung ausschließt.\n2. Dem Gesetzgeber wird aufgegeben, bis zum 30. April 2004 eine ver-\nfassungsgemäße Regelung zu treffen. Bis zur gesetzlichen Neuregelung\nsind gerichtliche Verfahren auszusetzen, soweit die Entscheidung von der\nVerfassungsmäßigkeit des § 1600 des Bürgerlichen Gesetzbuches ab-\nhängt.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Abs. 2 des Bundes-\nverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft.\nBerlin, den 15. Mai 2003\nDie Bundesministerin der Justiz\nBrigitte Zypries"]}