{"id":"bgbl1-2000-39-5","kind":"bgbl1","year":2000,"number":39,"date":"2000-08-22T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/2000/39#page=16","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-2000-39-5/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/2000/bgbl1_2000_39.pdf#page=16","order":5,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu § 5 Abs. 1 Nr. 11 erster Halbsatz des Fünften Buches Sozialgesetzbuch und Artikel 56 Abs. 3 erster Halbsatz des Gesundheits-Reformgesetzes)","law_date":"2000-08-07T00:00:00Z","page":1300,"pdf_page":16,"num_pages":1,"content":["1300                      Bundesgesetzblatt Jahrgang 2000 Teil I Nr. 39, ausgegeben zu Bonn am 22. August 2000\nHerausgeber: Bundesministerium der Justiz – Verlag: Bundesanzeiger Verlags-\nges.mbH. – Druck: Bundesdruckerei GmbH, Zweigniederlassung Bonn.\nBundesgesetzblatt Teil I enthält Gesetze sowie Verordnungen und sonstige Be-\nkanntmachungen von wesentlicher Bedeutung, soweit sie nicht im Bundesgesetz-\nblatt Teil II zu veröffentlichen sind.\nBundesgesetzblatt Teil II enthält\na) völkerrechtliche Übereinkünfte und die zu ihrer Inkraftsetzung oder Durch-\nsetzung erlassenen Rechtsvorschriften sowie damit zusammenhängende\nBekanntmachungen,\nb) Zolltarifvorschriften.\nLaufender Bezug nur im Verlagsabonnement. Postanschrift für Abonnements-\nbestellungen sowie Bestellungen bereits erschienener Ausgaben:\nBundesanzeiger Verlagsges.mbH., Postfach 13 20, 53003 Bonn\nTelefon: (02 28) 3 82 08 - 0, Telefax: (02 28) 3 82 08 - 36.\nBezugspreis für Teil I und Teil II halbjährlich je 88,00 DM. Einzelstücke je angefan-\ngene 16 Seiten 2,80 DM zuzüglich Versandkosten. Dieser Preis gilt auch für\nBundesgesetzblätter, die vor dem 1. Januar 1999 ausgegeben worden sind.\nLieferung gegen Voreinsendung des Betrages auf das Postbankkonto Bundes-\ngesetzblatt Köln 3 99-509, BLZ 370 100 50, oder gegen Vorausrechnung.\nPreis dieser Ausgabe: 4,60 DM (2,80 DM zuzüglich 1,80 DM Versandkosten),                 Bundesanzeiger Verlagsges.mbH. · Postfach 13 20 · 53003 Bonn\nbei Lieferung gegen Vorausrechnung 5,70 DM.\nPostvertriebsstück · Deutsche Post AG · G 5702 · Entgelt bezahlt\nIm Bezugspreis ist die Mehrwertsteuer enthalten; der angewandte Steuersatz\nbeträgt 7%.\nISSN 0341-1095\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 15. März 2000\n– 1 BvL 16/96 u.a. – wird die Entscheidungsformel veröffentlicht:\n1. § 5 Absatz 1 Nummer 11 Halbsatz 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch\nin der Fassung des Artikels 1 Nummer 1 des Gesetzes zur Sicherung und\nStrukturverbesserung der gesetzlichen Krankenversicherung (Gesundheits-\nstrukturgesetz) vom 21. Dezember 1992 (Bundesgesetzblatt I Seite 2266)\nist mit Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar, soweit Personen,\ndie nach dem 31. Dezember 1993 einen Antrag auf Rente aus der gesetz-\nlichen Rentenversicherung gestellt haben, nur dann in der Krankenversiche-\nrung der Rentner pflichtversichert sind, wenn sie seit der erstmaligen Auf-\nnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags\nmindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte des Zeitraums auf Grund einer\nPflichtversicherung versichert waren.\n2. Soweit die Vorschrift mit Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar\nist, kann sie bis zu einer gesetzlichen Neuregelung, längstens bis 31. März\n2002, weiter angewendet werden. Kommt es innerhalb der Frist nicht zu\neiner gesetzlichen Neuregelung, so bestimmt sich der Zugang zur Kranken-\nversicherung der Rentner ab 1. April 2002 nach § 5 Absatz 1 Nummer 11\ndes Fünften Buches Sozialgesetzbuch in der Fassung des Gesetzes zur\nStrukturreform im Gesundheitswesen (Gesundheits-Reformgesetz) vom\n20. Dezember 1988 (Bundesgesetzblatt I Seite 2477).\n3. Artikel 56 Absatz 3 Halbsatz 1 des Gesundheits-Reformgesetzes in der\nFassung des Artikels 25 Nummer 1 des Gesundheitsstrukturgesetzes ist\nmit Artikel 2 Absatz 1 des Grundgesetzes in Verbindung mit dem\nRechtsstaatsprinzip unvereinbar und nichtig.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Abs. 2 des Bundes-\nverfassungsgerichtsgesetzes Gesetzeskraft.\nBerlin, den 7. August 2000\nDie Bundesministerin der Justiz\nDäubler-Gmelin"]}