{"id":"bgbl1-1974-77-4","kind":"bgbl1","year":1974,"number":77,"date":"1974-07-24T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/1974/77#page=5","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-1974-77-4/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/1974/bgbl1_1974_77.pdf#page=5","order":4,"title":"Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (zu § 24 Abs. 1 Satz 2 des Bundessozialhilfegesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 18. September 1969 und zu § 1 Abs. 1 Satz 2 des Landesblindengeldgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen vom 16. Juni 1970)","law_date":"1974-07-17T00:00:00Z","page":1509,"pdf_page":5,"num_pages":1,"content":["Nr. 77    Tt1g der Ausgabe: Bonn, den 24. Juli 1974  1509\nEntscheidung des Bundesverfassungsgerichts\nAus dem Beschluß des Bundesverfassungsgerichts\nvom 7. Mai 1974         1 BvL 6/72 - , e1rgangen auf\nVorlage des Verwaltungsgerichts Köln, wird nach-\nfol9ender Entscheidungssatz veröffentlicht:\nl. § 24 Absatz 1 Satz 2 des Bundessozialhilfegeset-\nzes in der Fassung vom 18. September 1969 (Bun-\ndes,gesetzbl. I S. 1688) war insofern mit Artikel 3\nAbsatz 1 des Grundgesetzes unvereinbar, als Peir-\nsonen, deren Sehvermögen trotz einer besseren\nSehschärfe als 1/20 infolge extremer Einschrän-\nkung des Geskhtsfeldes ebenso stark beeinträch-\ntigt war wie das der begünstigten Personen, die-\nsen nicht gleichgestellt wurden.\n2. § l Absatz 1 Satz 2 des Landesblindengeldgeset-\nzes des Landes Nordrhein-Westfalen vom 16. Ju-\nni l 970 (Gesetz- und Verordnungsbl. S. 435) ist\ni nsofem mit Artikel 3 Absatz 1 des Grundgeset-\nzes unvereinbar, als Personen nicht als Blinde\ngelten, deren Sehvermögen trotz einer besseren\nSehschärfe als 1/20 infolge extremer Einschrän-\nkung des Gesichtsfeldes ebenso stark beeinträch-\ntigt ist wie das der Personen, die als Blinde gel-\nten.\nDer vorstehende Entscheidungssatz hat gemäß\n§ 31 Absatz 2 des Gesetzes über das Bundesverfas-\ns11nqs9ericht Gesetzeskraft.\nBonn, den 17. Juli 1974\nDer Bundesminister der Justiz\nDr. Vogel"]}