{"id":"bgbl1-1952-40-2","kind":"bgbl1","year":1952,"number":40,"date":"1952-09-29T00:00:00Z","url":"https://offenegesetze.de/veroeffentlichung/bgbl1/1952/40#page=5","api_url":"https://api.offenegesetze.de/v1/veroeffentlichung/bgbl1-1952-40-2/","document_url":"https://media.offenegesetze.de/bgbl1/1952/bgbl1_1952_40.pdf#page=5","order":2,"title":"Bekanntmachung des deutschen Wortlauts der Artikel 32 bis 40 der revidierten Rheinschifffahrtsakte sowie des Zusatzprotokolls vom 18. September 1895","law_date":"1952-09-27T00:00:00Z","page":645,"pdf_page":5,"num_pages":2,"content":["Nr. 40 -  Tag der Ausgabe: Bonn, den 29. September 1952                         645\nBekanntmachung des deutschen Wortlauts\nder Artikel 32 bis 40 der revidierten Rheinschiffahrtsakte\nsowie des ZusatzprotokoUs vom 18. September 1895.\nVom 27. September 1952.\nAuf Grund des § 22 des Gesetz<crn üb(~r das                         strafbare Handlung begangen ist; in Zivilsachen\ngerichtliche Verfabrc--;n in Binnenschiffahrts- und                    dasjenige, in dessen Bezirk die Zahlung stattfinden\nRheinschiffahrtssachen vorn 27. September 1952                          mußte (Artikel 34 II a), beziehungsweise der\n(BundesgesetzbJ. I S. G11) W(~rden die Artikel 32                      Schaden zugefügt wurde (Artikel 34 II b, c, d).\nbis 40 der revidierten Rheinschiffahrtsakte vorn\n17. Oktober 18G8 sowie das Zusatzprotokoll vom\n18. September H\\95 nuchstehend in deutschem                                                Art i k e 1 36\nWortlaut neu bükannt~p:>macht.\nDas Verfahren bei den Rheinschiffohrlsgerichten\nsoll ein möglichst einfaches und beschleunigtes sein.\nAuszug                            - Prozeßkautionen dürfen von Ausländern ihrer\naus der revidierten .RheinschHfohrtsakte                        Nationalität wegen nicht erhoben werden.\nzwischen Preußen, ßaden, Bayern,\nI 1rm11t-:.n-':id1, Hessen. und den N\"iededanden                    In das Urteil sind jederzeit die Tatsachen, vvelche\ndas Verfahren herbeigeführt haben, die Fragen,\nA  1  t i k e 1 32\nworauf es nach den Verhandlungen ankam, und die\nZ11v1idct;iirndI1in~JCn ~;(\"gen die von den Ufer-                    Entscheidungsgründe, aufzunehmen,\nRcuir:rn:nucn hir ,h:n Rhein Derncinsom erlns~;enen\nschif fo;irr.:-;p,)l i'.!:cil i dH:n Vor ;chrd tcn sollen nlit Gc:1d-      Ubrigens darf kein Schiffsführer oder Flößer\nbu ßcn vnn z,,fm !Jis c1 rci ll 11 ndcd. FE~nken be:;i.raft             wegen einer gesien ihn eingeleiteten Untersuchung\nwerden.                                                                 an der Fortsetzung seiner Reise verhindert werden,\nsobald er die von dem Richter für den Gege 11stand\nArt     I  k e l 33                    der Untersuchung festgesetzte Kaution geleistet\nBehufs ~Jerichtlichcr Vcrlwndlnng di:r im Artikel 34                 hat.\nerwähnten Gegenstände sollen jn gef~igncten, am\nRhein oder in dessen Nühc bc!legcmen Orlen Rhein-                                           Artikel 37\nschiffahrtsricridlle best('.hen.                                           Beträgt der Gegen,;tand der an das Gericht ge-\nDie 1.Hcr-Rcgicnmgcn werden s.ich von den in                         stellten Anträge mehr als 50 Franken, so kann\nihrnn Gebiclen vorhD 1l1cnen Rhcinschiffahrlsgerich-                    gegen das Urteil erster Instanz bei der Zentral-\nten und von den Vl:r~in<lcrungcn in Kenntnis setz(~n,                  kommission (Artikel 43) oder bei dem Obergericht\nwelche rüdz~-;ichllich dc,r Zc1hl, des Ortes oder des                   des Landes (Artikel 38), in welchem das Urteil\nSprcnqe]'.; d(' rsclbcn c:in Ln!tcn.                                    ergangen ist, Berufung eingelsgt werden.\nSoll die Berufung bei der Zentralk01nmission\n;\\ r t i k e l ;i4                     angebracht werden, so ist sie unter summarischer\nAngabe der Beschwerden und mit dem ausdrück-\nDie Rlwiw;ch iffc1hrl.sycrichte sind koJY1petent\nlichen Bemerken, daß die Entscheidung der Zcntral-\nI. in Slrnf s;::,d1e:n zur en Ler:-;udrnng und Bestrafung             komrnission verlangt werde, binnen zehn Tagen nach\naller Zuwidcrbandhmgcn gegen die schi.ffahrts-                     der in Gemäßheit der La.ndesges'E::tze erfolgten In-\nund strompolizeilichen Vorschriften;                               sinuation des Urteils erster Instanz dem Gerichte,\nwelches entschieden hat, anzumelden und der Ge-\nII. in Zivilsachen zur Entscheidung im summarischen                    genpartei in dem von ihr in 0rster Instanz erwählten\nProzeßverfahrcn über Klagen                                        Domizile oder in dessen Ermangelung gleichfalls\na) wegen Zahlung der Lotsen-, Kran-, Waage-,                       dem Gerichte zuzustellen. In welcher Weise die An-\nHafen- und Bolilwerks-Gebühren und ihres                     meldung bei dem Gerichte und die Zustellung zu\nBetrages;                                                    erfolgen hat, bleibt der Bestimmung der Landes•\ngesetzgebung überlassen.\nb) wegen der von Privatpersonen vorgenom-\nmenen Hemmung des Leinpfades;                                    Innerhalb vier Wochen nach erfolgter Anmel-\ndung hat der Appellant sodann die schriftliche Recht-\nc) wegen der Beschädigungen, welche Schiffer                       fertigung der Appellation dem Gerichte zu über-\nund Flößer während ihrer Fahrt oder beim                     geben, welches solche dem Appellaten binnen einer\nAnlanclcU: Andern verursacht haben;                          ihm zu bestimmenden präklusivischen Frist zur\nBeantwortung zufertigt und die geschlossenen Akten\nd) wegen der den Eigentümern der Zugpferde\nan die Zentralkommission in Mannheim*) (Ar-\nbeim Heraufziehen der Schiffe zur Last ge-\ntikel 43) einzusenden hat.\nlegten Beschädigunglm am Grundeigentum.\nWerden von dem Appellanten die in diesem\nArtikel vorgeschriebenen Formen nicht beobachtet,\nAr l i k e 1 35\nIn Strafsachen (Artikel 34 J) ist dasjenige Rhein-                  *) Durch Artikel 355 des Versailler Vertrags ist der Sitz\nschiffahrtsgericht kompetent, in dessen Bezirk die                         der Zentralkommission nach Straßburg verlegt worden.","646                                              Bundesgesetzblatt, Jahrgang 1952, Teil I\nso wird die f-,ppclluti(JJJ          fiir 11ichl ilnuehrachl. er-                                 Art i k e 1 40\na.chtet.\nErkenntnisse und Beschlüsse der Rheinschiff-\nJn. ckn1 JicJl!c: d(·r l\\cru!unu ci11 dit: ZcnLralkorn-               fahrtsgerichte eines Uferstaates sollen in jedem\nrrds:,jon k;:mn des C, 1 kiJi <11il Vc: i;inrJen der Ceuen-               ,rnderen Rheinuferstaate unter Beobachtung der in\nf)df:l'i ctils UrLci; c,,:!.: 111:-                provi:-:orir,d1 voH-   d;•rnsPlben vorgeschriebenen Forrnen volJsi.reckh,11\n::,LrccJ,cn, lwzicl: i :1 i(i:-,        \\,cll,<L1cd:k1r crLldren,         sein\nvvobci er: n,;cl1 f\\1.1\nJ,, bczu~J auf üit~ Zus~eLlun9 sollen snwohl          (lic-:'\nsii11rnHn h,~d., (':J\n~Jcdach1.en Erken.ntnissc     und BcschHu~~;e ul:-, Vor-\ntion    Zii lc,isLcn\nladunoen und alle so•1~.tirJen Verfüguncen in cle:n\nbc:i dcri Rheim;chiffabrts9erichten anbängi9e1i Sacben\nin d11E,n Uferstactt0n ~in angesebcn werden, ais ob\n,Lcdc lJiv,-F,·(J;'    ,1.1\"          1:,1,,I    ('i,, IL11 ,illcn1cd ~;ic von ehwr Bc!\"hörde de!~- ci~~encn Sl,ai::1,·s crlfü;se,~\ndds Olwrqcridii., iwi w: lcid'!ii ti:,· l,(':ulun(Jcn ~3cuen              seien\ndie iu ihn:111 C(•l,i<:'c, V<Jt1 (!1'11 l<ht·inschiH2dnLs-\nVorlddungen und ZusleEun~Jen c1n Personen,\n9crichtcn crsl<~r ln~;Li1f/. qr,fii!lie11 ll1lcilc'. <1nqi·!Hc1cbl\nW('.lche jn einem der Rheinuferstaaten einen be-\nwerden ki;nncn.\nkannten Wohnsitz haben, müssen in letzterem be-\nDc1s Obcrr-:J<!rid1I 1,1uß s<'incn Silz in cin(~r Sti:HH              wükt werden.\nhaben, weldH· dlll l<lwi1w od,•1 rloC\"li nichl .-:llzu weit\nvon de:msclbcn qclcq<:n i:,L.\nZu.satzp-rot.okoll vom  rn, September 1895\n\\Vird cJic, lkru !unq I H i d: ('Sc111 Cnich Lc: cingPle9I.,             Zu den Artikeln 32 bis 40 der revidierten Rhein·\nso finden clie für <ld!, \\/c'.rf,;l1ic11 in Appellfltions-                f::chifiahrtsakte vom 17, Oktober 1868 wird festg,~--\nsachcn geltenden Ld                              /\\11 wcndunq.            stellt, daß die nach der Strafgesetzgebung der Ufer-\nstaaten ergehenden vollstreckbaren richterlichen\nStrafbefehle und polizeilichen Strafverfügungen den\nAr t i k {• l :l:J\nin obigen Artikeln der Rheinschiffahrtsakte erwähn-\nBei dem richterlichen Vcrl;_1'1 rcn in Rhcinschiff-                   ten strafgerichtlichen Urteilen und Erkenntnissen\nJahrtsangelcgenlwi l.cn fi ndd weder der Ccurauch                         gleicbstehen, vorausgesetzt, daß die Vollstreckbar-\nvon Stempelpapier, noch die· Anwendung von                                keit dieser Strafbefehle und Strafverfügungen erst\nSporteltaxen für die Richlc'.r und Gerichtsschreiber                      nach Ablauf einer mindestens einwöchigen Frist\nstatt; die Parteien halwn keine cJnderen Kosten als                       nach der Zustellung an den mit der Strafe Belegten\ndiejenigen zu lrugen, wcld1c durch Zeu~Jen oder                           eintritt und daß diesem die Möglichkeit gegeben ist,\nSachverständige und deren Vorl acl ung, clurch In-                        durch Erhebung eines Einspruchs binnen dieser Frist\nsinuationen, Porto usw. vercm1aßt und nach der für                        eine Verhandlung und Aburteilung durch das Rhein-\nandere Streitsadwn lws!Phendcn Taxordnnng er-                             schiffahrtsgericht im ordentlichen Strafverfahren\nhoben werden.                                                             herbeizuführen.\nBonn, den 27. September 1952.\nDer Bundesminister der Justiz\nDehler"]}