{"id":"bgbl1-1975-23-3","kind":"bgbl1","year":1975,"number":23,"date":"1975-02-28T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/1975/23#page=9","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-1975-23-3/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/1975/bgbl1_1975_23.pdf#page=9","order":3,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zum Fünften Gesetz zur Reform des Strafrechts)","law_date":"1975-02-27T00:00:00Z","page":625,"pdf_page":9,"num_pages":1,"content":["Nr. :n - Ta~1   der Ausgabe: Bonn, den 28. Februar 1975                       625\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\n]n den Verfi.llucn we~ien verfdssungsrechtlicher                  desgesetzbl. I S. 1297) sind auch auf Schwan-\nPrüfung des Fünf!Pn Ct>sel.zes zur Reform des Straf-                 gerschaftsabbrüche in den ersten zwölf Wo-\nrechts (5. Sl.rRC) vorn rn. Juni 1974 (Bundesgesetz-                 chen seit der Empfängnis anzuwenden.\nblatt l S. 1297) hc11 dds Bundesverfc1ssungsgericht               2. Der mit Einwilligung der Schwangeren von\ndurch Urteil VOlll Fi. r•(']JrlliH 197:5       1 BvF 1/74 --·\neinem Arzt innerhalb der ersten zwölf Wochen\n6/74      cntsd1 ieden:\nseit der Empfängnis vorgenommene Schwan-\ngerschaftsabbruch ist nicht nach § 218 des\nI. § 218d des Slrnlg(~scl1.lrnclws in der Fassung des               Strafgesetzbuches strafbar, wenn an der\nFünften CPSt)1zc,s !'.Ur Re>forrn des Strafrechts                Schwangeren eine rechtswidrige Tat nach den\n(5. SlrRC) vom 1B. Juni 1974 (Bundesgesetzbl. l                  §§ 176 bis 179 des Strafgesetzbuches vorge-\nS. 1297) ist rnil i\\rlik<-1 2 1\\bsc1l.z 2 Satz J in Ver-         nommen worden ist und dringende Gründe für\nbindung miL /\\rlikel I i\\bsd1z 1 des Grnndgesetzes               die Annahme sprechen, daß die Schwanger-\ninsoweil unvcrc!inbM und nichtig, als er den                     schaft auf der Tat beruht.\nSchwcm~Jcrschciftsc1blml<'h dUch dann von der\n3, Jst der Abbruch der Schwangerschaft in den\nStrafbMkeit ausnimm!., W(~nn keine Gründe vor-\nersten zwölf Wochen seit der Empfängnis von\nliegen, die          im Sinne der Entscheidungs-\nPinem Arzt mit Einwilligung der Schwangeren\ngründe         vor (kr Wt'rturclnung des Grund--\ngesptzes ß(!SLdncl lic1IH'n.                                     vorgenommen worden, um von der Schwange-\nren die auf andere ihr zumutbare Weise nicht\nabzuwendende Gefahr einer schwerwiegenden\nn.  Bis zum lnkr;illlrdt!n <'iner rJesetzlichen Neu-                 Notlage abzuwenden, so kann das Gericht\nregelung wird gcrn~iß § ]5 des Gesetzes über                     von einer Bestrafung nach § 218 des Straf-\ndas Bundes ver! dSstrngsgPrich I cm~Jeordnet:                    gesetzbuches absehen.\nl. § 218b und§ 219 des Slrdfgeselzbuches in der              Der vorstehende Entscheidungssatz Ziffer I hat\nFassung des Fünften Cesetzes zur Reform des            gemäß § 31 Abs. 2 des Gesetzes über das Bundes-\nStrafrechts (5. StrRG) vom 'I 8. Juni 1974 (Bun-       verfassungsgericht Gesetzeskraft.\nBonn, den 27. Februar 1975\nDer Bundesminister der Justiz\nDr. Vogel"]}