{"id":"bgbl1-1974-46-3","kind":"bgbl1","year":1974,"number":46,"date":"1974-04-30T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/1974/46#page=22","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-1974-46-3/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/1974/bgbl1_1974_46.pdf#page=22","order":3,"title":"Siebente Durchführungsverordnung zum Tierzuchtgesetz über die Körung von Schafböcken","law_date":"1974-04-24T00:00:00Z","page":1026,"pdf_page":22,"num_pages":3,"content":["1026                  Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1974, Teil I\nSiebente Durchführungsverordnung\nzum Tierzuchtgesetz über die Körung von Schafböcken\nVom 24. April 1974\nAuf Grund des § 4 Abs. 2 und des § 10 Abs. 1 des Tierzuchtgesetzes\nvom 7. Juli 1949 (Gesetzblatt der Verwaltung des Vereinigten Wirt-\nschaftsgebietes S. 181), zuletzt geändert durch das Einführungsgesetz\nzum Strafgesetzbuch vom 2. März 1974 (Bundesgesetzbl. I S. 469), in\nVerbindung mit der Verordnung über die Erstreckung von Landwirt-\nschaftsrecht der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes auf\ndie Länder Baden, Rheinland-Pfalz, Württemberg-Hohenzollern und den\nbayerischen Kreis Lindau vom 21. Februar 1950 (Bundesgesetzbl. S. 37)\nund mit Artikel 129 Abs. 1 Satz 1 des Grundgesetzes wird mit Zustim-\nmung des Bundesrates verordnet:\n§ 1\nMindestanforderungen\nSchafböcke dürfen nur gekört werden, wenn\n1. sie nach Typ und Gesamteindruck, insbesondere nach Körperbau,\nGeschlechtscharakter und Beschaffenheit des Vlieses, sowie nach Ab-\nstammung und Gesundheit den Anforderungen der Landestierzucht\nentsprechen und\n2. die Mindestanforderungen der§§ 2 bis 5 erfüllt sind.\n§2\nFruchtbarkeit\nDie Muttertiere der Schafböcke müssen\nbis zum Alter von 2½ Jahren eine Lammung,\nbis zum Alter von 3½ Jahren zwei Lammungen,\nbis zum Alter von 5½ Jahren drei Lammungen\naufweisen. Bis zum Alter von 5½ Jahren müssen die Muttertiere, aus-\ngenommen Heidschnucken, vier Lämmer geboren haben.\n§3\nKörpergewicht und Wolleistung\nDie Muttertiere von Böcken der in Spalte 1 der folgenden Tabelle ge-\nnannten Schafrassen müssen die in den Spalten 2 oder 3 und 4 oder 5,","Nr. 46           Tag der Ausgabe: Bonn, den 30. April 1974                 1027\nd i(' Scfoi lliiicke selbst die in Spalte 6 aufgeführten Mindestleistungen\nc1 tlf wcis(~n:\n-· ·---------\nSchweißwall-\nKörpergewicht           gewicht\n(Vollschur)     Körper-\n1                      gewicht\nder Muttertiere                der Schaf-\nRilsse\nböcke bis\nbis zum nach der vor der               zum Alter\nnach der   von6\nAlter    ersten   ersten\nvon 14 Lammung                 ersten  Monaten\nMonaten            Lammung    Lammung\nkg       kg       kg          kg        kg\n1                      2        3        4           5         6\nMer i nofl ei sch schaf                     50       60       3,7         3,5       50\nMerinolandschaf                             40       55       3,7         3,5       50\nSch w arzköpfi ges\nFleischschaf                                40       55       3,5         3,2       50\nWeißköpJiges\nFleischschaf                                55       65       4,0         3,5       50\nTexelschaf                                  50       55       3,5         3,2       50\nLeineschaf                                  35       50       3,5         3,3       45\nRhönschaf                                   35       50       3,0         2,8       40\nBergschaf                                   35       50       3,0         2,8       40\nHeidschnucke                                25       30       1,2         1,2       30\nBent.heimer Landschaf                       25       35       1,5         1,5       40\n§4\nBesondere Mindestanforderungen für das Milchschaf\n(1) Die Muttertiere von Böcken des Milchschafs müssen entweder eine\nLaktationsmindestleistung von 20 kg Milchfett bei einem Fettgehalt von\n5,5 vom Hundert oder eines der folgenden Körpermindestgewichte auf-\nweiscm:\nbis zum Alter von 14 Monaten 45 kg,\nnach der ersten Lammung 55 kg.\n(2) Die Böcke des Milchschafs müssen bis zum Alter von 6 Monaten\nein Körpergewicht von 50 kg aufweisen.\n§5\nAusnahmen bei der Berechnung der Leistung\nKann infolge des Todes des Muttertiers oder infolge veterinärpolizei-\nlicher Sperrmaßnahmen die Leistung des Muttertiers nicht ermittelt\nwerden, so ist die Leistung des Großmuttertiers mütterlichers-eits zu-\ngrunde zu legen. Dies gilt bei Milchschafen auch dann, wenn die erste\nLaktationsleistung des Muttertiers noch nicht vorliegt.\n§6\nZuchtwertklassen\n(1) Die gekörten Schafböcke sind in folgende Zuchtwertklassen ein-\nzustufen:\nZuchtwertklasse I    = sehr gut\nZuchtwertklasse II = gut\nZuchtwertklasse III = befriedigend\nZuchtwertklasse IV = genügend.\n(2) Die Einstufung richtet sich nach Leistung, Typ, Gesamteindruck,\nAbstammung und Gesundheit des Schafbocks sowie nach der Leistung\ndes Muttertiers.","1028                                                    Bundes9csetzblatt, Jahrgang 1974, Teil I\n§7\nDeckerlaubnis A\nDie Deckerlaubnis A darf nur für Schafböcke der Zuchtwertklassen I\nbis III erteilt werden.\n§8\nKörunterlagen\nIn den Abstammungsnachweisen, den Leistungsnachweisen und ähn-\nlichen Körunterlagen sind zumindest die Leistung des Muttertiers und\ndie Eigenleistung des Schafbocks anzugeben.\n§9\nBerlin-Klausel\nDiese Verordnung gilt nach § 14 des Dritten Uberleitungsgesetzes\nvom 4. Januar 1952 (Bundesgesetzbl. I S. 1) in Verbindung mit der Ver-\nordnung über die Erstreckung von Recht der Land- und Forstwirtschaft\nauf das Gebiet des Landes Berlin vom 25. März 1954 (Bundesgesetzbl. I\nS. 64) auch im Land Berlin.\n§ 10\nInkrafttreten\n(1) Diese Verordnung tritt am 1. Mai 1974 in Kraft.\n(2) Gleichzeitig tritt die Fünfte Durchführungsverordnung zum Tier-\nzuchtgesetz über die Körung von Schafböcken vom 8. Oktober 1955\n(Bundesanzeiger Nr. 196 vom 11. Oktober 1955) außer Kraft.\n(3) Schafböcke, die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung geboren\nsind, dürfen auch gekört werden, wenn die Mindestanforderungen der\n§§ 2 bis 4 der Fünften Durchführungsverordnung erfüllt sind.\nBonn, den 24. April 1974\nDer Bundesminister\nfür Ernährung, Landwirtschaft und Forsten\nJ. Ertl\nHerausgeber: Der Bundesminister der Justiz\nVer lag: Bundesanzeiger Verlagsges.m. b.H. - Druck: Bundesdruckerei Bonn\nIm BundPStJ!?setzblalt Teil I werden Gesetze, Verordnungen, Anordnungen und damit im Zusammenhang stehende Bekanntmachungen veröffentlicht.\nIm Bundesqesetzblatt Teil II werden völkerrechtliche Vereinbarungen, Verträge mit der DDR und die dazu gehörenden Rechtsvorschriften und\nlkkilr1nlmilchun9en sowie Zolltarifverordnungen veröffentlicht.\nBez u q s b e d in g u n !Jen : Lmlfender Bezu9 nur im Pos1.nbonnement. Abbestellungen müssen bis spätestens 30. 4. bzw. 31. 10. jeden Jahres\nln,irn Verlil!J vorliegen. Postanschrift für Abonrwmentsbeslellunricn sowie Bestellungen bereits erschienener Ausqnben: Bundesgesetzblatt,\n5, Bur,11 1, Poslfddl 624, Tel. (0 22 21) 23 80 67 bis 69.\nBeznqspreis: Für Teil I und Teil fI halb_jährlid1 je 31,-- DM. Einzelstücke je angefangene 16 Seiten 0,85 DM zuzüglich Versandkosten.\nDic•ser Preis cJilt nuch für Bundesqesef.zbliitter, die vor dem 1. Juli 1972 ausge9eben worden sind. Lieferung gegen Voreinsendung des Betrages\n,iuJ d<1s Poslsci,eckkonlo B111Hlc,sqesc,l.zhlaU Köln 3 99-509 oder gegen Vorausrechnung.\nI' 1 0 i s d i \",. <' r /\\ 11 s q d h e 1,!J:i DM (1,70 DM z11z(iqlicl1 ---,25 DM Versandkosten); 1.Jei Lieferung gegen Vorausrechnung 2,25 DM. Im Bezugs-\nDit•is ist die, Mc,l11 wer lslP1rer v11tlrnltcn; der ,rn(Jew,rndte Steuersatz beträgt 5,5 °/o."]}