{"id":"bgbl1-1995-50-3","kind":"bgbl1","year":1995,"number":50,"date":"1995-09-28T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/1995/50#page=23","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-1995-50-3/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/1995/bgbl1_1995_50.pdf#page=23","order":3,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu § 10 Nr. 1 des Vermögensteuergesetzes)","law_date":"1995-09-07T00:00:00Z","page":1191,"pdf_page":23,"num_pages":1,"content":["--------------------------\nNr. 50 - Tag der Ausgabe: Bonn, den 28. September 1995              1191\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluß des Bundesverfassungsgerichts vom 22. Juni 1995 - 2 Bvl\n37/91 - wird die Entscheidungsformel veröffentlicht:\n1. § 10 Nummer 1 des Vermögensteuergesetzes vom 17. April 1974 (Bun-\ndesgesetzbl. 1 Seite 949) in der Fassung der Bekanntmachung vom\n14. November 1990 (Bundesgesetzbl. 1Seite 2467), zuletzt geändert durch\nGesetz vom 14. September 1994 (Bundesgesetzbl. 1Seite 2325), ist jeden-\nfalls seit dem Veranlagungszeitraum 1983 in allen seinen seitherigen Fas-\nsungen rtlit Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes insofern unvereinbar,\nals er den einheitswertgebundenen Grundbesitz, dessen Bewertung der\nWertentwicklung seit 1964/74 nicht mehr angepaßt worden ist, und das zu\nGegenwartswerten-erfaßte Vermögen mit demselben Steuersatz belastet.\n2. Der Gesetzgeber ist verpflichtet, eine Neuregelung spätestens bis zum\n31. Dezember 1996 zu treffen. längstens bis zu diesem Zeitpunkt ist das\nbisherige Recht weiterhin anwendbar.\nSetzt die Neuregelung eine allgemeine Neubewertung von Besteuerungs-\ngrundlagen voraus, so kann der Gesetzgeber für deren Dauer - längstens\nfür fünf Jahre seit der Verkündung des Gesetzes - Übergangsregelungen\ntreffen, die die vermögensteuerliche Belastung an die verfassungsrecht-\nlichen Maßstäbe dieser Entscheidung annähern; dabei darf er eine teil-\nweise Fortgeltung der bisherigen Vorschriften anordnen.\nDie vorstehende Entscheidungsformel hat gemäß § 31 Abs. 2 des Gesetzes\nüber das Bundesverfassungsgericht Gesetzeskraft.\nBonn, den 7. September 1995\nDie Bundesministerin der Justiz\nS. Leutheusser-Schnarren berg er"]}