{"id":"bgbl1-1977-9-2","kind":"bgbl1","year":1977,"number":9,"date":"1977-02-09T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/1977/9#page=12","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-1977-9-2/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/1977/bgbl1_1977_9.pdf#page=12","order":2,"title":"Verordnung über die Abbaubarkeit anionischer und nichtionischer grenzflächenaktiver Stoffe in Wasch- und Reinigungsmitteln","law_date":"1977-01-30T00:00:00Z","page":244,"pdf_page":12,"num_pages":23,"content":["244                                 Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\nVerordnung\nüber die Abbaubarkeit anionischer und nichtionischer grenzflächenaktiver Stoffe\nin Wasch- und Reinigungsmitteln\nVom 30. Januar 1977\nAuf Grund des § 3 Abs. 2 des Waschmittelgesetzes           oder\nvom 20. August 1975 (BGBL I S. 2255) wird nach\n2. als alkaliresistente endständig blockierte Alkyl-\nAnhörung der beteiligten Kreise im Einvernehmen\nund Alkylarylpolyglykoläther in gewerblichen\nmit den Bundesrninistern für Wirtschaft und für Ju-\nReinigungsmitteln für die Lebensmittel-, Ge-\nnend, Familie und Gesundheit mit Zustimmung des\ntränke- und metallverarbeitende Industrie\nBurn1Psrates verordnet:\nverwendet werden, während drei Jahren nach In-\n§ 1\nkrafttreten dieser Verordnung keine Anwendung.\nMindestanforderung an die Abbaubarkeit\nAnionische und nichtionische grenzflächenaktive\nStoffe in Wasch- und Reinigungsmitteln müssen                                      § 4\nmindestens zu 80 v.] I. auf biologischem Vvege ab-                           Berlin-Klausel\nbaubar sein.\nDiese Verordnung gilt nach § 14 des Dritten\n§ 2\nUberleitungsgesetzes vom 4. Januar 1952 (BGBI. I\nMeßverfahren\nS. 1) in Verbindung mit § 13 des Waschmittelgeset-\nDie Abbuubarkeit im Sinne dieser Verordnung ist       zes auch im Land Berlin.\nnc1ch den in der Anlage vorgeschriebenen Meßver-\nfahren zu bestimmen.\n§ 5\n§ 3\nUbergangsbestimmung                                           Inkrafttreten\nDie §§ 1 und 2 finden hinsichtlich derjenigen nicht-     (1) Diese Verordnung tritt am 1. Oktober 1977 in\nionischen grenzflächenaktiven Stoffe, die                Kraft.\n1. als schwachschäumende Polya]kylenoxid-Addi-              (2) Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung tritt\ntionsprodukte in gewerblichen Reinigungsmitteln       die Verordnung über die Abbaubarkeit von Deter-\nund in Reinigungsmitteln für die maschinelle          gentien in Wasch- und Reinigungsmitteln vom\nGeschirrspülung                                       1. Dezember 1962 (BGBl. I S. 698) außer Kraft.\nBonn, den 30. Januar 1977\nDer Bundesminister des Innern\nMaihof er","Nr. 9 -- Tag der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1977                    245\nAnlage\nzu§ 2\nMeßverfahren\nzur Bestimmung der biologischen Abbaubarkeit\nvon anionischen und nichtionischen synthetischen Tensiden\nin Wasch- und Reinigungsmitteln\n0       Grundsätzliches\nAls anionische Tenside im Sinne dieser Rechtsverordnung gelten Verbindungen, die nach\nder unter Nummer 4.2 beschriebenen Analysenvorschrift als methylenblauaktive Substanz\n(MBAS) bestimmt werden.\nAls nichtionische Tenside im Sinne dieser Rechtsverordnung gelten Verbindungen, die nach\nDurchgang durch einen Kationen- und Anionenaustauscher nach der unter Nummer 4.3 be-\nschriebenen Analysenvorschrift als wismutaktive Substanz (BiAS) bestimmt werden.\nEine Trennung in anionische und nichtionische Tenside aus Wasch- und Reinigungsmitteln\nist notwendig, um gegenseitige Störungen bei der biologischen Abbauprüfung zu ver-\nmeiden.\nZur Bestimmung der Abbaubarkeit sind zwei biologische Meßverfahren anwendbar:\n1. Auswahltest (OECD-Screening-Test)\n2. Bestätigungstest {OECD-Confirmatory-Test)\nTenside, die im Auswahltest eine Abbaurate von 80 °/o erreichen, gelten als abbaubar.\nLiegt die Abbaurate unter 80 °/o oder ist das Testergebnis nicht eindeutig, so ist der\nBestätigungstest durchzuführen.\nAuswahltest\n1.1     Anwendungsbereich, Prinzip, Störungen\nDer Auswahltest ist auf anionische synthetische Tenside und nichtionische synthetische\nTenside anwendbar. 5 mg MBAS/1 bzw. BiAS/1 oder eine ebensoviel MBAS bzw. BiAS\nenthaltende Menge des zu untersuchenden und nach Nummer 3 vorbehandelten Wasch-\nund Reinigungsmittels werden in einem mineralischen Nährmedium mit aeroben, polyva-\nlenten Mikroorganismen beimpft und bei einer Temperatur von 298 ± 1 (K) (25 ± 1 °C)\nbebrütet. Der Versuchsablauf wird mittels eines biologisch „harten\" und eines biologisch\n,,weichen\" Standard-Tensids kontrolliert.\nDer Test kann gestört werden z. B. durch Metallionen, organische Lösungsmittel und\nBakterizide.\n1.2     Ch e m i k a 1i e n u n d G e r ä t e\n1.2.1   Entsalztes Wasser:\nAls Lösungsmittel ist entsalztes Wasser zu verwenden, das keine den Abbau störenden\nKonzentrationen von Metallionen, z.B. Kupfer, enthält. Geeignet ist Wasser, das durch\nIonenaustausch oder Destillation entsalzt wurde.\n1.2.2   Mineralische Nährlösung:\nJe 1 ml der nachstehenden Lösungen Nummer 1.2.2.1, 1.2.2.2, 1.2.2.3 und 1.2.2.4 wird un-\nmittelbar vor Gebrauch zu 1000 ml entsalztem Wasser gegeben:\n1.2.2.1 8,5 g   Kaliumdihydrogenphosphat KH2PO4 p. a.\n21,75 g Dikaliumhydrogenphosphat K2HPO 4 p. a.\n33,4 g Dinatriumhydrogenphosphat Na2HPO 4 • 2H2O p. a.\nund\n1,7 g Ammoniumchlorid NH4Cl p. a., gelöst in 1000 ml entsalztem Wasser.\nDer pH-Wert der Lösung soll 7,2 betragen.\n1.2.2.2 Magnesiumsulfat-Lösung:\n22,5 g MgSO1 · 7 H,.P p. a., gelöst in 1 000 ml entsalztem Wasser","246                                     Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\nl .2.2.] Ci1lci umcb lorid-Lösung:\n27,5 g CaCJ:? · 2 H;;O p. a., gelöst in 1 000 ml entsalztem Wasser\n1.2.2.4 Eisen (III)-Chlorid-Lösung:\n0,25 g Pc=~Cl:i · 6 H:!O p. a., gelöst in 1 000 ml entsalztem Wasser\n1.2.3    !\\ bl)dustcmdard:\nBei der A bbuuprüfung anionischer und nichtionischer Tenside sind Abbaustandards zur\nKonlrolle des biologischen Systems anzuwenden.\nAls Abbaustandard W (weich) für biologisch leicht abbaubare anionische Tenside dient\ntechnisches lineares Alkylbenzolsulfonat (OECD-Standard: Marlon A). Dieses weist unter\nden Bedingungen des Auswahltestes eine Abbaurate um 92 °/o auf.\nAls .Abbausli.mdard I-I (hart) für biologisch schwer abbaubare anionische Tenside dient\nTctrapropy lenbenzolsulfonat (Alkylbenzolsulfonat mit verzweigter Alkylkette), das unter\nden BPdingunqcn dt)S Auswahltestes eine Abbaurate bis zu 35 0/o aufweist.\n1.2.4    Konscrv ierun~1slüsung:\nLösung von 10 g Qu <'Ck si 1ber (II )-chlorid HgC1 2 in 1 000 ml en tsalztem Wasser zur Konser-\nvienmg von Proben.\n1.2.5    Schüttelmaschine für Erlenmeyerkolben mit 2 1 Inhalt, gegebenenfalls mit Temperatur-\nregulierung:\nBei Verwendung eines Schüttelgerätes ohne Thermostat ist die Prüfung in einem\nthermostatisierten Raum bei 298 ± 1 (K) (25 ± 1 °C) durchzuführen.\n1.2.6    Erlenmeyerkolben mit engem Hals, Inhalt 2 1:\nDie Gefäße sind vor der Verwendung sorgfältig mit Alkohol zu reinigen, auszuspülen und\nzu trocknen, um Reste von Verunreinigungen (Tenside) aus früheren Versuchen zu ent-\nfernen. Neue Gefäße können Fehlresultate ergeben. Deshalb ist eine Reinigung auch vor\nder ersten Verwendung erforderlich.\n1.3      Vor bereit u n g der Proben\nVor Ansatz der Testlösung sind die Gehalte an MBAS, BiAS und Seife der Probe nach\nNummer 4 und 5 zu bestimmen. Der analytische Befund entscheidet über die weitere\nBehandlung der Probe.\nAnionische bzw. nichtionische Tenside (Waschrohstoffe) werden für sich allein ohne Vor-\nbehandlung geprüft.\nWasch- und Reinigungsmittel werden nach Nummer 3 vorbehandelt.\n1.4      Beimpfung\n1.4.1    Zur BeirnpfunrJ der anorganischen Nährlösung mit aeroben polyvalenten Mikroorganismen\nist der Ablauf E~iner biologischen Kläranlage für vorwiegend häusliches Abwasser als\nImpfsuspension einzusetzen.\nIst der Ablauf einer geeigneten biologischen Kläranlage nicht verfügbar, so kann auch eine\nImpfsuspension aus Erde benutzt werden. Bei Verwendung von Impfsuspension aus Erde\ngilt folgende Vorschrift: 100 g Gartenerde (fruchtbar, nicht steril) werden in 1 000 ml chlor-\nfreiem Trinkwusser suspendiert (Böden mit viel Lehm oder Sand oder stark humushaltige\nBöden sind ungeeignet). Nach dem Einrühren der Bodenprobe läßt man 30 Minuten lang\nabsetzen. Das überstehende Wasser wird durch ein grobporiges Papierfilter filtriert. Man\nverwirft die ersten 200 ml; der Rest des Filtrats wird sofort und bis zur Verwendung\nbelüftet. In jedem Fall muß die Impfsuspension am gleichen Tag verwendet werden. Die\nEignung wird ebenfalls in Parallelversuchen mit dem „weichen\" und „harten\" Standard\nkontrolliert.\nDie anzuwendende Menge ist von der biologischen Aktivität der Impfsuspension abhängig.\nDiese ist vor Durchführung der Tests experimentell am Abbaustandard W und H zu er-\nmitteln. Im allgemeinen sind Mengen unter 0,5 ml Impfsuspension auf 1 000 rnl Nährlösung\nausreichend.\nDer Abbaustandard W muß innerhalb von 14 Tagen (tA) einen Abbau um 92 0/o erreichen;\nder Abbaustandard H darf in der Zeit t,\\ + tx, das sind maximal 19 Tage, nur um 35 0/o oder\nniedriger abgebaut werden.","Nr. 9 -  Tag der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1971                       247\n1.4.2 Impfsuspension aus Kläranlagen-Ablauf\nVerwendet wird der Ablauf einer biologischen Kläranlage für vorwiegend häusliches\nAbwasser. Die Ablaufprobe muß von der Entnahme bis zur Verwendung aerob gehalten\nwerden. Das Abwasser wird durch ein grobporiges Papierfilter filtriert; die ersten 200 ml\nwerden verworfen. Das Filtrat der Impfsuspension wird bis zur Verwendung belüftet. Die\nImpfsuspension muß am gleichen Tag verwendet werden.\n1.5   Durchführ u n ~J der Abbauprüfung\n1.5.1 Anionische Tenside\nDas anion.ische Tensid bzw. die nach Nummer 3 vorbereitete Probe des Wasch- und\nReinigungsmittels und die Abbaustandards W bzw. H werden gleichzeitig und jeweils in\nDoppelansätz<~n 9eprüft. Für den Doppelansatz werden etwa 2 1 Kulturlösung benötigt.\nDie Kulturlüsung wird wie folgt hergestellt:\nZu 2 1 mineralisdier Nährlösung nach Nummer 1.2.2 werden 10 ml der etwa 1 mg MBAS/ml\nen lhaltenclen Lösung der zu untersuchenden Probe oder der Lösung des Abbaustandards W\nbzw. 11 und die entsprechende Menge Impfsuspension nach Nummer 1.4.2 gegeben, die\nempi riscb ermittelt wurde.\nDie Kulturlüsunu muß bei der Probeentnahme schaumfrei sein. In einer Doppelbestimmung\nwird der MBAS-Gehalt nach Nummer 4.2 auf 0,1 mg/1 genau festgestellt. Der Mittelwert\nist die in die Auswertung einzusetzende Anfangskonzentration C 0 , die zwischen 4,5 und\n5,5 rng MBAS/1 liegen muß.\nFür di.e Abbauprüfung werden je 900 ml der Kulturlösung in zwei Erlenmeyerkolben nach\nNummer 1.2.6 gefüllt. Die Gefäße werden mit einem Wattestopfen lose verschlossen und\nbei 298     1 (K) (25 ± 1 °C) im Schüttelapparat nach Nummer 1.2.5 bebrütet. Die Tempe-\nrahu muß während der Prüfzeit eingehalten werden. Die Gefäße sind gegen Lichteinwir-\nkung abzuschirmen. Die Luft in der Umgebung der Gefäße darf keine hemmend wirkenden\nVerunreinigungen wie z.B. Lösungsmitteldämpfe enthalten.\nIm Verlauf der Abbauprüfung wird der MBAS-Gehalt am 5., 8. und dann jeden 2. Tag nach\nNummer 4.2 bestimmt. Für die jeweiligen Einzelbestimmungen dürfen nur die unbedingt\nerforderlichen Mengen der Kulturlösung entnommen werden; zu Versuchsbeginn etwa\n10 bis 20 ml, gegen Versuchsende bis etwa 100 ml. Verdunstungsverluste der Kulturlösung\nsind unter Berücksichtigung der entnommenen Probemengen zumindest bei der Probenahme\nfür die letzte~ Bestimmung mit entsalztem Wasser auszugleichen. Vor der Entnahme ist\nvorhandener Schaum zu zerstören und die Kulturlösung gut zu durchmischen. Dabei\nist an den Kolbenwandungen angetrocknetes Material mit zu erfassen. Müssen die ent-\nnommenen Meßproben länger als 3 Stunden bis zur Analyse aufbewahrt werden, sind\nsie mit 5 ml der Konservierungslösung nach Nummer 1.2.4 je 1 Meßprobe oder durch Ein-\nfrieren zu konservieren. Die Abbauprüfung ist beendet, wenn die Differenz der Abnahmen\nder MBAS-Gehalte bei 2 Messungen im Abstand von 4 Tagen geringer als 0, 15 mg/1\noder wenn die Prüfzeit von 19 Tagen erreicht ist.\n1.5.2 Nichtionische Tenside\nDas nichtionische Tensid oder die nach Nummer 3 vorbereitete Probe des zu untersuchen-\nden Wasch- oder Reinigungsmittels und die Abbaustandards W bzw. H werden gleich-\nzeitig und jeweils in Doppelansätzen geprüft. Für den Ansatz des nichtionischen Tensids\nbenötigt man 5 1 Kulturlösung.\nDie Kulturlösung wird wie folgt hergestellt:\nZu 5 1 Nährlösung werden 25 ml der etwa 1 mg BiAS/ml enthaltenden Lösung der zu\nuntersuchenden Probe oder der Lösung des Abbaustandards W bzw. H und die ent-\nsprechende Menge Impfsuspension nach Nummer 1.4.2 gegeben, die empirisch ermittelt\nwurde. Die Kulturlösung muß bei Probenahme schaumfrei sein. Der BiAS-Gehalt wird nach\nNummer 4.3 in einer Doppelbestimmung auf 0,1 mg/1 genau festgestellt. Der Mittelwert\nist die in die Auswertung einzusetzende Anfangskonzentration C 0 , die zwischen 4,5 und\n5,5 mg BiAS/1 liegen muß.\nFür die Abbauprüfung werden je 1 200 ml der Kulturlösung in 4 Erlenmeyerkolben nach\nNummer 1.2.6 gefüllt. Die Gefäße werden mit einem Wattestopfen lose verschlossen und\nbei 298 ± 1 (K) (25 ± 1 °C) im Schüttelapparat nach Nummer 1.2.5 bebrütet. Die Tempe-\nratur muß während der Prüfzeit eingehalten werden. Die Gefäße sind gegen Lichtein-\nwirkung abzuschirmen. Die Luft in der Umgebung darf keine hemmend wirkenden Ver-\nunreinigungen wie z. B. Lösungsmitteldämpfe enthalten.","248                            Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\nDie Bestimmung der nichtionischen Tenside hat nach 14 und 19 Tagen zu erfolgen. Es\nempfiehlt sich, auch nach 5 Tagen Tensidbestimmungen zur Ermittlung des Verlaufs der\nAbbaukurve durchzuführen. Nach 14 Tagen werden aus je 2 Kolben je 200 ml Kultur-\nlösung entnomm{m und zu einer Analysenprobe vereinigt. Nach 19 Tagen werden in\ngleicher ·weise je 500 ml aus je 2 Kolben entnommen und vereinigt. Verdunstungsverluste\nsind mit cntsalztem Wasser auszugleichen. Vor der Entnahme der Probe ist vorhandener\nSchaum zu zerstören und die Kulturlösung zu durchmischen. Dabei ist an der Kolben-\nwandung angetrocknetes Material mit zu erfassen. Müssen die entnommenen Meßproben\nlänger als 3 Stunden bis zur Analyse aufbewahrt werden, so sind sie mit 5 ml der Konser-\nvierungslösung nach Nummer 1.2.4 je 1 Meßprobe oder durch Einfrieren zu konservieren.\nDie Untersuchung der Standardsubstanzen erfolgt nach Nummer 1.5.1.\n1.6 Auswertung\nAus den Tensidqehdlten der Kulturlösungen zu den verschiedenen Entnahmezeiten wird in\nBeziehung zur Ausgi.lngskonzentration C 0 der jeweilige Abbau in Prozenten nach folgender\nFormel berechnet:\nEs sind:\nAt  = Abbau zur Zeit t in Prozenten\nC0     mittlere Ausgangskonzentration der Kulturlösung in mg Tensid/!\nCt  =  Konzentration der Kulturlösung in mg Tensid/1 zum Zeitpunkt t\nDie Abbauraten der Einzelbestimmungen werden auf 0,1 0/o genau berechnet. Angegeben\nwird das auf ganze Prozentzahlen gerundete Mittel der Abbauraten der Einzelbestimmun-\ngen. Auf 0,5 °/o endende Resultate werden abgerundet.\nDie zeichnerische Ermittlung der Abbaurate für anionische und nichtionische Tenside er-\nfolgt nach dem Diagramm in Abbildung 1.\nFür anonische Tenside werden die Werte gegen die Zeit gemäß Abbildung 1 aufgetragen.\nBei biologisch abbaubarer MBAS zeigt die Kurve einen deutlich ausgeprägten Knickpunkt.\nDas Plateau nach dem Knickpunkt ist erreicht, wenn zwei Meßwerte über eine Periode von\n4 Tagen eine Differenz von weniger als 0,15 mg MBAS/1 zeigen. Der erste dieser Meßwerte\n(Ct,) wird als Beginn des Plateaus angenommen und der Bewertung in Prozenten der Ab-\nbaurate (At,) zugrunde gelegt.\nErreichen Produkte in der Zeit tA + tx (max. 19 Tage, siehe Abb. 1) kein Plateau, dann\nwird die jeweilige Konzentration zu diesem Zeitpunkt der Bewertung zugrunde gelegt,\nz. B. bei Abbaustandard H.\nBei nicht.ionischen Tensiden ist Ct der am 19. Tag bestimmte Wert.\nDie Resultate der Abbauprüfung sind gültig, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:\nIn der gleichzeitig durchgeführten Vergleichsmessung muß der Abbaustandard W inner-\nhalb 14 Tagen (t„d eine Abbaurate um 920/o erreicht haben (im allgemeinen sind Zeiten\nvon 7- bis 10 Tagen zu beobachten); der Abbaustandard H darf nach 19 Tagen höchstens\num 35 0/o abgebaut sein.\nWenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, ist die Prüfung mit einer variierten Impfmenge\nnach Nummer 1.4.1 zu wiederholen.\nTenside, die innerhalb der gegebenen Versuchszeit tA + tx eine Abbaurate von 800/o nicht\nerreichen oder deren Abbauraten in den Einzelansätzen bei Wiederholung des Tests nicht\nübereinstimmen oder deren Abbaukurven nicht dem allgemeinen Verlauf, z.B. der Abbau-\nstandards entsprechen, sind im Bestätigungstest zu prüfen.\n2   Bestätigungstest\n2.1 Anw(~ndungsbereich, Prinzip, Störungen\nDer Bestätigungstest ist auf anionische und nichtionische synthetische Tenside (MBAS\nund BiAS) anwendbar.\nIn einer Belebungsanlage (Labormaßstab) wird ein synthetisches Abwasser, das etwa\n20 mg MBAS/1 oder etwa 10 mg BiAS/1 enthält oder eine ebensoviel MBAS bzw. BiAS\nenthaltende Menge des zu untersuchenden und nach Nummer 3 vorbehandelten Wasch-","Abbildung 1\nErmittlung der biologischen Abbaurate\nAuswahl-Test\nAbbaurate\nin vom Hundert\n100\nz'.\"1\n,..-e---11--•-·-·                                                        CO\nI                                         /\n....,\n0,)\n(Q\n80                                                                                              0..\n(D\n/                                      \"\"1\n•\nI                                  /\n/\ni:::\nCfl\n(Q\n0,)\nO'\"\n60\nI\n(D\n/                                               t::d\n0\n/                                                  ~\n.?\n40\n/             Abbau-\nStandard\n/                                                     0..\n(D\n~\nI.               ,,weich\" /\n~\n\"Tl\n(D\n/                                                               O'\"\n20    I.                    /\n8~\n-\n\"\"1\n0\nI\n/    /\n/\n/\n.,                                                     t\nc.o\n\"'IJ\n\"'IJ\n.Zeit\ntA                             tx\n(längstens 14 Tage)\ntA   + tx = längstens 19 Tag~                                         N\n~\nc.0","250                              Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\noder Reini~Jun~Jsm ittels, in kontinuierlichem Durchfluß 3 Stunden lang belüftet. Aus der\nDifferenz der MBAS bzw. BiAS-Gehalte zwischen Zu- und Ablauf der Anlage wird die Ab-\nbaurate in Proz<!nlen errechnet.\nDer Test kann ~Jeslört werden z.B. durch Metallionen, organische Lösungsmittel und Bak-\nterizide.\n2.2   Chemikalic~n und Geräte\n2.2.1 Prüfeinrichtung:\nFür den Besl~iti~Jungstest ist die in Abbildung 2 dargestellte Belebungsanlage in den\nMaßen und Ausführungen nach Abbildung 3 zu verwenden.\nDie Anordnung besteht aus dem Vorratsgefäß A für das synthetische Abwasser, der Do-\nsierungseinrichlung B, dem Belebungsgefäß C, dem Absetzgefäß D, der Mammutpumpe E\n(für die Rückförderung des abgesetzten belebten Schlammes) und dem Sammelgefäß F für\nden Ablauf.\nDas Vorratsgefäß A und das Sammelgefäß F müssen aus Glas oder Kunststoff bestehen.\nDer Inhalt soll mindestens 24 1 betragen. Die Dosiereinrichtung B muß einen regelmäßigen\nZufluß des synthetischen Abwassers zum Belebungsgefäß C gewährleisten. Die Füllmenge\ndes Belebungsgefäßes C beträgt 3 1. Zur Belüftung wird an der Spitze des konischen Teils\ndes Belebungsgefäßes eine Fritte G gehängt. Zur Kontrolle der eingeblasenen· Luftmenge\nist ein geeignetes Meßgerät anzuschließen.\nAbbildung 2\nLuft\ni\nF\nA\nt\nLuft\nA Vorratsgefäß                           E Mammutpumpe\nB Dosiereinrichtung                      F Sammelgefäß\nC Belebungsgefäß (Inhalt 3 1)            G Fritte\nD Absetzgefäß                            H Luftmengenmesser","Nr. 9              Tdg der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1977                                251\nAbbildung 3\n•\n0G9\nOBv                                                00~ 017\n-e                                     .,\n0                                      ',\nO>'.:l_-b:l:l:li:l::CS:S:S::as:::s::i:s:a:i.:s::m:s::s::i::i:s:i:s:m:s:a:a::a:ss:iras:ia:s=a=isar:s:m:i:a:a::s:s::a:i:::a:r\"\nggz\n-s\n0\nC\\J\nlO\n1\n-e.\nlt)\n,__\nQ)\n1                                                                  C\\J\nB-                ---::5\n.c\n:Q\n::::,\nLL\n1                                                                   JJ;\n1\n08G\nJ8l!l 8               O~G\n988","252                                  Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\n2.2.2 Syn lhetiscbes Abwasser:\nFür den BesU.i.tigungstest wird ein synthetisches Abwasser verwendet, von dem je Tag\n24 1 benöti~Jt werd(,'-Il.\nZur Bereitung des synthetischen Abwassers werden in 1 000 ml Trinkwasser gelöst:\n160 rn9 Pepton aus Casein\n110 mg Fleischextrakt\n30 mg Harnstoff CO(NH2 b\n7 mg Natriumchlorid NaCl\n4 mg Calciumchlorid CaC12 • 2 H 2O\n2 mg Magnesiumsulfat MgSO 4 • 7 H 2O\nund etwa\n20 mg Methylenblauaktive Substanz (MBAS)\noder etwa\n10 mg Wismutaktive Substanz (BiAS)\nDas synthc~tische Abwasser ist täglich frisch zu bereiten.\n2.2.3 Eisen (III)-Chlorid-Lösung, 5 °/o Fe Cl 3 •\n2.3   Vorbereitung der Proben\nAnionische und nichtionische Tenside (Waschrohstoffe) können ohne Vorbehandlung ge-\nprüft werden.\nWasch- und Reinigungsmittel werden auf den MBAS- und/oder den BiAS- sowie den Sei-\nfengehalt analysiert. Die Vorbehandlung nach Nummer 3 ist auf jeden Fall erforderlich.\n2.4   Betrieb der Prüfeinrichtung\nZu Beginn des Testes werden das Belebungsgefäß C sowie das Absetzgefäß D mit synthe-\ntischem Abwasser nach Nummer 2.2.2 gefüllt und das Absetzgefäß D in der Höhe so fixiert,\ndaß das Belebungsgefäß C 31 aufnimmt. Dann werden die Luftzufuhr, die Mammutpumpe E\nund die Dosierungseinrichtung B eingeschaltet. Der Zulauf des synthetischen Abwassers\nin das Belebungsgefäß C muß 1 1 je Stunde betragen, um eine Belüftungszeit von 3 Stunden\nzu gewährleisten. Nach Füllen der Gefäße C und D wird mit 3 ml Impfsuspension durch\nZugabe in das Belebungsgefäß C angeimpft, um einheitliche Ausgangsbedingungen zu er-\nhalten.\nAls Impfsuspension ist Kläranlagenablauf nach Nummer 1.4.2 der Vorschrift des Auswahl-\ntestes anzuwenden.\nDie Luftzufuhr ist so einzustellen, daß im Belebungsgefäß C ein Absetzen des belebten\nSchlammes verhindert und ein Mindestgehalt an gelöstem Sauerstoff von 2 mg/1, ermittelt\nnach Nummer 6, ständig aufrecht erhalten wird.\nAuftretender stabiler Schaum ist durch geeignete Maßnahmen zu bekämpfen. Bei Anwen-\ndung von Entschäumern dürfen diese keine nachteilige Wirkung auf den belebten Schlamm\nausüben und keine MBAS bzw. BiAS enthalten.\nDie Mammutpumpe E muß so eingestellt werden, daß ein gleichmäßiger Rücklauf von be-\nlebtem Schlamm aus dem Absetzgefäß D zum Belebungsgefäß C erfolgt. Angesammelter\nSchlamm ist mindestens einmal pro Tag auf geeignete Weise vom Rand des Belebungs-\ngefäßes, des Absetzbeckens und aus den Leitungen in das Kreislaufsystem zurückzuführen.\nWenn der Schlamm sich nicht absetzt, kann sein Volumengewicht durch gegebenenfalls\nwiederholte Zugabe von je 2 ml einer 50/o Eisen (III)-Chlorid-Lösung nach Nummer 2.2.3\nerhöht werden.\nDas aus dem Absetzgefäß D abfließende Wasser wird in dem Sammelgefäß F über 24 Stun-\nden aufgefangen. Nach Ablauf dieser Zeit wird die Probe nach intensiver Durchmischung\nentnommen. Das Sammelgefäß Fist gründlich zu reinigen.\n2.5   Uberwachung der Prüfeinrichtung\nDer MBAS- bzw. BiAS-Gehalt des synthetischen Abwassers (mg/1) wird nach Nummer 4.2\nbzw. 4.3 unmittelbar vor dem Gebrauch und der des Ablaufes aus dem Sammelgefäß F\nunmittelbar nach der Probenahme bestimmt. Ist die Bestimmung innerhalb von 3 Stun-\nden nicht möglich, müssen die Proben durch Zugabe von Konservierungslösung nach Num-\nmer l .2.4 entsprechend 50 mg HgC1 2 je 1 Probe oder durch Einfrieren konserviert werden.","Nr. 9 -- Tag der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1977                          253\nZur Kon lrol le dc~s ~;Uirungsfreien biologischen Abbaues im Testverlauf ist in gleichmäßigen\nZeitabsUirnkn, mindestens zweimal wöchentlich, die Oxidierbarkeit nach Nummer 7 im\nf7iltrat d()S Zu- und Ablaufes zu bestimmen und deren Abnahme in Prozenten zu berech-\nrwn. Dc1s Ende ckr Einarbeitungszeit ist an einem weitgehend stetigen Verlauf der Ab-\nnc1hme der Ox idierbarkeit und des MBAS- bzw. des BiAS-Abbaus zu erkennen.\nDer orgdni sehe J\\ n !eil der Trockensubstanz des belebten Schlammes (Glühverlust) im Be-\nlebungsgefi:iß C soll 2 bis 2,5 g/1 betragen. Er ist zweimal wöchentlich nach Nummer 8 zu\nbestimmen. Betrct~Jt der Glühverlust mehr als 2,5 g/1, so ist, um eine Änderung der\nSchlarnmbelastunu zu vermeiden, der Uberschußschlamm portionsweise, aber jeweils nicht\nmehr cils ein Drittel der Gesamtschlammenge aus dem System zu entfernen.\nDer Besl.~i tigungstesl muß bei annähernd gleichbleibender Raumtemperatur im Bereich zwi-\nschen 291 (K) und 298 (K) (18--25 °C) durchgeführt werden.\n2.6 Auswertung\nAus den Werten der lctglich durchgeführten Bestimmungen der MBAS- bzw. BiAS-Gehalte\nim Zulauf und in einem Zeitraum von 24 Stunden gesammelten Ablauf im Sammelgefäß F\nwird der tct~Jliche Abbauwert in Prozenten der MBAS bzw. BiAS berechnet und gemäß\nAbbildunq 4 grnphisch dargestellt. Für die Bewertung der biologischen Abbaurate der\nMBAS bzw. der BiAS ist das arithmetische Mittel aus den Abbauwerten in Prozenten zu\nbilden, die nach dem Ende der Einarbeitungszeit an 21 aufeinanderfolgenden Tagen mit\netwa qleichbleibendem Abbau bei störungsfreiem Betrieb ermittelt wurden. In keinem\nFall soll die Einarbeitungszeit länger als 6 Wochen dauern. In eindeutigen Fällen kann\ndie I-Jäufiqkeit dieser Bestimmungen auf jeden 2. oder 3. Tag beschränkt werden. Zur Be-\nrechnung der Abbaurate müssen aber innerhalb der 21 Tage .dauernden Bewertungszeit\nmindeslcms 14 Bestimmungen durchgeführt worden sein.\n2.7 Angabe der Ergebnisse\nDie Abbauwerte an den einzelnen Tagen werden auf 0,1 °/o berechnet. Die mittlere Abbau-\nrate während der Bewertungszeit wird in ganzzahligen Prozenten des Abbaus angegeben.\nDie Bewertung der biologischen Abbaurate bezieht sich nur auf die MBAS oder auf die\nBiAS.\n3   Präparative Gewinnung der synthetischen Tenside für die Prüfung der biologischen Abbau-\nbarkeit nach Nummer 1 bzw. Nummer 2\n3.1 Vorbemerkungen\nAnionische und nichtionische Tenside (Waschrohstoffe) werden bei den Abbauprüfungen\nohne Vorbehandlung eingesetzt.\nIn Wasch- oder Reinigungsmitteln bestimmt man nach Homogenisierung zunächst den Ge-\nhalt an anionischen und nichtionischen Tensiden nach Nummer 4.1 und Nummer 4.2. Die\nBestimmung des Seifengehaltes erfolgt nach der unter Nummer 5 angegebenen Analysen-\nmethode. Die Bestimmung der Gehalte ist für die Berechnung der Ausbeute der präpara-\nliven Aufarbeitung erforderlich.\nEine quantitative Extraktion ist nicht erforderlich, jedoch sind wenigstens 80 0/o der be-\ntreffenden Tenside zu extrahieren; im allgemeinen werden 90 0/o und mehr erreicht.\nStörende kationische Tenside werden durch den vorgeschalteten Kationenaustauscher ent-\nfernt.\nDie für die biologische Abbauprüfung benötigten Tensidmengen sind etwa:\nMBAS                       BiAS\nAuswahltest                                                1 g                      1 g\nBestätigungstest                                         50 g                      25 g","N\nAbbildung 4                                                                                                          \"11\n~\nBerechnung der biologischen Abbaurate\nBestätigungs-Test\nAbbaurate\nin vom Hundert\n100\n90                                                                                                                                             Abbau-Standard „weich\"\nt::c\ni:::\nEinarbeitungszeit                                                                                                                                                                                                    ::,\nBewertungszeitraum                                                                                                                                          0.\nao~---------t~i---------------------~                                                                                                                                                                                      ('t)\n'Jl\n(Q\n('D\n1                                                                               'Jl\n('D\n70                                                                                                                                                                                                                         N\n1                                                                               C\"\n,60                                                                                                                                         1                                                                              ~'--,\ni:l.l\n1                                                                               ~\n50                                                                                                                                                                                                                         ~\n(Q\ni:l.l\n1                                                                               ::,\n(Q\n40                                                                                                                                                                                                                         .....\nr.f\\\n\\\n,,                              '~I                                                                               (0\n~\n\"'IJ\n/   \\                            / \\                        A\n30\n'                                                                                                                  1'\\                   /                                                         ß\n20\n\\\n\\\n\\                       I\n.,,,. ,. .,,,. .... \\\n\\\nI\nI\nI        \\\n\\\n\\               I\n/\nI\n1'\\             I'\n✓/\n1\n\\\n\\\n-\nI                    \\           I                       ,'             \\                    .,,,,,. Abbau-Standard „hart\"\nI                           \\            I                        ....... ,            1    \\     ,                 \\       .,,,. .,,,.\n10                              \\     1           I                               \\        I                                                      \\ ,                    \\ /,.,\n;                                  \\\n0 IE 1  1 1   1  1 , 1 ,\n\\ \\ 1 I,\"\\\n,,\nt y 1 \\, 1 '         1 1 1 1 1 :, 1 1 1 f 1 1 1 ,\n'   I\n1\nV\n1 1 1 1 .1 1 1 1            J\nV\n1 1 '        1 ,           1 1  1  1     )\n5                  10               15                               20                    25                       30                 35                 40                         45   Zeit (Tage)","Nr. 9 - Tag der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1977                      255\n3.2    Ch e m i k a l i e n und Geräte\n3.2.1  Entsalztes Wasser\n3.2.2  Äthanol, 95 Vol. 0 /o C:!H;;OH\n(zulässig als Vergi:illungsmittel: Methyläthylketon)\n3.2.3  Lösung von Kohlendioxid in Äthanol (etwa 0,1 0/o C0 2):\nZur Herstellung leitet man mittels eines mit Fritte versehenen Einleitungsrohres 10 Mi-\nnuten Kohlendioxid (CO:!) durch das Äthanol nach Nummer 3.2.2. Die Lösung ist stets\nfrisch zu bereiten.\n3.2.4  Isopropanol-Wassergemisch (50/50):\n50 Volumteile Isopropanol (CH3CHOH-CH3) auf 50 Volumteile Wasser nach Nummer 3.2.1\n3.2.5  Ammoniumhydrogencarbonat-Lösung (20/80):\n1 Mol NH1HCO: 1 in 1 000 ml Isopropanol-Wassergemisch aus 20 Volumteilen Isopropanol\nund 80 Volumteilen Wasser nach Nummer 3.2.1\n3.2.6  Ammoniumhydrogencarbonat-Lösung (60/40):\n0,3 Mol NI-ti!\"ICO: 1 in 1 000 ml Isopropanol-Wassergemisch aus 60 Volumteilen Isopropanol\nund 40 Volumteilen Wasser nach Nummer 3.2.1\n3.2.7  Kationenaustauscher (KAT), stark sauer, alkoholfest (50-100 mesh)\n3.2.8  Anionenaustauscher (AAT) makroporös Merck Lewatit MP 7080 (70-150 mesh)\n3.2.9  Salzsäure, 10 0/o HCl\n3.2.10 Rundkolben mit Schliff und Rückflußkühler, Inhalt 1 000 ml\n3.2.11 Nutsche (heizbar) für Papierfilter, Durchmesser 90 mm\n3.2.12 Saugflasche, 2 l\n3.2.13 Austauschersäule mit Heizmantel und Hahn:\nDurchmesser des Innenrohres 30 mm, Höhe 200 mm (Abb. 5)\n3.2.14 Wasserbad\n3.2.15 Vakuumtrockenschrank\n3.2.16 Thermostat\n3.2.17 Austauschersäule wie nach Nummer 3.2.13 mit Heizmantel und Hahn, in veränderten Maßen\n(analog Abb. 5): Durchmesser des Innenrohres 60 mm, Höhe 450 mm.\n3.3    Gewinnung der Tenside für den Auswahltest\n3.3.1  Prinzip\nAus der homogenen Probe wird ein Äthanolextrakt gewonnen, der die Tenside, die Seife\nund andere alkohollösliche Bestandteile der Wasch- oder Reinigungsmittel-Probe enthält.\nDer Extrakt wird im Isopropanol-Wasser-Gemisch gelöst und diese Lösung durch eine auf\n323 (K) (50 °C) geheizte Austauscherkombination aus stark saurem Kationenaustauscher\nund schwach basischem makroporösen Anionenaustauscher gegeben.\nNach Abdampfen des Durchlaufs erhält man die nichtionischen Tenside.\nDurch fraktionierte Elution trennt man die aus der Seife stammenden Fettsäuren und die\nnichttensidischen Anionen ab und gewinnt dann mit einer wäßrig-isopropanolischen Lösung\nvon Ammoniumhydrogencarbonat die anionischen Tenside als Ammoniumsalze. Sie wer-\nden als solche dem Abhautest unterworfen.\n3.3.2  Vorbereitung der Extraktion\nUm die Kapazität der Ionenaustauscher nicht zu überschreiten, ist die Einwaage so zu be-\nmessen, daß in der zur Extraktion angewendeten Probe nicht mehr als 5 g anionische syn-\nthetische Tenside und 3 g Seife vorliegen. Sollte die dabei isolierte Menge an nicht-\nionischen Tensiden für den Abbautest nicht ausreichen, so ist die Aufarbeitung ein zweites\nMal durchzuführen.\nFlüssige Produkte sind zur Trockne einzudampfen.","256   Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\nAbbildung 5\nBeheizte Austauschersäule\n30(/J\n0\n0\n~\nNS 21.5\n~I\n10 qJ","Nr. 9 --- Tag der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1977                       257\n3.3.3 Ccw innuntJ der dlkohollöslichen Bestandteile\nZur trockenen Einwaage gibt man 500 ml Äthanol nach Nummer 3.2.2 und kocht eine Stunde\nam Rückfluß. Zur Vermeidung des Stoßens empfiehlt es sich, einen Rührer einzusetzen.\nDie noch heiße alkoholische Lösung wird durch eine auf 323 (K) (50 °C) aufgeheizte Nutsche\nnach Nummer 3.2. l 1 mit einem grobporigen Filter gegeben. Anschließend spült man Kolben\nund Nutsche mit etwa 100 ml heißem Äthanol nach. Filtrat und Waschalkohol werden ver-\neinigt. Die Lösung wird auf dem siedenden Wasserbad zur Trockne eingedampft.\n3.3.4 Vorbereitung der Ionenaustauscher\nKationenaustauscher\n60 ml KAT nach Nummer 3.2.7 werden in ein Becherglas gegeben und mit 200 ml Salzsäure\nnach Nummer 3.2.9 übergossen. Man läßt unter gelegentlichem Umrühren mindestens\n2 Stunden stehen. Man dekantiert die Säure und spült den KAT mit entsalztem Wasser\nnach Nummer 3.2.1 in die Säule, in die man zuvor einen Glaswollebausch als Stützschicht\neingeführt hat. Die Säule wird bei einer Durchlaufgeschwindigkeit von 5 bis 10 ml/min mit\nentsalztem Wasser chloridfrei gewaschen. Das Wasser verdrängt man mit 200 ml Isopro-\npanol-Wassergemisch nach Nummer 3.2.4, wonach die KAT-Säule betriebsbereit ist.\nAnionenaustauscher\nMan übergießt im Becherglas 60 ml AAT nach Nummer 3.2.8 mit 200 ml entsalztem Wasser\nnach Nummer 3.2.1 und läßt den Austauscher mindestens 2 Stunden quellen. Man spült\nden AAT mit entsalztem Wasser in die Säule. Auch hier dient ein Glaswollebausch als\nStützschicht für den Austauscher. Die Säule wird mit 1 N Ammoniumhydrogencarbonat-\nlösung nach Nummer 3.2.5 chloridfrei gewaschen. Dazu werden etwa 1 000 ml Lösung\nbenötigt. Anschließend wird mit 200 ml entsalztem Wasser nachgewaschen. Schließlich\nverdrängt man das Wasser mit 200 ml Isopropanol-Wassergemisch nach Nummer 3.2.4 mit\neiner Durchflußgeschwindigkeit von 5 bis 10 ml/min.\n3.3.5 Durchführung des Ionenaustausches\nMan verbindet beide Austauschersäulen derart miteinander, daß sich die KAT-Säule vor\nder AAT-Säule befindet. Mittels eines Thermostaten werden die Austauschersäulen auf\n323 (K) (50 °C) aufgeheizt.\nMan löst den nach Nummer 3.3.3 gewonnenen Trockenrückstand in 1 000 ml Isopropanol-\nWassergemisch nach Nummer 3.2.4 und erwärmt auf etwa 333 (K) (60 °C). Die heiße Lösung\ngibt man durch die Säulenkombination mit einer Durchlaufgeschwindigkeit von 5 ml/min.\nDann wäscht man mit 200 ml des heißen Isopropanol-Wassergemisches nach Nummer 3.2.4\nnach.\nZur Gewinnug der nichtionischen synthetischen Tenside werden Durchlauf und Wasch-\nalkohol vereint und auf dem Wasserbad nach Nummer 3.2.14 oder im Vakuumrotations-\nverdampfer eingedampft. Der Rückstand enthält die BiAS. Letzteren bringt man mit ent-\nsalztem Wasser nach Nummer 3.2.1 auf ein definiertes Volumen und bestimmt in einem\nAliquot den BiAS-Gehalt nach Nummer 4.3. Diese Lösung wird als Stammlösung für die\nAbbauprüfung der nichtionischen synthetischen Tenside verwendet. Sie muß bei Tempe-\nraturen unter 278 (K) (5 °C) aufbewahrt werden.\nZur Gewinnung der anionischen synthetischen Tenside nimmt man die KAT-Säule ab. Aus\nder AAT-Säule löst man zuerst die aus der Seife stammenden Fettsäuren mit 600 ml\n323 (K) (50 °C) warmer Äthanol-C0 2-Lösung nach Nummer 3.2.3 heraus. Das Eluat wird\nverworfen. Das in der AAT-Säule befindliche Äthanol wird mit 200 ml entsalztem Wasser\nnach Nummer 3.2.1 verdrängt. Sodann werden die nichttensidischen Anionen, mit 500 ml\nAmmoniumhydrogencarbonat-Lösung in Isopropanol-Wassergemisch nach Nummer 3.2.5\nherausgelöst; das Eluat wird ebenfalls verworfen. Erst dann können die MBAS mit 600 ml\nAmmoniumhydrogencarbonat-Lösung in Isopropanol-Wassergemisch nach Nummer 3.2.6\naus der AAT-Säule eluiert werden. Man dampft dieses Eluat auf dem siedenden Wasserbad\nnach Nummer 3.2.14 oder im Vakuumrotationsverdampfer ein. Als Rückstand verbleibt das\nAmmoniumsalz der MBAS. Der Rückstand wird mit entsalztem Wasser nach Nummer 3.2.1\nauf ein definiertes Volumen gebracht. In einem Aliquot wird der MBAS-Gehalt nach Num-\nmer 4.2 bestimmt. Die Lösung dient als Stammlösung für die Abbauprüfung der anionischen\nsynthetischen Tenside. Sie muß bei Temperaturen unter 278 (K) (5 °C) aufbewahrt werden.\n3.3.6 Behandlung der verwendeten Austauscher\nDer Kationenaustauscher wird nach Gebrauch verworfen.\nDer Anionenaustauscher ist nach Durchgabe von 200 ml Isopropanol-Wassergemisch nach\nNummer 3.2.4 wieder einsatzbereit.","258                              Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\n3.4   Gewinnung der Tenside für den Bestätigungstest\n3.4.1 Prinzip\nDamit die Aufarbeitung der Wasch- oder Reinigungsmittel-Probe handlich bleibt, wird die\neinzuselzende Menge auf 1 000 g begrenzt. Es kann daher nötig werden, die Aufarbeitung\nzweimal durchzuführen, um die für die biologische Abbauprüfung benötigten Mengen zu\nerhalten. Erfahrungsgemäß ist diese chargenweise Gewinnung arbeitstechnisch vorteil-\nhafter als das Arbeiten im größeren Maßstab.\nDie vorgeschriebenen Austauschermengen sind auf eine nutzbare Kapazität von 600 bis\n700 mmol Tenside und Seife ausgelegt.\nZei~Jt die analytische Vorprüfung die Abwesenheit bestimmter Tensidgruppen, so kann\nder entsprechende Verfahrensschritt entfallen. Ein Alkoholextrakt ist in jedem Falle erfor-\nderlich.\n3.4.2 Gewinnun~J dPr alkohollöslichen Bestandteile\nNach Eintrd~J(-m von 1 000 g des zu untersuchenden Wasch- oder Reinigungsmittels in 5 1\nÄthanol nach Nummer 3.2.2 wird das Gemisch 1 Stunde unter Rühren und Rückfluß zum\nSieden erhitzt. Dabei ist es zweckmäßig, mit Teilmengen in mehreren Ansätzen zu arbei-\nten. Di<· noch heiße alkoholische Lösung wird über eine auf 323 (K) (50 °C) aufgeheizte\nNutsche ndch Nummer 3.2.11 mit einem grobporigen Filter gegeben und scharf abgesaugt.\nAnschließend spült man Kolben und Nutsche mit etwa 200 ml heißem Äthanol nach. Filtrat\nund Spülalkohol werden in einer Saugflasche nach Nummer 3.2.12 aufgefangen.\nBei pastösen und flüssigen Produkten· wägt man soviel ein, daß nicht mehr als 55 g anioni-\nsches Tensid und 35 g Seife vorliegen. Diese Einwaage wird zur Trockne gebracht. Der\nRückstand wird in 2 l Äthanol nach Nummer 3.2.2 aufgenommen und wie vorstehend be-\nschrieben verfahren.\nDas äthanolische Filtrat dampft man zweckmäßig mit einem Vakuumrotationsverdampfer\nzur Trockne ein und nimmt den Rückstand in 5 1 Isopropanol-Wassergemisch nach Num-\nmer 3.2.4 auf.\n3.4.3 Vorbereitung der Ionenaustauscher\nKationenaustauscher\n600 ml KAT nach Nummer 3.2.'l werden in ein 3 1-Becherglas gegeben und darin mit 2 1\nSalzsäure nach Nummer 3.2.9 übergossen. Man läßt mindestens 2 Stunden unter gelegent-\nlichem Umrühren stehen, dekantiert die Säure, spült den KAT mit entsalztem Wasser in\ndie Säule nach Nummer 3.2.13, in die man zuvor einen Glaswollebausch gelegt hat. Die\nSäule wird mit entsalztem Wasser nach Nummer 3.2.1 bei einer Durchlaufgeschwindigkeit\nvon 10 bis 30 ml/min chloridfrei gewaschen. Das Wasser verdrängt man schließlich mit 2 1\nIsopropanol-Wassergemisch nach Nummer 3.2.4. Damit ist die KAT-Säule betriebsbereit.\nAnionenausta uscher\nMan übergießt im Becherglas 600 ml AAT nach Nummer 3.2.8 mit 2 1 entsalztem Wasser\nnach Nummer 3.2. l und läßt den Austauscher mindestens 2 Stunden lang quellen. Man\nspült den AAT mit entsalztem Wasser in die Säule. Auch hier dient ein Glaswollebausch\nals Stützschicht für den Austauscher. Die Säule wird mit 1 N Ammoniumhydrogencarbonat-\nLösung nach Nummer 3.2.5 chloridfrei gewaschen. Dazu werden etwa 2 bis 3 1 Lösung be-\nnötigt. Anschließend wird mit 2 1 entsalztem Wasser nachgewaschen. Schließlich verdrängt\nman das Wasser mit 2 1 Isopropanol-Wassergemisch nach Nummer 3.2.4, Durchfluß-\ngeschwindigkeit 10 bis 30 ml/min.\n3.4.4 Durchführung des Ionenaustausches\nMan verbindet beide Austauschersäulen derart miteinander, daß sich die KAT-Säule vor\nder AAT-Säule befindet. Mittels eines Thermostaten nach Nummer 3.2.16 werden die Aus-\ntauschersäulen auf 323 (K) (50 °C) aufgeheizt. Man erwärmt die nach Nummer 3.4.2 erhal-\ntenen 5 1 Lösung auf 333 (K) (60 °C) und gibt sie über die Austauscherkombination mit\neiner Durchflußgeschwindigkeit von 20 ml/min. Danach wäscht man die Säulen mit 1 000 ml\nheißem Isopropanol-Wassergemisch nach Nummer 3.2.4 nach.\nZur Gewinnung der nichtionischen synthetischen Tenside werden Durchlauf und Wasch-\nalkohol vereint und zur Trockne eingedampft, wozu ein Vakuumrotationsverdampfer emp-\nfohlen wird. Der Rückstand enthält die BiAS. Man bringt ihn mit entsalztem Wasser nach\nNummer 3.2.1 auf ein definiertes Volumen und bestimmt in einem Aliquot den BiAS-\nGehalt nach Nummer 4.3. Die Lösung dient als Stammlösung für die Abbauprüfung der","Nr. 9       Tag der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1977                                              259\nnichlionischen synthetischen Tenside. Sie muß bei Temperaturen unter 278 (K) (5 °C) auf-\nbewahrt werden.\nZur Gewinnung der anionischen synthetischen Tenside (MBAS) nimmt man die KAT-Säule\nab und eluiert aus der AAT-Säule zunächst mit 5 1 323 (K) (50 °C) warmer Äthanol-CO 2-\nLösung nach Nummer 3.2.3 die aus der Seife stammenden Fettsäuren. Das Eluat wird ver-\nworfen.\nAnschließend eluiert man mit 5 1 Ammoniumhydrogencarbonat-Lösung nach Nummer 3.2.6\ndie MBAS aus der /\\AT-Säule. Man dampft das Eluat auf dem siedenden Wasserbad nach\nNummer 3.2.14 oder im Vakuumrotationsverdampfer zur Trockne ein. Im Rückstand ver-\nbleibt das Ammoniumsalz der MBAS, eventuell auch nichttensidische Anionen, die im\nBestätigungstest nicht stören. Man bringt den Rückstand mit entsalztem Wasser nach\nNummer 3.2.1 auf ein definiertes Volumen und bestimmt in einem Aliquot den MBAS-\nc;<~halt nuch Nummer 4.2. Die Lösung dient als Stammlösung für die Abbauprüfung der\ncmionischen syntlwl.ischen Tenside; sie muß bei Temperaturen unter 278 (K) (5 °C) aufbe-\nwahrt werdcm.\n3.4.5     ßdwndlung der vnwc~mlelen Austauscher\nDer Kalionenaust.<1uscher wird nach Gebrauch verworfen.\nDer J\\nioncnilustauscher ist nach Durchgabe von 2 l Isopropanol-'/\\Tassergemisch nach\nNummer 3.2.4 wi<'der einsatzbereit.\n4        Analytische Bestimmung kleiner Konzentrationen anionischer und nkhtionischer Tenside\nfür die biologische Abbauprüfung\n4.1       Chemikalien und Geräte\n4.1.1     Pufferlösung pH 10:\nMan löst 24 g Natriumhydrogencarbonat (NaHCO 3) p. a. und 27 g Natriumcarbonat wasser-\nfrei (Na~CO;i) p. a. in entsalztem Wasser und füllt zu 1 000 ml auf.\n4.1.2     Neutrale Methylenblaulösung:\n0,35 g Methylenblau nach dem Deutschen Arzneibuch (DAB 7) *) werden mit entsalztem\nWasser zu 1 000 ml gelöst. Die Lösung muß mindestens 24 Stunden vor Aufstellung der\nEichkurve zubereitet worden sein. Die Extinktion der Chloroformphase der Blindprobe,\ngemessen gegen Chloroform, darf den Wert von 0,015 pro 1 cm Schichtdicke nicht über-\nsteigen.\n4.1.3     Saure Methylenblaulösung:\n0,35 g Methylenblau nach DAB 7 werden in 500 ml entsalztem Wasser gelöst und mit\n6,5 ml H:!SO 4 der Dichte 1,84 versetzt. Die Lösung wird mit entsalztem Wasser auf 1 000 ml\naufgefüllt. Die frisch angesetzte Lösung muß mindestens 24 Stunden vor der Aufstellung\nder Eichkurve zubereitet worden sein. Die Extinktion der Chloroformphase der Blindprobe,\ngemessen gegen Chloroform, darf den Wert von 0,015 pro 1 cm Schichtdicke nicht über-\nsteigen.\n4.1.4     Chloroform, CHCl: 1 frisch destilliert\n4.1.5     Dodec y lbenzols ulfonsäuremethy lester\n4.1.6     Athanolische Kaliumhydroxidlösung, KOH 0,1 N\n4.l.7     Äthanol rein CJirPH\n4.1.8     Schwefelsäure lI'.lSO 4 1 N\n4.1.9     Phenolphthalein-Lösung:\nMan löst 1 g Phenolphthalein in 50 ml Äthanol und gibt unter ständigem Rühren 50 ml\nentsalztes Wasser hinzu. Ein etwaiger Niederschlag wird abfiltriert.\n4.1.10    Scheidetrichter, Inhalt 250 ml\n4.1.11    Meßkolben, Inhalt 50 ml\n4.1.12    Meßkolben, Inhalt 500 ml\n4.1.13    Meßkolben, Inhalt 1 000 ml\n4.1.14    Wägepipelle\n*) Veronlnung iilH'r d,1s Deu1sche l\\rzncihuch (DAB 7) vom 7. August 1968 (BGBl. I S. 913). zuletzt geändert durch die Dritte Ver-\nordnung zur Andl!iuny des Dculsdwn Arzneibuchs 7. Aus9abe (DAB 7) vom 22. Juli 1975 (BGB!. I S. 1962)","260                                 Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\n4.1.15 Rundkolben mit Schliff und aufgesetztem Rückflußkühler, Inhalt 250 ml\nSiedeperlen\n4.1.16 pH-Meter\n4.1.17 Photometer mit Meßmöglichkeit bei 650 nm und 1 bis 5 cm-Küvetten\n4.1.18 Watte, Reinheitsanforderungen nach DAB 7\n4.1.19 Entsalztes Wasser\n4.1.20 Essigsäureäthylester CH 3CO·O·C 2H 5 rein, frisch destilliert\n4.1.21 Natriumhydrogencarbonat NaHC0 3 p. a.\n4.1.22 Salzsäure HCl 1 0/o\n4.1.23 Methanol CI--I:iOH\nfrisch destilliert, in Glasflaschen aufzubewahren\n4.1.24 Bromkresolpurpur-Lösung:\n0,1 g Bromkresolpurpur werden in 100 ml Methanol nach Nummer 4.1.23 gelöst\n4.1.25 Fällungsreagenz:\nDas Fällungsreagenz ist eine Mischung von 2 Volumteilen der Lösung A nach Nummer\n4.1.26 und 1 Volumteil der Lösung B nach Nummer 4.1.27. Die Mischung ist in einer;\nbraunen Flasche aufzubewahren und etwa eine Woche haltbar.\n4.1.26 Lösung A:\n1,7 g Wismut (III)-nitrat, reinst, DAB 7 (Bi(OHb N03) werden in 20 ml Eisessig nach Nummer\n4.1.28 gelöst und mit entsalztem Wasser auf 100 ml aufgefüllt.\n65 g Kaliumjodid (KJ) p. a. werden in etwa 100 ml entsalztem Wasser gelöst. Beide Lösun-\ngen werden in einen 1 000 ml-Meßkolben gegeben, 200 ml Eisessig hinzugefügt und mit\nentsalztem Wasser zur Marke aufgefüllt. Diese Lösung ist etwa eine Woche haltbar.\n4.1.27 Lösung B:\n290 g Bariumchlorid BaC1 2 · 2 H 20 gelöst in 1 000 ml entsalztem Wasser.\n4.1.28 Eisessig, 99 bis 100 °/o CH3COOH (Eisessig geringerer Konzentration ist ungeeignet)\n4.1.29 Ammoniumtartrat-Lösung:\n12,4 g Weinsäure p. a. und 12,4 ml Ammoniaklösung etwa 25 °/o NH3 (d            0,91), reinst,\nwerden vereinigt und mit entsalztem Wasser auf 1 000 ml aufgefüllt.\n4.1.30 Ammoniaklösung NH3 1 0/o\n4.1.31 Standardacetatpuffer-Lösung:\n40 g Natriumhydroxid NaOH p. a. werden in einen 1 000 ml-Meßkolben gegeben und mit\netwa 500 ml entsalztem Wasser gelöst. Dann werden 120 ml Eisessig zugefügt. Nach gründ-\nlichem Mischen und Abkühlen wird mit entsalztem Wasser zur Marke aufgefüllt.\n4.1.32 Pyrrolidindithiocarbamat-Lösung 0,0005 N (abgekürzt Carbat-Lösung):\nMan löst 103,0 mg Pyrrnlidindithiocarbonsäure-Natriumsalz in etwa 500 ml entsalztem\nWasser, gibt dann 10 ml n-Amylalkohol p. a. und 0,5 g Natriumhydrogencarbonat hinzu\nund füllt mit entsalztem Wasser auf 1 000 ml auf.\n4.1.33 Kupfersulfat-Stammlösung:\n1,249 g Kupfer (II)-sulfat (CuS04 • 5 H 20) p. a. und 50 ml i N-Schwefelsäure werden in\netwa 200 ml entsalztem Wasser gelöst und zu 1 000 ml aufgefüllt.\n(Keine verwitterten Kristalle verwenden)\n4.1.34 Kupfersulfat-Eichlösung:\n50,0 ml der Stammlösung nach Nummer 4.1.33 und 10 ml 1 N-Schwefelsäure werden mit\nentsalztem Wasser zu 1 000 ml aufgefüllt.\n4.1.35 Natriumchlorid NaCl p. a.\n4.1.36 Tensid-Ausblasegerät (Abb. 6):\nDer Durchmesser von Fritte und Zylinder soll etwa gleich groß sein.","Nr. 9 ~- Tag der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1977                      261\nAbbildung 6\nTensid-Ausblasegerät\nSteg\nWaschflasche\n100 ml Inhalt,\nEssigsäureäthylester\nEssigsäureäthylester\nlO\n0\n10\nWasserprobe","262                                   Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\n,1.l.'.37 Kcilionerlilustuuscher (H-Form) 50 bis 100 mesh.\nLJ.1.:m   Mc1gndrührwerk mit Magnetstab 25 bis 30 mm.\n4.1.39    Coochtiegd, Durchmesser des perforierten Bodens 25 mm, Type G 4.\n4.1.40    Rundfilter aus Clasfaserpapier, (/) = 27 mm, Faserdurchmesser 0,5 bis 1,5 ,um.\n4.1.41    Saugflaschen mit Vorstoß und Gummimanschette für Filtertiegel, Inhalt 250 und 500 ml.\n4.1.42    Polyäthylenspritzflasche, Inhalt 500 ml, für Eisessig.\n4.1.43    Austauschersi:iule für 10 ml Austauscher.\n11.1.44   Reg istrierencles Potentiometer mit Platin/Kalomel- oder Platin/Silberchlorid-Meßkette,\nMeßbereich 250 mV mit automatischer Bürette, 20 bis 25 ml Inhalt oder alternativ eine\nmanuelle Einrichtung zur Potentiometrie.\n4.1.45    mcthanol ische Salzsi:iure I-ICl 10 °/o.\n4.2       Bestimmung anionischer Tenside als MBAS\n4.2.1     Prinzip, Störungen\nDie Methode beruht darauf, daß der kationische Farbstoff Methylenblau mit anionischen\nSubstanzen blaue Salze bildet, die mit Cloroform extrahierbar sind. Zur Ausschaltung von\nStörungen wird zunächst aus alkalischer Lösung e~trahiert und der Extrakt dann mit saurer\nMethy lenblaulösung geschüttelt. Die abgetrennte organische Phase wird im Absorptions-\nmaximum bei 650 nm gemessen. Zur Auswertung der Messung bedarf es einer Eichkurve.\nDie dazu benötigte Eichlösung wird aus der Standardsubstanz Dodecylbenzolsulfonsäure-\nmethylester (Tetrapropylentyp, MG 340) nach Verseifen zum Kaliumsalz hergestellt. Die\nMBAS wird als Natriumdodecylbenzolsulfonat angegeben.\nDie unter Nummer 4.2.3 angegebene Formel berücksichtigt dies.\nDie Analysenproben dürfen nicht durch eine Schaumschicht hindurch entnommen werden.\nDie für die Analysen verwendeten Geräte sind nach gründlicher Reinigung mit Wasser,\nmit alkoholischer Salzsäure nach Nummer 4.1.45 und anschließend wieder mit Wasser aus-\ngiebig zu spülen.\n4.2.2     Ausführung\nDas zu untersuchende Wasser aus dem Zu- und Ablauf der Belebungsanlage ist unmittel-\nbar nach der Probeentnahme zu filtrieren. Die ersten 100 ml des Filtrats sind zu verwerfen.\nIn einen Scheidetrichter nach Nummer 4.1.10 ist ein abgemessenes Volumen der filtrierten,\nsoweit erforderlich, neutralisierten Probe zu geben, deren Gehalt an MBAS zwischen 20\nund 150 /19 liegen soll. Bei geringerem Gehalt an MBAS können bis zu 100 ml der Probe\nve-rwendet werden. Werden weniger als 100 ml verwendet, so ist mit entsalztem Wasser\nnach Nummer 4.1.19 auf 100 ml aufzufüllen. Der Probe sind 10 ml Pufferlösung nach Num-\nmer 4.1.1, 5 ml neutrale Methylenblaulösung nach Nummer 4.1.2 und 15 ml Chloroform nach\nNummer 4.1.4 zuzusetzen. Die Mischung ist gleichmäßig und nicht zu heftig 1 Minute zu\nschütteln. Nach Phasentrennung ist die Chloroformschicht in einen zweiten Scheidetrichter\nnach Nummer 4.1.10 abzulassen, der 110 ml entsalztes Wasser und 5 ml saure Methylen-\nblaulösung nach Nummer 4.1.3 enthält. Die Mischung ist gleichmäßig und nicht zu heftig\n1 Minute zu schütteln. Die Chloroformschicht ist durch ein mit Chloroform nach Num-\nmer 4.1.4 angefeuchtetes ·wattefilter nach Nummer 4.1.18 in einen Meßkolben nach Num-\nmer 4.1.11 zu filtern.\nDie Extraktion der alkalischen und der sauren Lösung ist je dreimal auszuführen, wobei\nfür die zweite und dritte Extraktion je 10 ml Chloroform nach Nummer 4.1.4 anzuwenden\nsind. Die durch die gleiche Watte filtrierten und vereinigten Chloroformextrakte sind im\nMeßkolben nach Nummer 4.1.11 mit Chloroform nach Nummer 4.1.4 bis zur Marke auf-\nzufüllen. Die hierfür notwendige Menge Chloroform muß zum Nachwaschen der Watte\nbenutzt werden. Die Farbintensität der Chloroformlösung ist mit einem Photometer nach\nNummer 4.1.17 bei 650 nm und mit 1- bis 5-cm-Küvetten zu messen.\n4.2.3    Aufstellung der Eichkurve\nMan wi:igt aus einer Wägepipette 400 bis 450 mg Dodecylbenzolsulfonsäuremethylester\nnach Nummer 4.1.5 auf 0, 1 mg genau in einen Rundkolben nach Nummer 4.1.15 ein und\nfügt 50 rnl äthanolische Kaliumhydroxidlösung nach Nummer 4.1.6 und einige Siedeperlen\nhinzu. Nach Aufsetzen des Rückflußkühlers wird 1 Stunde gekocht. Nach dem Erkalten","Nr. 9 - Tdg der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1977                        263\nspült mdn Kühh,r und Schliff mit etwa 30 ml Äthanol nach Nummer 4.1.7 ab und gibt diese\nSpü 111 üssi~Jkeit zum Kolbeninhalt hinzu. Anschließend titriert man die Lösung mit Schwe-\nfcls[i ure nach Nummer 4.1.8 gegen Phenolphthalein nach Nummer 4.1.9 bis zur Entfärbung,\nüberführt cfü,~se Lösung in einen Meßkolben nach Nummer 4.1.13, füllt mit entsalztem\nWass<~r zur Mcirke auf und mischt durch.\nVon dieser Tensid-Stammlösung wird eine weitere Verdünnung hergestellt. Man ent-\nnimmt 25 ml, überführt sie in einen Meßkolben nach Nummer 4.1.12, füllt mit entsalztem\nWasser zur Marke auf und mischt durch.\nE · 1,023                .    .  .       .\nDiese Eichlösung enthält pro ml ----mg MBAS, wobei E die Emwaage m mg bedeutet.\n20 000\nFür die Eichkurve werden je 1, 2, 4, 6, 8 ml dieser Eichlösung entnommen und im Scheide-\ntrichter nach Nummer 4.1.10 jeweils auf 100 ml mit entsalztem Wasser aufgefüllt. Dann\nverfährt man weiter wie unter Nummer 4.2.2 angegeben.\n4.3   Bestimmung nicht ionischer Tenside a 1s Bi AS\n4.3.1 Prinzip, Störungen\nDie Tenside werden durch Ausblasen in eine Essigsäureäthylester-Phase überführt und\nisoliert. In der angewendeten Probenmenge sollte der Gehalt an nichtionischen Tensiden\nim Bereich zwischen 250 bis 800 µg liegen.\nNach Phasentrennung und Abdampfen des Lösungsmittels werden die nichtionischen Ten-\nside vom Typ der Alkylenoxid-Addukte in wäßriger Lösung mit modifiziertem Dragen-\ndorffschen Reagenz nach Nummer 4.1.25 gefällt.\nAnionische Tenside gelangen beim Ausblasen mit in die Essigsäureäthylester-Phase. Sie\nstören jEidoch bis zu einer Konzentration von 5 mg/1 die Bestimmung nicht. Kationische\nTenside werden miterfaßt. Sie müssen gegebenenfalls durch Kationenaustausch abgetrennt\nwerden.\nDer Niederschlag wird abfiltriert, mit Eisessig nach Nummer 4.1.28 gewaschen und in\nAmmoniumtartrat-Lösung nach Nummer 4.1.29 gelöst. Das in Lösung befindliche Wismut\nwird bei pH 4 bis 5 mit Pyrrolidindithiocarbamat-Lösung nach Nummer 4.1.32 mit der Meß-\nkette nach Nummer 4.1.44 potentiometrisch titriert.\nDas Titralionsergebnis wird mit dem empirischen Eichfaktor 54 zur Umrechnung auf die\nBezugssubstanz Nonylphenol mit 10 Molen Äthylenoxid multipliziert.\n4.3.2 Ausführung\nAnreicherung und Isolierung der Tenside\nDie Wasserprobe wird durch ein grobporiges Papierfilter filtriert. In das Ausblasgerät\nnach Nummer 4.1.36 (Abb. 6) wird eine abgemessene Probemenge gegeben, die 250 bis\n800 ;1g nichtionische Tenside enthalten soll.\nZur Verbesserung des Isoliereffektes werden 100 g Natriumchlorid nach Nummer 4.1.35\nund 5 g Natriumhydrogencarbonat nach Nummer 4.1.21 benötigt.\nBeträgt das angewandte Probenvolumen über 500 ml, so werden diese Salze in fester\nForm in das Ausblasgerät gegeben und unter Durchleiten von Stickstoff oder Luft gelöst.\nKommt ein geringeres Probenvolumen zur Anwendung, werden die Salze in etwa 400 ml\nWasser gelöst und dann zugegeben.\nIn jedem Fall wird mit Wasser bis zum oberen Ablaßhahn aufgefüllt.\nMan überschichtet mit 100 ml Essigsäureäthylester nach Nummer 4.1.20.\n2\nDie Waschflasche in der Gasstromzuleitung (Stickstoff oder Luft) wird zu etwa        /s mit\nEssigsäureäthylester gefüllt.\nMan leitet einen Gasstrom von 50 bis 60 1 je Stunde durch die Apparatur; der Einbau\neines Strömungsmessers ist zu empfehlen. Die Gasmenge muß so bemessen sein, daß die\nPhasen erkennbar getrennt bleiben und an der Phasengrenzfläche keine Turbulenz ent-\nsteht. Damit wird eine Vermischung der Phasen und ein Inlösunggehen des Essigsäure-\näthylesters vermieden. Nach 5 Minuten wird der Gasstrom abgestellt.\nIst die organische Phase durch Lösen in Wasser um mehr als 20 0/o vermindert worden,\nmuß der Ansatz verworfen werden.","264                                 Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\nDie organische Phase wird vollständig in den Scheidetrichter nach Nummer 4.1.10 abge-\nlassen. Die im Schei.detrichter etwa abgesetzte wäßrige Phase - es sollen nur wenige ml\nsein       wird in das Ausblasegerät zurückgegeben. Die Essigsäureäthlylester-Phase wird\ndurch ein trockenes grobporiges Filter in ein 250 ml Becherglas filtriert.\nMan gibt erneut 100 ml Essigsäureäthy]ester in das Ausblasegerät und leitet weitere\n5 Minuten Stickstoff oder Luft durch. Die organische Phase wird in den bereits bei der\nersten Abtrennung benutzten Scheidetrichter abgelassen. Die wäßrige Phase wird ver-\nworfen und die organische Phase über das gleiche Filter zu der ersten Essigsäureäthylester-\nCharge gegebPn. Scheidetrichter und Filter werden mit 20 ml Essigsäureäthylester nach-\ngespült.\nDer Essiusäurei.ithylesler-Extrakt wird auf dem VVasserbad unter dem Abzug zur Trockne\neingedampft. Es hat sich bewährt, während des Eindampfvorganges einen leichten Luft-\nstrom auf die Oberfläche der Lösung zu richten, um die Verdampfung zu beschleunigen.\nFällen und Filtrieren:\nDer Trockenrückstand wird in 5 ml Methanol nach Nummer 4.1.23 aufgenommen. Man fügt\n40 mI entsalzl.es \\1\\/ass(~r nach Nummer 4.1.19 und 0,5 ml Salzsäure nach Nummer 4.1.22\nhinzu t1nd rührt die Lösung mit dem Magnetrührer nach Nummer 4.1.38.\nIn diE\\Se Lösung gibt man aus einem Meßzylinder 30 ml Fällungsreagenz nach Nummer\n4.1.25. Der Niederschlag bildet sich bei fortgesetztem Rühren. Nach 10 Minuten bricht man\ndas Rühren ab und läßt mindestens 5 Minuten stehen.\nDanach filtriert man durch einen Goochtiegel nach Nummer 4.1.39, dessen Boden mit einem\nGlasfaser-Fillerpapier nach Nummer 4.1.40 belegt ist. Das Filter wird zuvor mit etwa 2 rnl\nEisessig angefeuchtet und angesaugt. Becherglas, Magnetstab und Tiegel werden gründ-\nlich mit Eisessig nachgewaschen, wozu etwa 40 bis 50 ml notwendig sind. Das Waschen\nmil Eisessig wird durch Anwendung einer Polyäthylenspritzflasche nach Nummer 4.1.42\nsehr erleichtert. Es ist nicht erforderlich, den am Becherglas fest anhaftenden Niederschlag\nquantitativ auf das Filter zu bringen, da die Lösung des Niederschlages vor der Titration\nwieder in dds FtiHungs-Becherglas gegeben und der verbleibende Niederschlag dann gelöst\nwird.\nLösen des Niedersd1lags:\nDer Niederschlag wird im Filtertiegel nach Nummer 4.1.39 gelöst. Damit ein Verspritzen\nder Lösung in der Saugflasche nach Nummer 4.1.41 verhindert wird, setzt man den Filter-\ntiegel in einem glüsernen Vorstoß auf die 250 ml-Saugflasche. Um Fehler durch Verschlep-\npen von Füllungsreagenz auszuschließen, darf die Gummimanschette aus dem Filtrations-\nschri.U hier nicht vf~rwendet werden. Die Gummimanschetten für das Filtrieren und für den\nLösungsschriU. sind getrennt. aufzubewahren.\nDer NiPderschlag wird durch Zugabe von heißer Ammoniumtartratlösung nach Nummer\n4.1.29 in 3 Portionen von je 10 ml gelöst. Der Inhalt der Saugflasche wird in das Fällungs-\nbecherglas geueben; weitere 20 ml Ammoniumtartratlösung läßt man die Wandungen des\nFällungsbecherglases hinablaufen, um Reste des Niederschlages zu lösen.\nFiltertiegel, Vorstoß und Saugflasche werden gründlich mit 100 bis 150 ml Wasser ge-\nwaschen und dieses WassPr in das Fällungsbecherglas gegeben.\nTitration:\nMan rührt die Lösunri mit dem Magnetrührwerk nach Nummer 4.1.38, setzt einige Tropfen\nBromkrcsolpurpur-Lösung nach Nummer 4.1.24 zu und stellt mit Ammoniaklösung nach\nNummer 4.1.30 auf Farbumschlag nach violett ein, da die Lösung durch Essigsäurereste,\ndie vom Nachwaschen herrühren, schwach sauer sein kann.\nMan gibt 10 ml Standardacetatpuffer-Lösung nach Nummer 4.1.31 hinzu, führt die Elek-\ntroden nach Nummer 4.1.44 ein und titriert mit eingetauchter Bürettenspitze potentiome-\ntrisch mit der Carbat-Lösung nach Nummer 4.1.32 bis über den Potentialsprung hinaus.\n· Titrationsgeschwincligkeit 2 ml/min, Papiervorschub etwa 2 cm/ml.\nAls Endpunkt gilt der Schnittpunkt der Tangenten, die man an die beiden Äste der Poten-\ntialkurve legt. Eine gelegentlich zu beobachtende Verflachung des Potentialsprungs läßt\nsich durch leichtes Abschmirgeln der Platin-Elektrode beheben.\n4.3.3   Blindversuch\nPclfa llel zu den eigentlichen Bestimmungen läuft ein Blindversuch mit, bei dem 5 ml\nMethanol rwd1 Nummer 4.1.23 und 40 ml entsalztem ,Nasser eingesetzt und nach Nummer","Nr. 9 -  Tag der Ausgabe: Bonn, den 9. Februar 1977                       265\n4.3.2 c1h „Pül il'n und Piltrieren\" weiter verarbeitet werden. Der Verbrauch im Blindversuch\nsollte unter l ml l'.fonl<)sung liegen, andernfalls sind die Reagenzien neu anzusetzen und\ndie Bestinnnungen zu wiederholen (Die Ursache von überhöhten Blindwerten kann die\nAnwesenheit von Schwermetallen in den Reagenzien sein.). Das Ergebnis des Blindversuchs\nist bei d('r BPrcdmung zu berücksichtigen.\nKontrolle des Faktors der Carbat-Lösung:\nZur Faktenkontrolle der Carbat-Lösung werden vor den Bestimmungen oder bei Serien-\nanalysen einmal täglich 10 ml der Kupfersulfat-Eichlösung nach Nummer 4.1.34 nach Zugabe\nvon 100 ml entsalztem Wasser und 10 ml Standardacetatpuffer-Lösung nach Nummer 4.1.31\ntitriert. Der Faktor f der Carbat-Lösung wird nach folgender Formel errechnet:\n10\nf=-\na\na: Verbrauch an Carbat-Lösung in ml\nMit diesem Faktor sind die Titrationsergebnisse zu multiplizieren.\n4.3.4 Abtrennung störender kationischer Tenside\nKationische Tenside werden bei der Fällung miterfaßt und täuschen einen Gehalt an nicht-\nionischen Tensiden vor. Sie müssen deshalb, sofern sie vorhanden sein sollten, wie nach-\nstehend beschrieben, abgetrennt werden.\nIst der Bestimmung eine Aufarbeitung nach Nummer 3 vorangegangen, entfällt die Ab-\ntrennung störender kationischer Tenside nach Nummer 4.3.4.\nDer Abdampfrückstand des Essigsäureäthylester-Extraktes nach Nummer 4.3.2 wird in etwa\n20 ml Methanol nach Nummer 4.1.23 aufgenommen. Diese Lösung gibt man über eine Aus-\ntauschersäule nach Nummer 4.1.43, gefüllt mit 10 ml Kationenaustauscher nach Nummer 4.1.37.\nDie Durchflußgeschwindigkeit wird auf schnelle Tropfenfolge des Ablaufes eingestellt.\nNachgewaschen wird mit etwa 50 bis 60 ml Methanol.\nBei Vorliegen höher äthoxylierter Tenside (AO-Kette >25 AO/Mol) wende man anstelle\ndes Methanols die Mischung Methanol : Methylenchlorid 80 : 20 (v/v} an.\nDie methanolische Lösung wird auf dem vVasserbad zur Trockne eingedampft. Der Trocken-\nrückstand wird nach Nummer 4.3.2 ab „Fällen und Filtrieren\" weiterverarbeitet.\nDer   Kationenaustauscher muß vor jeder Verwendung regeneriert werden. Das Regenerie-\nren  erfolgt mit 10 °,'oiger methanolischer Salzsäure nach Nummer 4.1.45. Es wird solange\nmit  Methanol nachgewaschen, bis der Ablauf gegen Methylrot nicht mehr sauer reagiert.\nDer  regenerierte Kationenaustauscher wird unter Methanol aufbewahrt.\n4.3.5 Berechnung der Ergebnisse\nDa jedes nichtionische Tensid einen von der Länge seiner Athylenoxidkette abhängigen\nEichfaktor hat, bezieht man auf eine Standardsubstanz. Hierfür ist das Nonylphenol mit\nim Mittel 10 Athylenoxid-Einheiten (NP 10) festgelegt. Für diese Substanz wurde der empi-\nrische Umrechnungsfaktor 54 ermittelt. Man erhält damit die Menge an nichtionischem\nTensid in ,llg, ausgedrückt als NP 10, die in der angewandten Wassermenge enthalten war.\nEs gilt also\n(b -- c) · f · 54       11g nichtionische Tenside oder\n(b -  c) · f · 0,054    mg nichtionische Tenside\nEs sind:\nb      Verlmrnch an Carbat-Lösung der Probe in ml\nc      Verbrauch an Carbat-Lösung des Blindversuchs in ml\nFaktor der Carbat-Lösung\n4.3.6 Angabe der Ergebnisse\nDie Ergebnisse sind in mg/1 wie folgt anzugeben:\nweniger als 1 mg/1 mit zwei Dezimalen\nmehr als l mg/l mit einer Dezimale","266                                         Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1977, Teil I\n5           Ueslimmung des Gehaltes an Seife\nDer Gehult an Seife wird nach der in den „Deutschen Einheitsmethoden zur Untersuchung\nvon Fetten, Fettprodukten und verwandten Stoffen (DGF-Einheitsmethoden) Abteilung H\n(Tenside), HI 7 a\" 1 ) angegebenen Analysenmethode bestimmt.\n6           Bestimmung des gelösten Sauerstoffs\nDer gelösle Sauerstoff wird nach der in den „Deutschen Einheitsverfahren zur Wasser-,\nAbwasser- und Schlamm-Untersuchung (DEV) Gruppe G2/1\" 2 } angegebenen Analysen-\nmethode bestimmt.\n7           Bestimmung der Oxidierbarkeit\nDie Oxidierbarkeit wird nach einer der in den „Deutschen Einheitsverfahren zur Wasser-,\nAbwasser- und Schlamm-Untersuchung (DEV) Gruppe H 4\" 2 ) angegebenen Analysen-\nmelhodc• bcsti mrnt.\n8           Uestimmung der organischen Substanz des Belebtschlamms\nDie CJrfJi:mischc Substanz des Belebtschlamms wird nach der in den „Deutschen Einheits-\nverfahren zur Wasser-, Abwasser- und Schlamm-Untersuchung (DEV) Gruppe S 3\" 3) ange-\ngebenen /\\nalyscnmethode bestimmt.\n1) Ausgabe 1965, verle11t bei der Wissensd1aftlid1en Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart\n2) 5. Lieferung Ausgahe 1968, verlegt bel Verlag Chemie GmbH, Weinheim/Bergstr.\nll) 7. Lieferung Ausqahe 1975, verlegt bei Verlag Chemie GmbH, Weinheim/Bergstr."]}